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Altenpflegeeinrichtungen in Regensburg

Gut aufgestellt für die Corona-Krise

Die Altenpflegeeinrichtungen im Stadtgebiet sind bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen, nicht zuletzt dank guter Hygiene- und Abstandskonzepte, ausreichend Schutzausrüstung und natürlich dank des Einsatzes des Personals, das sich trotz erschwerter Arbeitsbedingungen mit großem Engagement für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner eingesetzt hat.

Altenpflegeeinrichtungen 1Gemeinsam mit ihrer Kollegin Roswitha Zacherl begleitet Silvia Berthold die Heime durch die Pandemie © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Zu diesem Ergebnis kommt Silvia Berthold, die Leiterin der „Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht“ (FQA), kurz Heimaufsicht, und in Zeiten der Pandemie auch Pflegeleiterin der Führungsgruppe Katastrophenschutz. Gemeinsam mit einer Kollegin kontrolliert, berät und begleitet sie die Alten- und Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet bei ihrer täglichen Arbeit. Speziell zu Zeiten der Pandemie eine anspruchsvolle Aufgabe!

27 stationäre Einrichtungen für Senioren, Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen gibt es in Regensburg. Rund 2.000 Personen werden dort betreut von etwa 1.800 Beschäftigten. In der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 hatte kein einziges Heim ein Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen. Erste Infektionen traten im Nachgang zur Ferienzeit auf. Silvia Berthold identifiziert dafür mehrere Ursachen: „Die Menschen waren damals aufgrund des niedrigen Infektionsgeschehens ein bisschen sorgloser geworden und das Reisegeschehen hat ein Übriges dazu getan, dass die Infektionen insgesamt wieder zunahmen. Die Heime hatten ihre ganz strengen Schutzkonzepte aus der ersten Welle gelockert und zugleich bestand noch nicht die Möglichkeit, umfangreich und schnell zu testen.“

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Silvia Berthold hofft, dass bald wieder Normalität in den Alltag der Heime einkehren kann © Bilddokumentation Stadt Regensburg

„Die Heime haben einen guten Job gemacht“

Dennoch bekamen die Heime die Infektionen relativ schnell in den Griff. „Alle Heime in Regensburg haben einen wirklich guten Job gemacht“, attestiert auch die für Senioren zuständige Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. „Es gab hohe Anforderungen an die Hygienestandards und individuelle Infektionsschutzkonzepte, die aber durchweg akkurat umgesetzt wurden.“ So konnte das Ausbruchsgeschehen in den meisten Fällen rasch unter Kontrolle gebracht, auf einzelne Wohngruppen beschränkt und dadurch vermieden werden, dass Pflegepersonal von extern rekrutiert oder Einrichtungen sogar geschlossen werden mussten.

Denn immer ging es ja auch darum, das richtige Maß zu finden zwischen Infektionsschutz und dem lebenswichtigen Bedürfnis nach sozialen Kontakten. „Es war wirklich nicht einfach, in diesem Spannungsfeld die richtige Balance zu finden“, konstatiert Berthold. Dennoch hätten die meisten Heime sehr individuelle und kreative Konzepte gefunden, um beiden Seiten gerecht zu werden. Das reichte von technischen Lösungen, wie beispielsweise Videokonferenzen, auf der einen Seite bis zu virensicheren Besucherboxen, die auch Personen ohne aktuellen Coronatest Kontakt zu den Angehörigen ermöglichten.

Glücklicherweise verliefen viele der Infektionen bei den Bewohnerinnen und Bewohnern so milde, dass nur wenige und medizinisch wirklich notwendige Fälle in den städtischen Kliniken behandelt werden mussten. Die Versorgung der weniger schwer erkrankten Patienten übernahmen die Einrichtungen selbst, die damit natürlich auch für die behördlich angeordnete Quarantäne sorgen mussten. Dennoch müssen nach der offiziellen Zählung des Gesundheitsamtes 30 Todesfälle unter den Heimbewohnerinnen und –bewohnern verzeichnet werden. „Strittig dabei bleibt natürlich immer, ob der Tod mit oder durch Corona eingetreten ist“, erklärt Silvia Berthold, denn in vielen Fällen habe es sich um hochbetagte und mehrfach vorerkrankte Personen gehandelt.

Impfungen abgeschlossen

Mittlerweile sind alle Heime im Stadtgebiet durchgeimpft. Organisatorisch ein Riesenaufwand, nicht nur deswegen, weil umfangreiche Aufklärungsbögen ausgefüllt und unterschrieben werden mussten, sondern auch deshalb, weil die Impfkampagne wegen der ausbleibenden Lieferungen immer wieder ins Stocken geriet. Pflegekräfte und Bewohner, die noch nicht geimpft sind, können jederzeit einen Termin im Impfzentrum vereinbaren.

Selbst wenn die Impfungen jetzt mehr Sicherheit garantieren, Test- und Registrierungspflicht für die Besucher werden vorerst erhalten bleiben. „Die Auflagen sind nach wie vor leider recht umfangreich“, fasst Berthold zusammen. Aber auch wenn das Maskengebot weiterhin gilt und Abstandsregelungen und Hygienevorschriften eingehalten werden müssen – es gibt jetzt in allen Heimen Lockerungen, die das Leben und das Miteinander dort einfacher und angenehmer machen. So können wieder gruppenübergreifende Angebote stattfinden, Speisesäle und Therapiegruppen öffnen und Besuchsregelungen ausgeweitet werden.

„Jetzt müssen wir abwarten, wie gut die Impfungen anschlagen“, sagt Silvia Berthold. Wenn dann die Mutationen keinen Strich durch die Rechnung machen, allen Angehörigen ebenfalls ein Impfangebot gemacht werden kann und wissenschaftliche Belege dafür existieren, dass von Geimpften keine Ansteckungsgefahr ausgeht, dann kann das Pandemiegeschehen hoffentlich so eingedämmt werden, dass wieder Normalität einkehren kann.

Text: Dagmar Obermeier-Kundel