Das Team, das Regensburg zum Leuchten bringt
Vom 12. bis 22. März 2026 leuchtet die Regensburger Altstadt wieder – das Lichterfestival RE.LIGHT geht in die zweite Runde. Doch wer ist eigentlich für das Spektakel verantwortlich?
Im März 2026 findet das RE.LIGHT Festival wieder statt.
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Bilddokumentation Stadt Regensburg23. Januar 2026
Wenn in Regensburg groß gefeiert wird, dann stehen die Chancen nicht schlecht, dass ein ganz bestimmtes städtisches Team dahintersteckt. Egal ob Bürgerfest, Jazzweekend, RE.LIGHT Festival, Kulturpreis oder Krippenweg – ohne sie liefe hier gar nichts: Markus Riepl, Dennis Eisen und die Werkstudentinnen Lea Kirsch und Julia Forster stellen unter Leitung von Markus Apfelbacher und Daniela Laudehr das Veranstaltungsteam des Kulturamts und damit das organisatorische Rückgrat all dieser Events.
In den fröhlich-kreativen Büros des Teams herrscht derzeit reges Treiben. Kein Wunder – schließlich geht das RE.LIGHT Festival in nur wenigen Wochen in die zweite Runde. Nach dem überragenden Erfolg der Premiere des Lichterfestivals im März 2024 mit rund 150.000 Besucherinnen und Besuchern ist nun die Messlatte hoch und die To Do-Liste des Veranstaltungsteams lang.
Programm für RE.LIGHT 2026 steht bereits
Gemeinsam mit der slowenischen Kuratorin Nika Perne hat das Team inzwischen alle Kunstschaffenden ausgewählt, die Teil der zweiten Auflage sein sollen, welche vom 12. bis 22. März 2026 stattfinden wird. „Wir haben im Vorfeld viele andere Lichtfestivals besucht, um uns dort Kunstwerke anzusehen und zu überlegen, ob sie zu Regensburg passen“, berichtet Markus Riepl. „Als Mitglieder des ‚ILO‘ Netzwerks, einem internationalen Zusammenschluss von Lichtkunstfestivals, haben wir hier einen exklusiven Zugang, können die Kunstschaffenden kennenlernen und auf eine Künstlerdatenbank zugreifen.“ Dieser Austausch ist für das Team sehr wertvoll, denn Lichtkunstwerke wirken im echten Leben oft ganz anders als auf Fotos und Videos.
Neben einer Vielzahl an selbst ausgewählten Kunstwerken wurden für drei bestimmte Spielorte auch Wettbewerbe veranstaltet: „Bereits im Frühsommer lief der Open Call für die Bespielung des Obermünsterviertels, des Hauses der Bayerischen Geschichte und des Neupfarrplatzes“, erklärt Lea Kirsch. Inzwischen wurden die überzeugendsten Einreichungen ausgewählt und die Gewinner des Wettbewerbs verständigt. Auf diese Weise konnte das Team für das kommende RE.LIGHT Festival wieder ein spannendes Programm auf die Beine stellen, bei dem sich kein einziges Kunstwerk aus der Premiere wiederholen wird.
Diese Köpfe stecken hinter RE.LIGHT: Markus Riepl, Lea Kirsch und Dennis Eisen (v. l.)
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Bilddokumentation Stadt RegensburgNeue Route, neue Highlights
„Auch die Route haben wir angepasst – etwa die Hälfte der beleuchteten Orte ist neu“, verrät Dennis Eisen. „Beispielsweise die Spitalkirche oder das Obermünsterviertel wurden letztes Mal nicht bespielt.“ Ein Highlight soll die Minoritenkirche werden, wo 150 Spiegel von der Decke hängen, passend zur Musik angestrahlt werden und die Lichter dann in einer eindrucksvollen Choreografie widerspiegeln. Einige Kunstwerke werden in Regensburg sogar Premiere haben, so beispielsweise am Haus der Bayerischen Geschichte, an der Steinernen Brücke, im Thon-Dittmer Palais oder am Neupfarrplatz, wo ein Werk mit starkem Regensburg-Bezug gezeigt wird.
„Inzwischen ist alles weitgehend geplant und wir gehen in die heiße Phase der Produktion“, erklärt Riepl. „Das heißt, wir erarbeiten zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern die konkrete technische Umsetzung der einzelnen Werke vor Ort, erstellen das Sicherheitskonzept, verstärken die Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr.“ Dabei sind Absprachen mit verschiedensten Stellen nötig, unter anderen mit der Denkmalpflege, dem Ordnungsamt, Gartenamt, Umweltamt, Wasserwirtschaftsamt oder der Polizei. Nur in enger Abstimmung mit den jeweiligen Verantwortlichen kann das Veranstaltungsteam die einzelnen Kunstwerke umsetzen.
In enger Zusammenarbeit mit den Künstlern wird an der Installation der Lichtkunstwerke getüftelt.
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Bilddokumentation Stadt RegensburgUnd dennoch: egal wie gut die Planung vorab war – bei vielen Kunstwerken zeigt sich erst wenn es konkret an die Installation geht, ob die Anbringung und Ausführung der Lichtkunstwerke vor Ort auch so klappt, wie vorgesehen. „Wir arbeiten ja oft an denkmalgeschützten oder sehr prominenten Bauwerken mit großer Bedeutung für die Stadt – das macht es natürlich doppelt spannend“, so Riepl. „Für die Aufhängung von langen Deckentraversen in der Minoritenkirche brauchten wir letztes Mal beispielsweise eine statische Berechnung und einen möglichst leichten Hubsteiger, um den Boden der Kirche nicht zu überlasten. Wir haben Lastverteilungsplatten ausgelegt, alles abgesichert und waren am Ende heilfroh, dass alles wie geplant funktioniert hat.“
Spannend war 2024 auch die Errichtung der Leuchtelemente auf den Eisbrechern der Steinernen Brücke. „Wir haben uns vorab historische Hochwasserdaten angeschaut und wussten so, wie hoch das jeweilige Risiko der Überspülung auf den verschiedenen Ebenen ist. Am Ende war klar, dass wir selbst auf dem höchsten Standort der Eisbrecher noch ein zehnprozentiges Risiko für Hochwasser haben“, berichtet Eisen. Das Team entschied sich dennoch dafür und wurde auch hier für seinen Mut belohnt.
Technisches Know-How im Haus
Dank ihrer Ausbildung und Spezialausrüstung können die Veranstaltungstechniker einen Großteil der Arbeiten selbst ausführen.
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Bilddokumentation Stadt RegensburgImmer wieder Lösungen für neue Herausforderungen zu finden, ist Teil des Jobs des Veranstaltungsteams – und dafür scheinen sie wie gemacht: Als gelernte Veranstaltungstechniker haben Markus Riepl und Dennis Eisen viel technisches Know-How, spezielle Führerscheine und passende Ausrüstung. „Aufgrund des hohen Workloads haben wir zwar Unterstützung durch externe Techniker und manche Künstler haben auch ihre eigene Technik dabei, aber tatsächlich machen wir beim RE.LIGHT nicht nur die Planung, sondern auch einen Großteil der Umsetzung selbst“, erzählen die Tüftler.
Positive Energiebilanz
Nicht nur durch die hohe Eigenleistung ist das RE.LIGHT kostengünstiger als andere Großveranstaltungen: „Wir hören oft, dass es unökonomisch wäre, so viel Strom für die Lichtkunstwerke zu verbrauchen. Tatsächlich haben wir aber konkrete Zahlen, die belegen, dass wir durch das RE.LIGHT unterm Strich sogar Strom einsparen. Denn die 15.000 Menschen, die jeden Abend in die Stadt kommen, um das Festival zu besuchen, sind währenddessen ja alle nicht zu Hause und verbrauchen dort dementsprechend auch keinen Strom“, lacht Riepl.
Bis es so weit ist, stehen dem Team aber noch einige stressige Wochen bevor. Je näher das Festival rückt, umso größer wird auch die Unterstützung durch Kolleginnen und Kollegen, bis dann in den letzten Tagen vor und während des RE.LIGHT quasi das gesamte Kulturamt mithilft, um die Veranstaltung gut über die Bühne zu bringen. Wenn dann am Ende des Festivals die Lichter ausgehen, sitzen Markus Riepl, Dennis Eisen und Lea Kirsch im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais, stoßen auf eine hoffentlich gelungene Zeit an und lassen ihr Werk Revue passieren. Zeit zum Durchatmen bleib danach aber nicht lang, denn „nach dem Fest ist vor dem Fest – schließlich steht im Juli ja bereits wieder das Jazzweekend an“, schmunzelt Eisen.
Text: Kristina Kraus

