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LED-Sanierungskonzept geht auf

Geringer Stromverbrauch, höhere Lebensdauer, verbesserte CO2-Bilanz und die Vermeidung von Lichtverschmutzung – diese vier Ziele bilden die Grundlage der städtischen Initiative zur energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung mit Hilfe von LED-Technik. Sie startete 2009 und hat die Zahl der LED-Lampen in der Stadt auf 6 205 Stück erhöht (Stand Mai 2019).

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Die Straßenbeleuchtung (hier die Ratisbona Altstadtleuchte) wirkt sich ganz erheblich auf das nächtliche Erleben einer Stadt aus. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

10. Dezember 2019

Gerade in der Vorweihnachtszeit spielt das Thema Licht eine wichtige Rolle. Lichterschmuck in den eigenen vier Wänden verwandelt das zu Hause in eine gemütliche Stube – in den Straßen der Altstadt läutet er, für alle sichtbar, die Adventszeit ein. Doch Licht im öffentlichen Raum hat auch andere Aufgaben zu erfüllen: Es sorgt neben der Ästhetik vor allem für Sicherheit und Sichtbarkeit. Dies führt natürlich zu einem gewissen Stromverbrauch. Vor zehn Jahren, im Jahr 2009, begann die Stadt daher mit der energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung.

LED-Sanierung in Zahlen

2008, also vor der Umrüstung auf LED-Technik, lag der jährliche Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung bei 6,41 Gigawattstunden. Elf Jahre und über 6 000 LED-Lampen später liegt der Jahresverbrauch bei nunmehr 5,69 Gigawattstunden. Ohne den Einsatz der LED-Technik würde der jährliche Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung bei etwa 7,38 Gigawattstunden liegen. Diese Einsparung von rund 1,69 Gigawattstunden entspricht etwa 169 000 Stadtrundfahrten mit dem Emil.

LED-Sanierungskonzept 6Der Gesamtjahresstromverbrauch ohne und mit LED-Einsatz © Stadt Regensburg, Tiefbauamt

Die neuen Leuchten haben dabei die Quecksilberdampfhochdrucklampen (mittlerweile sind sie EU-weit vom Markt genommen) vollständig und die Leuchtstofflampen um fast 50 Prozent ersetzt. Aktuell werden 18 912 Lampen auf 419 Straßenkilometern betrieben (Stand Mai 2019). Dabei werden über 32 Prozent der Leuchten mit LED-Technik betrieben. Die Stadt treibt die Umrüstung kontinuierlich voran, sodass bis 2023 voraussichtlich mehr als 60 Prozent aller Straßenleuchten in Regensburg mit LED-Technik ausgerüstet sein werden.

LED-Sanierungskonzept 5Anteil an LED-Leuchten im öffentlichen Raum (in Prozent) © Stadt Regensburg, Tiefbauamt

Auslöser für die Umgestaltung

Das Jahr 2008 war das „Lichtjahr“, in dem vor allem folgende zwei Ereignisse eine Wende in der Regensburger Beleuchtungshistorie einläuteten: Zum einen hat der Stadtrat den „Stadtlichtplan Regensburg“ im Oktober beschlossen. Dahinter steht ein ganzheitliches Beleuchtungskonzept, das sowohl die Sicherheit der Bürger als auch die ästhetischen Qualitätsanspruch berücksichtigt. Zum anderen lobte im Juli 2008 das Bundesumweltministerium zusammen mit der KfW-Bankengruppe und dem Umweltbundesamt den Wettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“ aus. Die Stadt entschloss sich, in Zusammenarbeit mit der Firma OSRAM Opto Semiconductors Regensburg, ein Pilotprojekt mit Ratisbona-Altstadtleuchten als Wettbewerbsbeitrag anzubringen. Es sollte klären, ob eine Umrüstung der Leuchten in der historischen Altstadt auf LED-Technik im Rahmen des Stadtlichtplans nicht nur energieeffizient, sondern auch praxistauglich und vor allem altstadtgerecht möglich wäre. Dabei sollte ein neuer LED-Lampenprototyp insgesamt 250 verbrauchsintensive Quecksilberdampflampen ersetzen und den Energiebedarf sowie die CO2-Emission um mehr als die Hälfte reduzieren. Regensburg erhielt für diesen Wettbewerbsbeitrag den ersten Preis in der Kategorie „Sanierung in Großstädten mit 100 000 bis 500 000 Einwohnern“. Das sicherte der Stadt zusätzliche Fördermittel im Rahmen der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung für die Umsetzung des Lichtkonzepts in der Altstadt.

Während 2008 lediglich 0,2 Prozent aller Leuchten auf LED-Basis funktionierten, waren es im Mai 2019 bereits 32,81 Prozent. Bis 2023 sollen es über 60 Prozent sein.

Energiebericht 2019

Das dargestellte LED-Sanierungskonzept ist nur ein Beitrag, den hohen Energiebedarf, der in einer Kommune anfällt, kontinuierlich zu senken. Im aktuellen Energiebericht der Stadt Regensburg werden weitere Maßnahmen und Anstrengungen aufgezeigt, die dieses Ziel verfolgen. Der Bericht macht deutlich, welche Leitgedanken hinter dem städtischen Handeln stehen und wie die Fachbereiche, bei denen ein hoher Energiebedarf anfällt, ein einmal erreichtes, niedriges Verbrauchsniveau zu halten beziehungsweise weiter zu senken versuchen.

Text: Tatjana Setz, Franz Wimmer