Ziel 3 - Gesundheit und Wohlergehen

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Nachhaltigkeit - Ziel 3 - Gesundheit und WohlergehenGesundheit und Wohlergehen - Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihre Wohlergehen fördern © United Nations Department of Public Information

Global

Obwohl sich die medizinische Grundversorgung in den letzten Jahrzehnten global verbessert hat und bedeutende Fortschritte bei der Erhöhung der Lebenserwartung erreicht wurden, bestehen nach wie vor große regionale Unterschiede. Weltweit liegt die Lebenserwartung im Jahr 2023 bei 73,2 Jahren. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland betrug im gleichen Jahr bei Frauen 83,0 Jahre und bei Männern 78,2 Jahre.

Bei einem in Afrika südlich der Sahara geborenem Kind liegt die Lebenserwartung dagegen bei nur rund 60 Jahren. Weltweit fehlt rund 4,5 Milliarden Menschen ein Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung.

National

Das deutsche Gesundheitssystem zählt zu den besten weltweit. Beinahe die ganze Bevölkerung genießt einen Krankenversicherungsschutz mit umfassenden gesetzlichen Leistungen. Jedoch gibt es in der Lebenserwartung verschiedener sozioökonomischer Gruppen Differenzen, insbesondere chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen treten in bestimmten Bevölkerungsgruppen häufiger auf. Zudem ist in den letzten Jahren die Zunahme von psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen zu beobachten. Eine weitere Gesundheitsgefährdung stellt die Umweltverschmutzung dar. Der Europäischen Umweltagentur folgend sterben in der Europäischen Union jedes Jahr mehr als 630.000 Menschen an den Folgen von Umweltverschmutzungen. Im Jahr 2020 starben alleine an den Folgen von Luftverschmutzung, vor allem aufgrund zu hoher Feinstaub-Konzentrationen, mehr als 400.000 Menschen.

Regensburg

Regensburg weist eine sehr differenzierte und umfangreiche medizinische Infrastruktur auf, gemessen an Standards der Bedarfsplanung, aber auch im internationalen Vergleich. Die Krankenhausversorgung wird von acht Krankenhäusern und Kliniken gewährleistet, der Zugang zu Gesundheitsdiensten liegt auf hohem Niveau. Bei der fachärztlichen Versorgung nimmt Regensburg eine hohe zentralörtliche Funktion auch für das Umland ein. Die einwohnergewichtete Luftliniendistanz zum nächsten Hausarzt beträgt 408 Meter, die einwohnergewichtete PKW-Fahrzeit zum nächsten Krankenhaus der Grundversorgung ca. drei Minuten.

Im Rahmen der Gesundheitsförderung setzt Regensburg auch auf Maßnahmen zum Umweltschutz. Projekte zur Verbesserung der Luftqualität, wie etwa die Förderung des Fahrradverkehrs, tragen zu einer höheren Lebensqualität bei. Die Konzentration von Feinstaub (PM10) in der Luft beträgt in Regensburg 2023, gemessen an der Mess-Station des Landesamtes für Umwelt, im Jahresmittel ca. 14 µg/m³. Dies entspricht eine Reduzierung von Feinstaub um 50 Prozent in den vergangenen 15 Jahren. Der Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid (NO2) lag zuletzt bei 26 µg/m³.

Unser Engagement

Relevante Teilziele von SDG 3 für deutsche Kommunen sind unter anderem die Gewährleistung hochwertiger Gesundheitsdienste, die Förderung der psychischen Gesundheit oder die Verringerung der Zahl von Todesfällen und Erkrankungen aufgrund von Luft, Wasser und Bodenverschmutzungen. Folgende Beispiele zeigen eine Auswahl von Maßnahmen und Projekten, mit denen die Stadt Regensburg zum Erreichen dieser Teilziele beitragen möchte.


Regensburg ist Gesundheitsregionplus

Ziel der Gesundheitsregionenplus ist die Verbesserung des Gesundheitszustands der Bevölkerung, auch im Hinblick auf die gesundheitliche Chancengleichheit, und die Optimierung der Gesundheitsversorgung und Pflege in Stadt und Landkreis. Durch die Bildung der Gesundheitsregionenplus wurde der Rahmen für diese systematische Vernetzung und Kooperation geschaffen. Handlungsfelder darin sind die medizinische Versorgung, die Pflege, ein gesundes Aufwachsen und Älterwerden sowie die interkulturelle Gesundheit. Im Rahmen des Schwerpunkt Themas 2024 stand die Frauengesundheit im Fokus. Hinsichtlich des Gesundheitsverhaltens, der Risikofaktoren aber auch der Erkrankungshäufigkeit gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern – und zwar in jeder Lebensphase.


Lokale Allianz für Menschen mit Demenz

Die Stadt Regensburg ist Teil der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz. Ziel des Netzwerks ist es, Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen frühzeitig mit passgenauen Beratungs- und Hilfsangeboten zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf niedrigschwelligen Angeboten im Frühstadium der Erkrankung und im Alltag. Langfristig soll eine sorgende Stadtgemeinschaft entstehen, in der Menschen mit Demenz und ihre Familien willkommen sind, unterstützt werden, Teil der Gesellschaft bleiben und auf lokale Hilfe und Unterstützungsnetzwerke zurückgreifen können. Eine stärkere Vernetzung mit allen Akteuren im Hilfenetz, beispielsweise mit den diagnostizierenden Ärzten und Einrichtungen, ist ein weiteres Ziel.

 


Interkulturelle Gesundheit – Mit Migranten für Migranten

Im Projekt „Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Bayern (MiMi-Bayern)“ werden Regensburgerinnen und Regensburger mit Migrationshintergrund zu interkulturellen Gesundheitslotsen ausgebildet. Mit ihrem Wissen helfen sie Migrantinnen und Migranten in Regensburg, sich im Gesundheitssystem zurecht zu finden. Sie organisieren mehrsprachige Informationsveranstaltungen zu spezifischen Gesundheitsthemen für Migrantinnen und Migranten und werden dabei von der Standortkoordination beim Amt für Integration und Migration unterstützt und begleitet. Das Projekt setzt auf interkulturelle Ansätze und peer-to-peer-Modelle, bei denen Migrantinnen und Migranten als Multiplikatoren und Gesundheitsbotschafterinnen beziehungsweise -botschafter in ihren Communities tätig sind. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert und durch die MSD Sharp & Dohme GmbH unterstützt.


Sport im Park

Unter dem Motto „Gesundheit durch mehr Bewegung und Sport im Alltag“ können Menschen kostenlos und ohne Anmeldung verschiedene Bewegungskurse in den Regensburger Parks nutzen. Das altersgerechte Angebot reicht von Boule über Fahrradtouren bis hin zu Qi Gong. In insgesamt acht Parks werden Kurse angeboten. Die Bewegungskurse starten jährlich im April und enden im Oktober. Sport im Park ist ein Angebot für alle, die aktiv und gesundheitsbewusst ihre Freizeit gestalten möchten. Auch Spaß und Gemeinschaft kommen nicht zu kurz. Inzwischen wurde „Sport im Park“ auch auf die Wintermonate ausgeweitet und findet teilweise „Indoor“ statt.


Die Sportbox

Die Sportbox auf der Sportanlage am Oberen Wöhrd, direkt neben dem Fußballplatz, ist ein Sportangebot für die große Zahl der Freizeit und Individualsportlerinnen und -sportler. Die Sportbox enthält verschiedene Fitnessgeräte wie Kettleballs, Medizinbälle, Seile und Bänder, Schlingentrainer, Faszienrollen, eine Koordinationsleiter oder auch Gymnastikmatten für funktionelles Training. Die Handhabung der Sportbox ist denkbar einfach. Nach einer einmaligen Registrierung können in der App „sport box – app and move“ Trainingszeiten gebucht werden und zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt die Box geöffnet und die Geräte zum Training entnommen werden. Die Vollständigkeit der Sportgeräte wird durch Kameras überwacht, die nur die Sportgeräte, nicht aber die Nutzerinnen und Nutzer erfassen.


Chancen und Herausforderungen

Regensburg ist, wie viele andere Städte auch, vom demografischen Wandel betroffen. Mit dem Ansteigen des Anteils älterer und hochbetagter Menschen wird auch der Bedarf an medizinischer Versorgung und Pflegebedürftigkeit in der Stadt zunehmen. Die Stadt muss auf diese sich verändernden Bedürfnisse reagieren, etwa durch den Ausbau von Seniorenfreundlichkeit, mobilen Gesundheitsdiensten, dem Ausbau barrierefreier Infrastruktur und generationenübergreifenden Projekten. Die Langzeitpflege steht durch den Rückgang der Pflege durch Angehörige vor enormen Herausforderungen, Kurzzeitpflegeplätze sind bereits heute nicht ausreichend verfügbar.

Die Herausforderungen des Gesundheitssystems, wie Fachkräftemangel und Überlastung der Infrastruktur, erfordern innovative Ansätze und die Stärkung des kommunalen Gesundheitsmanagements. Durch die Förderung der Gesundheitskompetenz und die Vernetzung und interdisziplinäre Zusammenarbeit, beispielsweise in der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz oder der Gesundheitsregionplus ist Regensburg auf einem guten Weg. Für das Gelingen des Auf- und Ausbaus nachhaltiger Strukturen sowie weiterer Unterstützungsformen für die ältere Generation wird das seniorenpolitische Gesamtkonzept künftig maßgeblich sein. Da die Stadtgesellschaft der Zukunft zudem auch vielfältiger und bunter wird, werden auch Initiativen zur interkulturellen Gesundheitsaufklärung, beispielsweise „Mit Migranten für Migranten“, zunehmend wichtiger.

Weitere Beispiele und Kennzahlen finden Sie im Zukunftsbarometer.

Weitere Informationen

Zukunftsbarometer Regensburg - Das interaktive Nachhaltigkeits-Dashboard

Zukunftsbarometer Regensburg

Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik

Michael Grein
R I Personal- und Verwaltungsreferat
Altes Rathaus
Rathausplatz 1
Zimmer: 32 d
93047 Regensburg

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