Ziel 10 - Weniger Ungleichheiten

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Nachhaltigkeit - Ziel 10 - Weniger Ungleichheiten Weniger Ungleichheiten -Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern © United Nations Department of Public Information

Global

Ungleichheit hat viele Gesichter. Die Partizipationschancen von Menschen hängen oft von ihrem Alter, Geschlecht, einer Behinderung, Herkunft, Ethnizität oder wirtschaftlichem Status ab. Ungleichheit zeigt sich unter anderem beim Zugang zu Bildung, bei der Gesundheitsversorgung aber auch bei der Teilhabe an gesellschaftlichen oder politischen Prozessen. Besonders ungleich verteilt auf der Welt ist das Vermögen. Laut dem Global Wealth Report 2023 von Credit Suisse und UBS besitzt das reichste Prozent der Weltbevölkerung etwa 44,5 Prozent des weltweiten Vermögens.

National

Auch in Deutschland ist die Vermögensungleichheit auf sehr hohem Niveau. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt etwa 29 Prozent, die reichsten zehn Prozent rund 67 Prozent des gesamten Vermögens. Migrantinnen und Migranten sowie Menschen mit Migrationshintergrund erleben in Deutschland oft Diskriminierung. Auch haben sie häufig schlechtere Chancen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt. Prekäre Arbeitsbedingungen sowie atypische Beschäftigungen nehmen in Deutschland seit Jahren zu. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2020 mehr als drei Millionen Erwerbstätige von relativer Armut bedroht. Das entspricht etwa acht Prozent der Erwerbsbevölkerung in Deutschland.

Regensburg

Große soziale Ungleichheiten können den Zusammenhalt der Gesellschaft gefährden. Der Abbau dieser Ungleichheiten hingegen stärkt den sozialen Zusammenhalt, fördert Chancengleichheit und das Vertrauen in Institutionen. Regensburg versteht sich als weltoffene und vielfältige Stadt. Hier leben Menschen aus über 150 Nationen zusammen, die die Gesellschaft und das Miteinander prägen und gestalten. Alle Menschen in Regensburg sollen gleiche Chancen erhalten, unabhängig von Geschlecht, kultureller und sozialer Herkunft, Nationalität, Behinderung, Religion oder Weltanschauung.

Erfreulich ist unter diesem Aspekt die Entwicklung der Einbürgerungen in Regensburg. Denn insbesondere durch die Einbürgerung werden Ausländerinnen und Ausländer zu gleichberechtigten Bürgerinnen und Bürgern Deutschlands mit allen Rechten deutscher Staatsbürger. Auch das Verhältnis der Beschäftigungsquote von Ausländerinnen und Ausländern zur Beschäftigungsquote in der Gesamtbevölkerung hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt: Von 77,8 Prozent im Jahr 2014 auf 87,6 Prozent im Jahr 2020. Die Schulabbrecherquote ausländischer Schülerinnen und Schüler im Vergleich zur Schulabbrecherquote der Gesamtbevölkerung hat sich in Regensburg im gleichen Zeitraum jedoch nicht signifikant verändert.

Unser Engagement

Relevante Teilziele von SDG 10 für deutsche Kommunen sind unter anderem die Förderung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Inklusion aller Menschen, die Gewährleistung von Chancengleichheit, die Durchführung von Maßnahmen zu mehr sozialer Gleichheit sowie die Erleichterung einer sicheren, regulären und verantwortungsvollen Migration. Folgende Beispiele zeigen eine Auswahl von Maßnahmen und Projekten, mit denen die Stadt Regensburg zum Erreichen dieser Teilziele beitragen möchte.


Integrationskonzept der Stadt Regensburg

Im Sommer 2023 hat der Stadtrat das neue Integrationskonzept verabschiedet, welches unter breiter Beteiligung der Stadtverwaltung, externer Fachleute, der lokalen Politik und Bürgerinnen und Bürger entwickelt wurde. Integration wird darin als zentrale, ressortübergreifende Aufgabe in der Regensburger Stadtverwaltung verankert. Ziel und Anspruch ist es, dass alle – ungeachtet ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Weltanschauung, ihrer Muttersprache, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Fähigkeiten – die gleichen Möglichkeiten erhalten, sich in die Stadtgesellschaft einzubringen und sich zu verwirklichen. Dieses Integrationsverständnis wird auch durch das neue Leitbild „Regensburg mit allen für alle“ unterstrichen.


Antidiskriminierungsstelle der Stadt Regensburg

Die Stadt Regensburg hat 2018 als freiwillige Leistung eine Antidiskriminierungsstelle eingerichtet. Grundlage ihrer Arbeit ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Ziel des Gesetzes ist es, rassistische Benachteiligungen und Benachteiligungen aufgrund der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Die Antidiskriminierungsstelle leistet Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit und berät gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle bei sexueller Belästigung. Ein wichtiger Pfeiler stellt zudem die Netzwerkarbeit mit anderen Stakeholdern im Bereich Antidiskriminierungsarbeit dar. Darüber hinaus leistet die Antidiskriminierungsstelle Erst- und Verweisberatung für in Regensburg lebende Menschen.


Inklusion bei der Stadt Regensburg

Seit 2016 verfügt die Stadt Regensburg über einen Inklusionsbeauftragten, der sich um die Belange der Menschen mit Behinderung kümmert. Ziel ist es, die gleichberechtigte Teilhabe der Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen unserer Stadt voranzubringen und gleichwertige Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderung zu verwirklichen. Außerdem fördert der Inklusionsbeauftragte das Einbeziehen von Menschen mit Behinderung in kommunale Entscheidungsprozesse und trägt damit zur Verbesserung inklusiver Lebensbedingungen für die knapp 24.000 Menschen mit Behinderung auf dem Stadtgebiet bei. Der Inklusionsbeauftragte leitet zudem die Geschäftsstelle des Inklusionsbeirats.


Inklusive Job-Messe

Die Stadt Regensburg engagiert sich, Menschen mit Behinderung in den so genannten „ersten Arbeitsmarkt“ zu integrieren. Im Rahmen der „Inklusiven Job-Messe“ – veranstaltet gemeinsam von Stadt Regensburg und dem Arbeitskreis Inklusiver Arbeitsmarkt – sollen Arbeit suchende und Unternehmen, Betriebe und Institutionen miteinander ins Gespräch kommen. Vor allem Menschen mit Behinderung, Teilnehmende an Wiedereingliederung, Schülerinnen und Schüler von Berufsförderungs- und Berufsbildungswerken, von Reha-Maßnahmen, von Förderschulen am Übergang von der Schule ins Berufsleben können sich an diesem Tag umfassend beruflich orientieren und mit Unternehmen der Region in Kontakt treten. Bei der Stadtverwaltung selbst beträgt der Anteil schwerbehinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter acht Prozent.


Regensburg App Integreat

In der App Integreat stellt die Stadt Regensburg in Kooperation mit der Tür an Tür – Digital Factory gGmbH die wichtigsten Informationen für einen guten Start in Regensburg bereit. Und das mehrsprachig in über 15 Sprachen. Die deutschen Texte sind in einfacher Sprache geschrieben, damit auch Menschen, die gerade erst Deutsch neu lernen, sie möglichst gut verstehen. Einige Beispiele für Fragen, die die App beantwortet: Wo bekomme ich Unterstützung und Beratung? Wie funktioniert das Asylverfahren? Wo kann ich Deutsch lernen? Wie finde ich Ausbildung und Arbeit? Wie kann ich studieren? Wie funktioniert die Gesundheitsversorgung?


Chancen und Herausforderungen

Kommunen können aktiv zur Verringerung von Ungleichheiten und zur Förderung von Chancengleichheit beitragen, indem sie Migrantinnen und Migranten, Menschen mit Behinderung sowie andere benachteiligte Gruppen unterstützen. Schon heute leben in Regensburg Menschen aus 150 Nationen. In der Stadtgesellschaft von morgen, die noch vielfältiger und bunter sein wird, wird es noch wichtiger, Räume für die gleich berechtigte Teilhabe aller zu schaffen. Die Bekämpfung von Diskriminierung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, Sensibilisierungsmaßnahmen zur Förderung von Empathie, aber auch Programme gegen Rassismus sind entscheidend, um eine inklusive Gesellschaft und einen respektvollen Umgang miteinander zu schaffen.

Besonders im Hinblick auf die zunehmende Altersdiversität wird in Regensburg auch der Bedarf älterer Menschen mehr Berücksichtigung finden müssen, etwa durch barrierefreie Infrastruktur. So werden von Ratgebern wie „Barrierefrei durch Regensburg“ des Inklusionsbeirates der Stadt Regenburg zukünftig auch andere Personenkreise profitieren. Ältere Menschen, besonders diejenigen aus sozial benachteiligten Gruppen, brauchen oft gezielte Unterstützung, um weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Durch ihre Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern können Kommunen bei der Förderung von Solidarität und Toleranz eine Schlüsselrolle einnehmen und entschieden gegen wachsenden Populismus und gesellschaftliche Spaltung eintreten. Das Ziel Regensburgs ist es, eine Gesellschaft zu gestalten, in der alle Mitglieder unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht oder anderen Merkmalen gleichberechtigt am Leben teilnehmen und sich in die Stadtgesellschaft einbringen können.

Weitere Beispiele und Kennzahlen finden Sie im Zukunftsbarometer.

Weitere Informationen

Zukunftsbarometer Regensburg - Das interaktive Nachhaltigkeits-Dashboard

Zukunftsbarometer Regensburg

Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik

Michael Grein
R I Personal- und Verwaltungsreferat
Altes Rathaus
Rathausplatz 1
Zimmer: 32 d
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