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Willkommen im Club der Vorzeige-Athleten – Auswahl für das Team Regensburg

Seit 2017 schmückt sich die Stadt Regensburg mit ihren Vorzeige-Athleten. Ein eigenes, sportartübergreifendes Team Regensburg verschafft Nachwuchssportlerinnen und -sportlern mehr Aufmerksamkeit und einen finanziellen Zuschuss. Doch wer entscheidet, wer zu den Vorzeige-Athleten gehört? Und wer ist in diesem Jahr unter den Glücklichen?

Team Regensburg 2021 - Nuber und Schießl
Schon seit einigen Jahren ein eingespieltes Team im Sportamt: Maria Schießl und Johann Nuber © Bilddokumentation Stadt Regensburg

27. Januar 2021

Jedes Jahr im Herbst wird es voller als sonst auf dem Schreibtisch von Maria Schießl: Dann türmen sich hier die Bewerbungen für das nächste Team Regensburg. Nur 30 schafften es – unabhängig von der Sportart. „Wir fragen bei den Sportlerinnen und Sportlern unter anderem ab, welche Leistung die Bewerber in Wettkämpfen erzielt haben und ob sie bereits einem Leistungskader angehören“, erklärt sie. Auch ein Empfehlungsschreiben des Vereins gehört zu jeder Bewerbung. Im Herbst 2020 waren es 52 Stück auf Schießls Tisch. 52 Sportlerinnen und Sportler aus Regensburg (oder mit Bezug zur Stadt) wollten dem Team Regensburg 2021 angehören. „Unsere Spitzensportler sind local heroes und wir möchten, dass sie auch als solche in der Stadtgesellschaft wahrgenommen werden, weil sie wirklich Tolles leisten und ihr Einsatz für die Sportstadt Regensburg sehr wertvoll ist!“, so Sportbürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein zur Intention hinter dem städtischen Engagement.

Dr. Astrid Freudenstein - Porträt quer
Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Seit 2017 gibt es das Team Regensburg, jedes Jahr wird es neu zusammengesetzt. Wer im Team ist, erhält eine finanzielle Förderung durch die Stadt. 50.000 Euro werden an die Athletinnen und Athleten aus drei Altersgruppen verteilt. „Wir legen vor allem Wert auf die Nachwuchsförderung, deshalb vergeben wir in den beiden Altersgruppen bis 23 Jahre mehr Plätze als bei den Älteren“, betont Sportbürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. „Dennoch vergessen wir nicht, dass leider auch die Sport-Profis bisweilen nicht viel mehr Geld zur Verfügung haben als den Grundsicherungsbetrag und fördern sie ebenfalls.“

Das Team Regensburg bietet den Sportlern aber nicht nur finanzielle Unterstützung: Die Stadt führt für ihre Vorzeige-Sportler Fortbildungen durch –  zum Beispiel im Bereich Mental-Coaching – oder plant Veranstaltungen, auf denen sie sich und ihren Sport einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren können. Die Team-Mitglieder waren 2020 als Multiplikatoren an einigen Schulen im Einsatz und haben dort Schülerinnen und Schüler zum Sport motiviert, sie waren bei Inklusionssportfesten vertreten und sind bei „Energie wird Natur“ als Team angetreten.

Traditionell stark: Leichtathletik und Baseball

Die Bandbreite ist groß – genauso wie die derzeit zwölf Sportarten im Team Regensburg. Traditionell stark vertreten sind Leichtathletik und Baseball: In der Leichtathletik vor allem die Topathleten der LG Telis, die schon an Olympischen Spielen oder Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen haben, sowie die Regensburg Legionäre. Sie waren bereits fünfmal Deutscher Baseball-Meister. „In den letzten Jahren haben wir es aber geschafft, daneben auch eine große Vielfalt an anderen Sportarten aufzunehmen“, freut sich Sportamtschef Johann Nuber. „Ringer, Ruderer, Radfahrer, Tennisspieler, Schwimmer, Eiskunstlauf oder auch neu Skateboarding sind vertreten und zeigen die Vielfalt des Sports in Regensburg auf – auch im Leistungsbereich.“

Neben der individuellen Förderung über das Team Regensburg verbessert die Stadt seit Jahren auch die Infrastruktur für den Leistungssport: „Wir bezuschussen oder übernehmen Kosten für Trainer, spezielle Sportgeräte oder Raumieten. Auch unsere Trainingsmöglichkeiten wollen wir weiter professionalisieren. Im Frühjahr möchte ich daher nochmals das Thema Leichtathletikhalle im Stadtosten angehen“, ergänzt Sportbürgermeisterin Freudenstein. 

Maria Schießl am Schreibtisch - hoch

Auch wichtig: Förderung von Infrastruktur

Für Maria Schießl beginnt immer Ende Oktober die Hauptarbeit, wenn die jährliche Bewerbungsfrist für das neue Team abläuft: Dann erfasst sie alle Bewerbungen, kategorisiert sie und erstellt nach festgelegten Kriterien gemeinsam mit Sportamtschef Nuber eine Vorschlagsliste. „Neben der sportlichen Leistung ist ein weiteres Kriterium der finanzielle Förderbedarf des Einzelnen“, so Johann Nuber. „Es gibt ja Sportarten, die sind deutlich teurer als andere. Das versuchen wir auch zu berücksichtigen.“ Die Vorschlagsliste geht dann an den Arbeitsausschuss des Sportbeirats. Dieses Gremium besteht aus neun Vertretern der Regensburger Vereine, dem Leiter des Amtes für Sport und Freizeit sowie der Sportbürgermeisterin und der Oberbürgermeisterin als beratende Mitglieder. Gemeinsam diskutiert und entscheidet der Ausschuss über die Vergabe der 30 vorhandenen Plätze. 

Als nach der der Ausschusssitzung Ende November feststand, wer 2021 zum Team Regensburg gehören wird, begann für Maria Schießl und ihren Kollegen Jürgen Brandl der formale Akt: Die Vorbereitung und das Verschicken der Förderbescheide an die Vereine der Sportler, welche das Geld dann an ihre Sportler auszahlen. Und weil es beim Team Regensburg ja nicht nur ums Geld geht, ist die Arbeit von Maria Schießl damit nicht zu Ende: Sie plant, welche Veranstaltungen das Team Regensburg im Jahr 2021 absolvieren könnte. Normalerweise beginnt das mit der offiziellen Vorstellung des neuen Teams im Januar. „Im zurückliegenden Jahr war das mit Veranstaltungen wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie leider schwer planbar“, bedauert Schießl. „Und auch Anfang 2021 hat sich daran nicht viel geändert, aber wir haben bisher immer einen Weg gefunden, unser Team zu präsentieren.“ In diesem Jahr haben es elf Sportlerinnen und Sportler in die Kategorie Talentteam (bis 17 Jahre) geschafft, 16 ins Perspektivteam (17 bis 23 Jahre) und drei in die Top-Athleten (ab 23 Jahren).

Team Regensburg - Gruppenfoto 2017Das erste Team Regensburg gab es im Jahr 2017. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Im Laufe dieses Jahres stellen wir Ihnen in alphabetischer Reihenfolge in unserer Rubrik nachgefragt (Link in Kasten) alleTeam-Mitglieder genauer vor, darunter Deutsche Meisterinnen, die einen Job, zwei kleine Kinder und das Training wuppen. Skateboarder, die in die Luft gehen, oder Baseballer, die von einer Karriere als Profi in den USA träumen. Nicht zu vergessen die einzige Ringerin, die es mit (oder trotz?) lauter Männern als Trainingspartner zur Deutschen Meisterin gebracht hat, oder ein zehnjähriger Nachwuchs-Eiskunstläufer, der bereits 20 Stunden in der Woche für seine Ziele trainiert.

Text: Claudia Biermann