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Afrikanische Schweinepest – Die Stadt Regensburg bereitet sich für den Seuchenfall vor

Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an die deutsch-polnische Landesgrenze und bedroht auch unsere Haus- und Wildschweinbestände. Um im Falle eines Ausbruchs bei uns gut gerüstet zu sein, fand eine Übung statt.

Nah dran - Schweinepest 7
Vor Ort wird eine Probe entnommen, die dann zur Untersuchung an ein Labor geschickt wird. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

23. Januar 2020

Üben für den Ernstfall: Um sich auf den potentiellen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vorzubereiten, führte das Umweltamt der Stadt Regensburg am Donnerstag, 16. Januar 2020, eine Übung am Brandlberg durch. Wie birgt und entsorgt man einen infizierten Kadaver fachgerecht? Die richtige Vorgehensweise wollten Vertreter mehrerer Behörden gemeinsam proben.

Umfangreiche Maßnahmen nötig

Nachdem die Wildschweinattrappe in einem Waldstück platziert war, wurden die Amtstierärzte alarmiert. Die Veterinärabteilung übte das Auffinden des Tieres ebenso wie das Ziehen einer Probe. Das „tote Tier“ musste danach unter realen Bedingungen geborgen und entsorgt werden.
Wird vermutet, dass das tote Tier an der Afrikanischen Schweinepest erkrankt war, müssen umfangreiche Schutzmaßnahmen getroffen werden, denn die Erreger dürfen nicht verschleppt werden. Neben der genauen und effektiven Desinfektion sind hier vom Bergetrupp gleich mehrere Lagen Schutzkleidung anzulegen. Nach der Entnahme einer Tupferprobe zur Einsendung ins Labor muss der Kadaver zum Abtransport sicher verpackt werden. Reine und unreine Bereiche sind penibel zu trennen. Zum Abschluss der Übung simulierten die Männer und Frauen die Entsorgung der Wildschweinattrappe. Auch die anschließende Reinigung und Desinfektion des Transportfahrzeuges und der Ausrüstungsgegenstände auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr gehörte dazu. 

Diese Übung lieferte den beteiligten Stellen neben der gesammelten praktischen Erfahrung, wertvolle Erkenntnisse zur weiteren Optimierung der umfangreichen Vorbereitungen auf den Ernstfall und zeigte, dass die Stadt Regensburg einem drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest gut gerüstet gegenüber steht. An der Übung nahmen mehrere Amtstierärztinnen und Amtstierärzte der Stadtverwaltung und des Landkreises teil, ebenso Vertreter der städtischen Abteilung Umweltverfahren und der unteren Jagdbehörde sowie der Berufsfeuerwehr und der Regierung der Oberpfalz.

Zum Hintergrund:

Die Gefahr, dass sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet und auch Deutschland erreicht, wird von Fachinstituten als hoch eingeschätzt. Bereits im Falle eines einzigen positiven Nachweises beim Wildschwein greifen umfangreiche Restriktionsmaßnahmen, die unter anderem den Schweinesektor (z. B. Schweinehalter, Schlachthöfe, fleischverarbeitende Betriebe) empfindlich treffen und in der Folge zu hohen wirtschaftlichen Einbußen führen.

Wichtig ist dabei, dass verendete Wildschweinen in den betroffenen Gebieten schnell aufgefunden, beprobt und sicher entsorgt werden. Unter anderem dadurch soll eine weitere Ausbreitung der Seuche verhindert werden. Die größte Gefahr der Weiterverbreitung der ASP in einer Schwarzwildpopulation geht vom Blut infizierter Tiere und von verendeten Tieren bzw. deren Überresten aus, mit denen andere Wildschweine unmittelbar und mittelbar in Berührung kommen.