Ziel 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz
Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
Maßnahmen zum Klimaschutz
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United Nations Department of Public InformationGlobal
Auf der Pariser Klimakonferenz COP 21 hat sich die Staatengemeinschaft im Jahr 2015 erstmals völkerrechtlich verbindlich darauf geeinigt, die Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst unter 1,5 Grad, gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Laut UN steuert die Welt aktuell jedoch auf einen Temperaturanstieg von 2,7 Grad Celsius zu. Laut EU -Klimawandeldienst Copernicus lag die weltweite Durchschnittstemperatur im Jahr 2023 bereits bei 1,48 Grad über dem vorindustriellen Mittel. Für das Jahr 2024 prognostiziert Copernicus eine durchschnittliche Temperatur um 1,55 Grad über dem weltweiten vorindustriellen Mittel.
National
Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Bereits bis 2030 wird eine Reduktion der Treibhausgase um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 angestrebt. Laut Umweltbundesamt sanken die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2023 um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was dem höchsten Rückgang der Emissionen seit mehr als 30 Jahren entspricht. Laut Umweltbundesamts seien die nationalen Klimaziele bis 2030 erreichbar. Insgesamt wurden 2023 in Deutschland rund 673 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt.
Regensburg
In Anlehnung an den European Green Deal hat die Stadt Regensburg im April 2021 den „Green Deal Regensburg“ ausgerufen. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2030 soll die Stadtverwaltung und bis 2035 die Gesamtstadt klimaneutral werden. Die Stadt möchte mit dem Green Deal Regensburg ihre Klimastrategie sichtbar machen und eine aktive Rolle bei dem weltweit stattfinden den Transformationsprozess einnehmen.
Durch den Klimawandel werden Extremwetter wie Starkregen, Hitze und Trockenheit auch in der Domstadt immer häufiger. Zuletzt musste die Stadt Regensburg im Juni 2024 den Katastrophenfall aufgrund eines Hochwasserereignisses ausrufen. Aktuell liegen die Treibhausgasemissionen im gesamten Stadtgebiet bei rund 1,25 Millionen Tonnen, dies entspricht etwa 7,1 Tonnen je Einwohnerin und Einwohner. Im Vergleich zu 1990 konnten bisher 42 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Um die ehrgeizigen städtischen Klimaziele bis 2030 zu erreichen, ist eine weitere Reduktion der aktuellen Emissionen um 38,8 Prozent notwendig. Ohne konsequente Gegenmaßnahmen und politische Entschlossenheit laut Klimareport 2021 des Freistaates Bayern ist in der Donauregion mit einem durchschnittlichen Temperaturanstieg von bis zu 3,8 Grad Celsius im Jahr 2100 gegenüber dem Referenzzeitraum 1971 bis 2000 auszugehen.
Unser Engagement
Relevante Teilziele von SDG 13 für deutsche Kommunen sind unter anderem die Stärkung der Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit gegenüber klimawandelbedingten Gefahren und Naturkatastrophen, die Einbeziehung von Klimaschutzmaßnahmen in Politik und Strategien sowie die Verbesserung der Kommunikation und personellen Kapazitäten im Bereich des Klimaschutzes. Folgende Beispiele zeigen eine Auswahl von Maßnahmen und Projekten, mit denen die Stadt Regensburg zum Erreichen dieser Teilziele beitragen möchte.
Im Jahr 2022 wurde die Stadt Regensburg erstmals für ihre Anstrengungen und Fortschritte in den Bereichen Energie und Klimaschutz mit dem European Energy Award (EEA) ausgezeichnet. Der European Energy Award ist ein europaweit anerkanntes Qualitätsmanagementsystem, welches alle Maßnahmen einer Kommune in den Bereichen Energie und Klimaschutz strukturiert erfasst, bewertet, regelmäßig überprüft und schließlich steuert. Für eine Zertifizierung mit dem Award muss eine Kommune mindestens 50 Prozent der geforderten Kriterien erfüllen. Die Stadt Regensburg erreichte bei Ihrem ersten Audit 2022 66,3 Prozent. Für die Stadt Regensburg ist der EEA von großer Bedeutung, da er nicht nur die bisher erzielten Erfolge anerkennt, sondern auch einen klaren Handlungsrahmen für zukünftige Maßnahmen liefert.
Mit der Gründung der Energieagentur Regensburg e. V. setzten Stadt und Landkreis Regensburg gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Industrie schon im Jahr 2009 ein klares Zeichen für die Energiewende und den Klimaschutz.
Ziel der Einrichtung ist die Mobilisierung des regionalen Energieeinsparpotenzials, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die verstärkte Nutzung heimischer Ressourcen zur Energieerzeugung. Den Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Kommunen steht die Agentur für Fragen rund um Energie und Klimaschutz als neutraler Ansprechpartner zur Verfügung. Im Verein der Energieagentur haben sich aktuell ca. 180 Netzwerkpartner aus Wirtschaft, Wissenschaft und der öffentlichen Hand formiert. Auch die Steuerung des „Green Deal Regensburg“ wurde der Energieagentur übertragen.
Schon früh hat sich die Stadt Regensburg mit dem Thema Klimaanpassung beschäftigt. Um die zahlreichen Aktivitäten in dem Bereich zusammenzutragen, wurde 2018 ein Klimaresilienzmanagement eingeführt. Ziel der Stabsstelle ist es, bereits laufende Maßnahmen und Projekte zur Stärkung der Klimaresilienz zu erfassen, durch eine Gesamtstrategie zu koordinieren und partizipativ neue Aktivitäten anzustoßen. Neben einer Klimaresilienzstrategie, einem Hochwasserschutzkonzept, einem Starkregen- und Hitzemanagement wurden die Broschüren „Wassersensibel planen und bauen in Regensburg“ zum Objektschutz und „Starkregenvorsorge – Empfehlungen für Planung und Umsetzung“ als Planungshilfe erstellt. Im Jahr 2023 wurde eine Thermalbefliegung im Stadtgebiet durchgeführt und 2024 wurde die Stadtklimaanalyse aus dem Jahr 2014 zum besseren Verständnis der Klimaresilienz aktualisiert.
Im Auftrag der Stadt und der Baugenossenschaft Margaretenau wurde im Rahmen der KfW-Förderung 432 „Energetische Stadtsanierung“ durch das Büro Luxgreen Climadesign ein Energetisches Quartierskonzept für die Sanierung des Baubestandes der Genossenschaft er arbeitet. Ziel der Sanierung ist es, die Margaretenau bis zum Jahr 2030 zu einem CO2 neutralen Stadtquartier umzuwandeln und dabei gleichzeitig die gestalterische Eigenart zu bewahren, ohne die Bewohnerinnen und Bewohner wirtschaftlich zu überlasten. Maßgeblich zur Zielerreichung beigetragen haben Forschungsgruppen der OTH Regensburg. Das Sanierungs-Projekt wurde unter anderem mit dem Bundespreis Umwelt & Bauen 2021 ausgezeichnet. Ein weiteres energetisches Sanierungsprojekt, bei dem die Baugenossenschaft Margaretenau und die Stadt Regensburg zusammenarbeiten, ist die Sanierung des Ensembles „Eisbuckel“.
Rund ein Drittel des Endenergieverbrauchs in Regensburg entfällt auf Privathaushalte. Daher unterstützt die Stadt Regensburg die Bürgerinnen und Bürger bei der energetischen Gebäudesanierung. Förderfähig ist unter anderem der Einsatz von ökologischer Wärmedämmung mit nachwachsenden Rohstoffen sowie der Einbau von Holz-Alu-Fenstern, Holzfenstern und -außentüren. Im Fokus der Förderung „Gebäudehülle“ des Förderprogramms „Regensburg effizient“ steht das Absenken der Betriebsenergie und der sogenannten „Grauen Energie“, also der Energie, die für die Herstellung der Baustoffe, für den Bauprozess, die Instandhaltung oder die Entsorgung von Gebäuden und Bauteilen aufgewendet werden muss.
Chancen und Herausforderungen
In den letzten drei Jahrzehnten ist die Bevölkerung Regensburgs um fast 40.000 auf über 177.000 Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen. Dies ging einher mit dem Trend zu kleineren Haushalten und größeren Wohnflächen, was zu einem Anstieg des Energieverbrauchs privater Haushalte führt. Umso wichtiger sind daher Energieeffizienz- und Energiesparmaßnahmen so wie städtische Zuschüsse für individuelle Klimaschutzbemühungen. Um den Energieverbrauch privater Haushalte zu senken, bietet die Stadt Regensburg vielfältige Fördermöglichkeiten, von der Gebäudesanierung über energieeffiziente Haushaltsgeräte bis hin zur Förderung von Photovoltaikgeräten, und baut diese kontinuierlich aus. Gleichzeitig müssen Bestandsquartiere fortlaufend energetisch saniert werden und Neubaugebiete konsequent anhand von Kriterien der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit geplant werden.
Auch die Sanierung der eigenen kommunalen Gebäude ist Voraussetzung zum Erreichen der Klimaziele. Alleine durch die Sanierung des Neuen Rathauses, die im Jahr 2024 begonnen wurde, können jährlich rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden. Darüber hinaus muss die Stadt aktiv Maßnahmen ergreifen, um sich gegen die negativen Folgen des Klimawandels zu wappnen. Dies betrifft insbesondere die Anpassung der Infrastruktur an sich verändernde Niederschlagsmuster und mögliche Hochwasser sowie den Umgang mit Hitzewellen und die Verringerung der Hitzebelastung in den Sommermonaten.
Weitere Beispiele und Kennzahlen finden Sie im Zukunftsbarometer.
Weitere Informationen
Zukunftsbarometer Regensburg - Das interaktive Nachhaltigkeits-Dashboard
Zum Herunterladen
Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik
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