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Mehr Fahrradstraßen in Regensburg

Im Sommer 2019 wurden mit der Holzländestraße und der Hemauerstraße die ersten Fahrradstraßen in Regensburg geschaffen. Im Juli 2020 kamen die Blumenstraße und der Bienenheimweg hinzu. Nach guten Erfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten wird das Netz nun ausgeweitet.

Fahrradstraße Bodenaufkleber
Das Netz an Fahrradstraßen in Regensburg wird ausgeweitet. © Stadt Regensburg, Thomas Großmüller

19. August 2020

Fahrradstraßen gibt es in der Straßenverkehrsordnung schon seit über zwanzig Jahren. Zunächst haben die Kommunen dieses Instrument der Radverkehrsförderung nur sehr zögerlich eingesetzt, inzwischen sind Fahrradstraßen aber in vielen Städten verbreitet. Neuerdings wurden, nach Bremer Vorbild, sogar Fahrradzonen in die StVO aufgenommen.

In Fahrradstraßen gilt als zulässige Höchstgeschwindigkeit 30 km/h, aber die Radlerinnen und Radler bestimmen das Tempo. Autos dürfen sie weder bedrängen oder gar zu dicht überholen. Fahrräder dürfen hier nebeneinander fahren, das macht das Radeln gerade für Gruppen und Familien besonders sicher und attraktiv. Zwar sind echte Fahrradstraßen dem Grunde nach eigentlich dem Radverkehr vorbehalten, durch Zusatzbeschilderung können jedoch Kfz zugelassen werden, das ist der Regelfall und gilt auch in allen Regensburger Fahrradstraßen. Zum Teil wird der Kfz-Verkehr jedoch auf den Anlieger-Verkehr begrenzt.

Fahrradstraße - Hemauerstraße
Die Hemauerstraße ist bereits seit dem Sommer 2019 Fahrradstraße. © Stadt Regensburg, Thomas Großmüller

Mehr Verkehrssicherheit, weniger Unfälle

Fahrradstraßen bündeln den Radverkehr auf sicheren und attraktiven Routen im Nebenstraßennetz. Radler nehmen dann kleinere Umwege in Kauf, wenn sie dabei Hauptverkehrsstraßen meiden können. Außerdem wird regelmäßig beobachtet, dass das nicht erlaubte Gehwegradeln durch Fahrradstraßen zurückgeht, wovon wiederum Fußgänger profitieren. In Fahrradstraßen beruhigt sich der Verkehr durch die Präsenz des Radverkehrs. Autofahrer fahren langsamer oder meiden diese Straßen zunehmend.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Fahrradstraßen nur dort eingesetzt werden dürfen, wo der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies alsbald zu erwarten ist. Daher führt die Stadt Regensburg vorab Zählungen in den Straßen durch, die als Fahrradstraßen infrage kommen. In der Regel befinden sich Fahrradstraßen in Wohngebieten oder im Zuge von wichtigen Radrouten. In überörtlichen Straßen oder Hauptverkehrsstraßen sind Fahrradstraßen nicht zulässig, aber auch wegen der dort in der Regel vorhandenen Radwege nicht erforderlich.

Neue Fahrradstraßen in Regensburg

Bereits im Juli hat die Stadt Regensburg die für den Radverkehr wichtige Blumenstraße und den Bienenheimweg als Fahrradstraße beschildert. Beide Straßen liegen in unmittelbarer Verlängerung zur Hemauerstraße und bilden gemeinsam eine wichtige Ost-West-Verbindung vom Hauptbahnhof zum Candis, zum Hohen Kreuz und zu den großen Arbeitgebern an der Siemensstraße. Längerfristig soll diese Route nach Westen über den neu entstehenden Park im Dörnberg-Viertel bis nach Prüfening verlängert werden.

Ende August wird das Schwabelweiser Donauufer zu einer Fahrradstraße. Die Straße ist Teil des Donauradwegs und des Bayernnetzes für Radler. Zählungen haben gezeigt, dass hier etwa zehn Mal so viele Fahrräder wie Kfz unterwegs sind. Zukünftig wird hier nur noch Anliegerverkehr zugelassen sein. So können zum Beispiel auch Kirchenbesucher oder Mitglieder des Anglerbundes nach wie vor zufahren. Auch die Anfahrt zur Grünsammelstelle ist berechtigt erreichbar.

Fahrradstraße - Schild Blumenstraße
Ein Schild in Signalfarben weist auf die Fahrradstraßenregelung in der Blumenstraße hin. © Stadt Regensburg, Thomas Großmüller

Folgende Fahrradstraßen werden ab dem Herbst 2020 ausgewiesen:

Ostengasse
Seitdem die Durchfahrt am Museum der Bayerischen Geschichte für Kfz nicht mehr möglich ist und auch der Busverkehr herausgenommen wurde, hat die Ostengasse für den Kfz-Verkehr nur noch eine untergeordnete Bedeutung – nicht jedoch für den Radverkehr.

Prebrunnstraße / Am Prebrunntor
Hier wird die Fahrradstraße in der Holzländestraße nach Westen bis zur Gumpelzhaimerstraße verlängert, so dass eine Lücke zwischen Hochweg und Donau bzw. nördliche Altstadt geschlossen wird. 

Am Europakanal
Schon heute ist der Straßenzug zwischen Pfaffensteiner Brücke/Wehr und Regentalradweg bei Radlerinnen und Radlern sehr beliebt: wenig Autos, keine Ampeln, schöne Aussicht. Der Straßenzug soll auch Teil einer Hauptradroute werden. 

Weichser Damm
Die kurze Straße liegt zwischen dem Reinhausener Damm und dem Schwabelweiser Weg. Zwar führt der Donauradweg heute noch in Weichs über die Johannissstraße, doch am Ostende der Straße Weichser Damm soll der schmale Weg in der kleinen Grünfläche verbreitert und asphaltiert werden. So können Radfahrerinnen und Radfahrer zukünftig auf einer längeren Strecke den Blick auf die Donau genießen und müssen sich nicht den Raum mit Kfz teilen.

Andreasstraße
Die Andreasstraße in Stadtamhof ist eine sehr wichtige Verbindung, um vom Stadtnorden oder Lappersdorf über die Protzenweiherbrücke und den Grieser Steg in die Stadt zu kommen bzw. die wichtigen Ziele im Stadtsüden (Hochschul-Campus, Tech-Campus, FOS/BOS) oder den Hauptbahnhof zu erreichen. Auch hier sprechen die Verkehrszahlen eine eindeutige Sprache: Der Kfz-Anteil macht nur 25 Prozent aus, drei Viertel sind Radler.

Karthauserstraße
Viele Studierende wohnen in Königswiesen und radeln täglich zum Hochschul-Campus über die Route Erzbischof-Buchberger-Allee, Nibelungenstraße, Karthauserstraße, Ludwig-Thoma-Straße. In dem Abschnitt zwischen Theodor-Storm-Straße und Ludwig-Thoma-Straße geht es besonders eng zu. In der Wohnstraße führen durchfahrende Kfz immer wieder zu Konflikten. Schleichverkehr zu den Hochschulen und zum Bezirksklinikum soll zukünftig durch eine Anlieger frei-Regelung auf das Hauptstraßennetz verlagert werden.

Vor der Einführung einer neuen Fahrradstraße werden die Anlieger mit Faltblättern über die anstehende Änderung der Beschilderung informiert. Erstmals an der Blumenstraße wurde zudem eine große Informationsstelle aufgestellt, die die wichtigsten Aspekte und Veränderungen veranschaulicht.

Text: Thomas Großmüller, Nahmobilitätskoordinator, und Katrin Butz