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Ziel 11 - Nachhaltige Städte und Gemeinden

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen

Nach aktuellen Schätzungen leben auf unserer Erde rund 7,8 Milliarden Menschen. Mehr als die Hälfte von ihnen lebt bereits in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden voraussichtlich 70-80% der bis dahin rund 10 Milliarden Menschen in urbanen Räumen leben.

Nachhaltigkeit - Ziel 11 - Nachhaltige Städte und GemeindenStädte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen © United Nations Department of Public Information

Schon heute findet mehr als 80% der globalen Wirtschaftsaktivität in Städten statt. Städte sind Treiber der Wirtschaften und des Wohlstands. Allerdings sind Städte auch für rund 75% aller CO2-Emissionen verantwortlich, verbrauchen mehr als dreiviertel aller Ressourcen und erzeugen Milliarden Tonnen an Müll.

Vor allem in Asien, Afrika oder Südamerika nimmt die Urbanisierung zu. In Südamerika liegt die Verstädterungsrate bereits bei über 80 Prozent, in Asien und Afrika wird sie bis 2030 auf über 50% ansteigen. Schon heute gibt es laut Vereinten Nationen bereits 33 Megacities weltweit, also Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohner. Die weltweit größten Städte befinden sich mit Tokio (38 Mio.), Delhi (28 Mio.) und Shanghai (26 Mio.) in Asien.

In Deutschland leben mehr als 77% der Menschen in Städten oder Ballungsräumen. 79 Städte haben mehr als 100.000 Einwohner, mit Berlin, Hamburg, München und Köln haben vier deutsche Städte mehr als eine Millionen Einwohner. Nur 15 Prozent der deutschen Bevölkerung lebt in Dörfern mit weniger als 5.000 Einwohnern.

Neben den Metropolen ziehen vor allem mittelgroße Städte neue Bewohnerinnen und Bewohner an – zu diesen gehört auch Regensburg mit seinen aktuell rund 170.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Laut Prognosen des Bayerischen Landesamts für Statistik sowie der Stadt Regensburg soll die Bevölkerung in Landkreis und Stadt bis 2038 weiter stark zunehmen. Abhängig von der Prognose ist mit einem Zuwachs in Regensburg zwischen 7.000 und 18.000 Personen zu rechnen.

Schon heute ist es eine der zentralen Herausforderungen der Stadtentwicklung, trotz zunehmender Flächenknappheit beziehungsweise -konkurrenz innerhalb der Stadtgebiete bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen. Auch in Regensburg steigen aufgrund der Engpässe auf dem Wohnungsmarkt seit Jahren die Preise und betreffen neben Personen mit geringem Einkommen auch zunehmend Menschen mit mittlerem Einkommen. Regensburg gehört, gemessen am Wohnkostenanteil, zu den teuersten Städten in Deutschland.
Auch die Verbesserung der Infrastruktur sowie klimafreundliche Lösungen im Bereich Mobilität und Nahverkehr stellen wachsende Städte vor Herausforderungen.

Um die Lebensqualität für alle zu erhöhen, müssen Städte inklusiver, sicherer, energieeffizienter und klimafreundlicher werden.

Unterziele der Agenda 2030 zur Förderung nachhaltiger Städte und Gemeinden, auf die Kommunen direkt oder indirekt Einfluss nehmen können:

  • Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum und entsprechender Grundversorgung für alle
  • Zugang zu sicheren, bezahlbaren, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle
  • Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr
  • Verstädterung inklusiver und nachhaltiger gestalten
  • Bewahrung und Schutz von Weltkultur- und Naturerbe
  • Verbesserung des Katastrophenschutzes, Todesfälle und wirtschaftliche Verluste
    durch Katastrophen reduzieren
  • Von Städten ausgehende Umweltbelastungen (Luftverschmutzung, Abfallbehandlung) reduzieren
  • Zugang zu sicheren, inklusiven und zugänglichen Grünflächen und öffentlichen Räumen für alle
  • Unterstützung ökonomischer, ökologischer und sozialer Verbindungen zwischen stadtnahen und ländlichen Gebieten

Diese Maßnahmen unternimmt die Stadt Regensburg

Ohne Kommunen lassen sich 65 % der Ziele der Agenda 2030 nicht erreichen. Die Stadt Regensburg ist sich dieser Schlüsselstellung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele bewusst.

Folgende Beispiele zeigen eine Auswahl der Maßnahmen, mit denen die Stadt Regensburg bereits zur Umsetzung von SDG 11 der Agenda 2030 beitragen möchte. Bei den Beispielen handelt es sich um eine Momentaufnahme ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


Stadtentwicklungsplan „Regensburg-Plan 2040 – Gemeinsam weiterdenken“

Gemeinsam mit den Regensburger Bürgerinnen und Bürgern schreibt die Stadt Regensburg aktuell ihren Stadtentwicklungsplan fort. Unter dem Motto „Regensburg-Plan 2040 – Gemeinsam weiterdenken“ findet eine breit angelegte Bürgerbeteiligung statt. Themen wie die dynamische Bevölkerungsentwicklung, Flächenknappheit beziehungsweise -konkurrenz, demographischer Wandel, Migration und Integration, Digitalisierung, Mobilität und Klimawandel werden gemeinsam diskutiert und weitergedacht. Der Regensburg-Plan 2040 soll mittel- bis langfristige Ziele und integrierte Ansätze zur funktionalen und räumlichen Entwicklung der Stadt Regensburg enthalten.


Schaffen von bezahlbarem Wohnraum

Die Stadt Regensburg unternimmt seit Jahren erhebliche Anstrengungen, um bezahlbaren Wohnraum im Stadtgebiet zu schaffen. Im Jahr 2018 konnte die höchste Anzahl an Baugenehmigungen für Wohnungen seit 20 Jahren erteilt werden. Neben 704 neuen Wohnungen im frei-finanzierten Geschosswohnungsbau und 181 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern wurden auch 253 geförderte Wohnungen bezugsfertig. Deutschlandweit belegt Regensburg immer wieder Spitzenplätze bei den neu errichteten Wohnungen im Verhältnis zu den Einwohnern. 2017 konnten bei den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern nur Potsdam und Erlangen mehr Wohnungen fertigstellen.


Feste Quote für geförderten Wohnungsbau

Aktuell befinden sich im Stadtgebiet Regensburg rund 5.750 öffentlich geförderte Wohnungen. Neben kleineren Projekten entstanden beziehungsweise entstehen in der ehemaligen Nibelungenkaserne, dem Dörnbergviertel, der Lechstraße und der Otto-Hahn-Straße, sowie künftig in den urbanen Gebieten Grunewaldstraße und Kirchmeierstraße sowie der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne weiterer geförderter Wohnraum. Alleine auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne entstehen rund 1.500 neue Wohnungen, davon mehr als die Hälfte mit öffentlicher Förderung.

Im Jahr 2019 hat der Regensburger Stadtrat beschlossen, dass in neuen Bebauungsplangebieten mindestens 40% geförderter Wohnraum zu schaffen ist. Davon sind 20% für die Einkommensstufe I und II und weitere 20% für die Einkommensstufe III vorgesehen.


Regensburger Wohnbauoffensive

Im Jahr 2016 hat die Stadt Regensburg die sogenannte Wohnbauoffensive ins Leben gerufen. Unter diesem Namen werden alle Maßnahmen vereint, die zur Schaffung von überwiegend günstigem Wohnraum im Stadtgebiet beitragen. Seit 2017 gibt es bei der Stadt Regensburg eine Wohnbauflächenmanagerin, die die Koordinierung und Steuerung der Projekte und Vorhaben der Wohnbauoffensive übernimmt. Zudem wurde das „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ ins Leben gerufen.
Zu den wesentlichen Aufgaben der Wohnbauoffensive gehört es, geeignete Grundstücke für Wohngebäude zu identifizieren und zu prüfen, ob eine zeitnahe Bebauung möglich ist. Im Zuge der Wohnbauoffensive konnten im Stadtgebiet bereits Flächen ausfindig gemacht werden, die für eine Nachverdichtung, Umnutzung oder Baurechtschaffung in Frage kommen und Potential für zu 9.000 Wohneinheiten bieten.


Regensburger Modell Wohnungstausch und Wohnraumzweckentfremdungssatzung

Ebenfalls zur Wohnbauoffensive gehört das Pilotprojekt „Regensburger Modell Wohnungstausch“ sowie die seit 2019 für zunächst fünf Jahre geltende „Wohnraumzweckentfremdungssatzung“. Ziel des Wohnungstausch- Pilotprojektes ist es, Seniorinnen und Senioren, die in einer zu großen, nicht altersgerechten Wohnung leben, beim Umzug in eine bedarfsgerechte und gegebenenfalls kleinere Wohnung sowohl finanziell als auch persönlich zu unterstützten. Die größere Wohnung kann dadurch dem Wohnungsmarkt zur Nutzung von Familien wieder zugeführt werden.
Ziel der Wohnraumzweckentfremdungssatzung ist es, zweckentfremdete und leerstehende Wohnungen wieder dem Wohnungsmarkt zuzuführen, die Zunahme von Ferienwohnungen einzudämmen, Gewerbenutzung aus Wohnungen in andere geeignete Räume zu transferieren und Abbrüche von noch funktionierendem Wohnraum zu vermeiden. Auch diese Maßnahmen sollen zu einer Entlastung des Regensburger Wohnungsmarktes beitragen.


Modelkommune „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“

Regensburg ist eine von acht Modelkommunen im vom Bund geförderten Forschungsprojekt „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“. Beim aktuellen Projekt „Aktivierung von Innenentwicklungspotentialen in wachsenden Kommunen“ steht die Stadt Regensburg in engem fachlichen Austausch mit den anderen Modellkommunen.


Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt"

Mit dem Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" unterstützt der Bund die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter Stadtteile. Im Jahr 2016 hat der Regensburger Stadtrat die Aufnahme des Gebiets des Inneren Südosten in das Förderprojekt in die Wege geleitet, 2019 wurde das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept beschlossen.
Ein Schwerpunkt des Förderprogramms liegt dabei auf sozialen Angeboten zur Integrationsförderung und Begegnung, um die Lebensqualität sowie die Teilhabechancen der im Gebiet Lebenden zu verbessern. Auch der Bau von leistbarem Wohnraum, die Ansiedlung von Gewerbeeinheiten, die Aufwertung und Schaffung neuer Grünflächen, Ausbau von Lärmschutz sowie eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung stehen im Fokus. Zudem wurde mit dem Quartiersmanagement in Trägerschaft der Diakonie Regensburg eine zentrale Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner, Initiativen und Vereine im Stadtteil geschaffen.


Innovationsquartier auf dem Gelände der ehemaligen Pionier- und Prinz-Leopold-Kaserne

Auf dem Areal der ehemaligen Pionier- und Prinz-Leopold-Kaserne, welches zum Teil auf zuvor genanntem Sozial-Stadt-Gebiet liegt, wird in den kommenden Jahren ein völlig neues innovatives und smartes Stadtquartier entstehen. Für das zukünftige Quartier kurzer Wege wurde ein eigenes Mobilitäts- und Energiekonzept erarbeitet, um die städtischen Klimaschutzziele des Leitbilds Energie und Klima modellhaft umzusetzen. Dieses sieht unter anderem vor, dass die benötigte Strommenge für Verbrauchsstrom, Heizung und Mobilität über Photovoltaikanlagen im Quartier erzeugt wird. Darüber hinaus soll die benötigte Energie für Warmwasser, Heizung und Kühlung mittels Wärmepumpen gewonnen werden. Auf den Einsatz fossiler Brennstoffe soll weitestgehend verzichtet werden. In den Gebäuden kommt ausschließlich hocheffiziente Haustechnik zum Einsatz. Das für den Einsatz vorgesehene Energiemanagementsystem wird dank Künstlicher Intelligenz in der Lage sein, Verbrauchermuster zu erkennen und unter Berücksichtigung von Wetterprognosen und Energiepreisen größtmögliche Kosten- und Ressourceneffizienz zu erreichen.


Forschungsprojekt Solares Bauen in der Margaretenau

Die Margaretenau ist Schauplatz und „Forschungslabor“ für das ambitionierte Forschungsprojekt „Solares Bauen“, gefördert durch das Bundes­wirtschaftsministerium. Auf Initiative der OTH entwickelt ein Team aus Firmen und Hochschulen ein effizientes Hybrid-Heizsystem aus Blockheizkraftwerk und Wärmepumpe, neuartige mineralische Putzsysteme auf Basis hohler Glaskügelchen und ein intelligentes, selbstlernendes Energie-Managementsystem. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts fließen in die Sanierung der Margaretenau mit ein.
2021 wurde die Sanierung des Wohnviertels vom Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium mit dem „Bundespreis Umwelt und Bauen 2021“ ausgezeichnet.


Modellprojekt Kommunale Wärmewende

Die Stadt Regensburg hat sich erfolgreich um die Teilnahme am Modellprojekt „Kommunale Wärmewende“ beworben. Im Fokus des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte und von der Agentur für Erneuerbare Energien und dem Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesysteme betreuten Projekts steht die Frage, wie Kommunen zukünftig eine klimafreundliche Wärmeversorgung sicherstellen können. Die Stadt Regensburg bringt sich mit dem geplanten Innovationsquartier in der ehemaligen Pionier- und Prinz-Leopold-Kaserne sowie dem Vorhaben zur energetischen Sanierung der Margaretenau in das Modellprojekt ein.


Abwasser als Ressource - Energiekonzept des Haus' der Musik

Die Stadt Regensburg ist die dritte Stadt in Bayern, die Abwasser als Ressource nutzt. So bezieht das „Haus der Musik“, Teil des Ensembles Bismarckplatz und Sitz der Sing- und Musikschule der Stadt Regensburg, 70% des Wärmebedarfs aus städtischem Abwasser. Mit Hilfe von Wärmetauschern und Wärmepumpen wird dem Abwasser, welches ganzjährig eine Temperatur zwischen 12 und 20 Grad Celsius hat, die Energie entzogen und zum Heizen des Gebäudes verwendet. Umgekehrt funktioniert in der heißen Jahreszeit auch eine Kühlung des Gebäudes, in dem die Wärme an das kühlere Abwasser abgegeben wird.

Die Technik findet mittlerweile auch im „Museum der Bayrischen Geschichte“ in Regensburg Anwendung.


Gesamtstädtisches Freiraumentwicklungskonzept

Zur Gestaltung privater Freiflächen sowie zur Entwicklung zukünftiger städtischer Freiräume hat die Stadt Regensburg gemeinsam mit der Bevölkerung und Fachverbänden ein gesamtstädtisches Freiraumentwicklungskonzept erarbeitet. Die 2020 beschlossene Freiflächengestaltungssatzung enthält sowohl qualitative als auch quantitative Vorgaben zur Begrünung und Gestaltung der unbebauten Teile eines Grundstücks sowie Möglichkeiten der Dach- und Fassadenbegrünung.


Green Deal Regensburg

Im April 2021 hat die Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg den Startschuss für den „Green Deal Regensburg“ gegeben. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2030 soll die Stadtverwaltung und bis 2035 alle städtischen Töchter sowie die Gesamtstadt klimaneutral werden. Das Instrument für die Umsetzung aller Maßnahmen und Aktivitäten ist der Aktionsplan Energie und Klima (APEK). Die Steuerung des „Green Deal Regensburg“ liegt bei der Energieagentur in enger Abstimmung mit der Stabsstelle Klimaschutz und Klimaresilienz, welche im Jahr 2020 von Umweltbürgermeister Ludwig Artinger neu eingerichtet wurde.


„Regensburg_NEXT" ist Smart City Modellprojekt

Der Regensburger Stadtrat hat im Jahr 2020 eine Smart City-Strategie für Regensburg beschlossen, um den digitalen Wandel im Sinne der integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung aktiv mitzugestalten. Im Fokus der Strategie stehen der Erhalt einer lebenswerten, sozialen, inklusiven und wirtschaftlich dynamischen Stadt für zukünftige Generationen.
Zur Erarbeitung und Umsetzung konkreter Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen der Smart City Regensburg wurde eine neue Koordinierungsstelle geschaffen. Auch wurde die Stadt 2021 im Rahmen der Ausschreibung „Modellprojekte Smart Cities: Stadtentwicklung und Digitalisierung“ des Bundesministeriums des Inneren als Smart City Modellkommune ausgewählt und setzt im Rahmen eines umfangreichen Förderprojekts mit dem Titel „Regensburg_NEXT“ in den folgenden fünf Jahren ein ambitioniertes Programm um, das sich konsequent an den Leitlinien der nachhaltigen Stadtentwicklung „produktiv – gerecht – grün“ orientiert.

Unter anderem soll ein digitaler Energie-Zwilling der Stadt entstehen, der Energieströme und gleichzeitig mögliche Synergien für eine wirtschaftliche Energieversorgung sichtbar macht. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Projekt „Smart Move“, dem Aufbau einer nachhaltigen und smarten Mobilität für die Aufgaben und Serviceleistungen der Stadtverwaltung Regensburg sowie auf dem Ausbau digitaler Technik zur Unterstützung einer angebotsübergreifenden Mobilitätsplanung. Zudem soll die Digitalisierung innerhalb der Verwaltung und damit die elektronische Abwicklung von Prozessen durch Regensburg-Next vorangetrieben werden.


Leitbild „Energie und Klima“

Die Stadt Regensburg hat mit dem 2014 vom Stadtrat beschlossenen Energienutzungsplan systematisch alle Potenziale zur Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz regenerativer Energieträger im Stadtgebiet ermitteln lassen.
Aufbauend auf den Empfehlungen des Energienutzungsplans wurde das Leitbild „Energie und Klima“ ausgearbeitet, das im März 2017 vom Regensburger Stadtrat einstimmig beschlossen wurde. Das Leitbild „Energie und Klima“ ist das Ergebnis eines umfassenden Beteiligungsprozesses unter Einbeziehung interessierter Bürgerinnen und Bürger sowie relevanter Akteure der Stadt, der zwischen Februar und November 2016 stattfand.
Das Leitbild definiert die energie- und klimapolitischen Ziele der Stadt Regensburg und ist untergliedert in die vier Handlungsfelder Stadtentwicklung, Mobilität, Energieerzeugung und Energieverbrauch. Das Leitbild Energie und Klima gibt die Richtung vor für alle zukünftigen Maßnahmen zur lokalen Umsetzung der Energiewende


Förderprogramm für E-Mobilität zur Verbesserung der Luftqualität

Zur Verbesserung der Luftqualität sowie der dauerhaften Senkung der Schadstoffbelastung in Regensburg wurde bereits im Jahr 2004 ein Luftreinhalteplan erstellt, der im Jahr 2017 zum zweiten Mal fortgeschrieben wurde. Als Maßnahme des Luftreinhalteplans wurde 2018 eine Umweltzone eingeführt, welche das Gebiet der Regensburger Altstadt zwischen Alleengürtel und Donau umfasst.

Auch hat die Stadt ein eigenes Förderprogramm für E-Mobilität mit aufgelegt. Mit der Förderung von Elektrofahrzeugen leistet die Stadt Regensburg neben vielen anderen Bausteinen einen weiteren wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Seit 2015 ist das Förderprogramm in Kraft und unterstützt den privaten sowie gewerblichen Kauf von Elektrofahrzeugen, Lastenpedelecs, Elektrorollern, Fahrradanhängern, Pedelecs und Lastenfahrrädern. Im Jahr 2019 wurde bereits die Fördersumme von 1 Millionen Euro überschritten. Im Juli 2020 wurde die Förderung von Kraftfahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung eingestellt.


Spitzenreiter beim Ausbau von E-Ladesäulen

Seit 2015 ‎schafft die REWAG, ein Tochterunternehmen der Stadt Regensburg, mit dem Ausbau von ‎E-Ladesäulen die Voraussetzungen einer flächendeckenden ‎Ladeinfrastruktur für E-Autos in Regensburg. Laut dem Städteranking des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. belegt Regensburg deutschlandweit Rang fünf, was die Anzahl der Ladepunkte im Stadtgebiet angeht. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl belegt Regensburg deutschlandweit sogar Rang eins (2020). Bis 2032 plant die REWAG den Betrieb von insgesamt 320 Ladesäulen, also etwa 640 Ladepunkten. Die Ladesäulen werden zu 100 % mit regional erzeugtem Ökostrom betrieben.


E-Carsharing, Bikesharing und die erste komplett elektrische Buslinie in Bayern

Seit 2016 bietet das Stadtwerk.Regensburg, eine hundertprozentige Tochter der Stadt Regensburg, ein eigenes E-Carsharing-Systems an. Unter dem Namen das Stadtwerk.Earl stehen bis Ende 2021 zwanzig Fahrzeuge zur Verfügung. Seit 2017 stehen unter dem Namen das Stadtwerk.Ella auch Lasten-E-Bikes zum Bikesharing bereit. 
Zudem betreibt das Stadtwerk.Regensburg seit 2017 mit dem „Emil“ als erste bayerische Stadt eine komplette Buslinie – die Altstadtlinie – mit Elektrobussen. Der Altstadtbus wird zu 100 % mit regional erzeugtem Ökostrom betrieben und ist seit Juli 2021 kostenfrei.


Entwicklung einer emissionsfreien Stadtbahn

Als wachsende Stadt hat die Stadt Regensburg im Jahre 2018 die Entwicklung einer emissionsfreien Stadtbahn beschlossen und hierzu ein eigenes Amt gegründet. Die Stadtbahn wird als leistungsfähiges, komfortables und barrierefreies Verkehrsmittel die Mobilität in Regensburg zukunftsorientiert gestalten und das bisher ausschließlich durch Busse betriebene ÖPNV-Angebot entlasten.


Regensburg ist „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“

Seit 2019 ist Regensburg offiziell „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“. Der Anteil am Radverkehr beträgt in Regensburg aktuell 24 % und ist damit bayernweit überdurchschnittlich hoch. Bis zum Jahr 2030 sollen mehr als ein Drittel der Regensburgerinnen und Regensburger auf dem Rad unterwegs sein. Um Radfahren in Regensburg sicherer zu machen und die Anzahl von Verkehrsunfällen im Stadtverkehr zu reduzieren, verfolgt die Stadtverwaltung die „Vision Zero“: Die Maßnahmen reichen vom Einfärben der Radfahrerfurten an gefährlichen Kreuzungen, Anbringen von Spiegeln und Warnblinklichtern über Anpassungen der Ampelschaltungen bis hin zur Errichtung geschützter Radfahrstreifen und sogenannter Fahrradstraßen. In den kommenden Jahren soll ein zusammenhängendes, sicheres „Radlroutennetz“ für das ganze Stadtgebiet entstehen, das die Stadtteile nahtlos und verkehrssicher miteinander verbindet und bis an die Landkreisgrenzen führt.


Barrierefreiheit im öffentlichen Raum

Barrierefreiheit spielt sowohl bei Planungs- und Baumaßnahmen im öffentlichen Verkehrsraum als auch beim Zugang zu städtischen Gebäuden eine tragende Rolle. Viele der Gebäude, darunter auch das mehr als 700 Jahre alte, denkmalgeschützte Alte Rathaus mit dem mittelalterlichen Reichssaal, sind heute unter Erhalt des Denkmalschutzes barrierefrei zugänglich. Der Historische Reichssaal verfügt zudem über eine Induktionsschleife zur Steigerung der Teilhabe schwerhöriger Personen mit Hörgerät bzw. Trägern eines Cochlea-Implantats.


788 städtische Grünflächen mit insgesamt 886 ha Gesamtfläche

Im Stadtgebiet gibt es 788 städtische Grünflächen mit insgesamt 886 ha Gesamtfläche. Pro Jahr pflanzt die Stadt rund 600 Bäume und betreibt 19 Parks. Die Parks und Grünanlagen leisten einen hohen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität im Stadtgebiet und haben einen positiven Effekt auf die Lebensqualität und die psychische Gesundheit.


Managementplan zum Erhalt des Welterbes

Als Welterbestadt kann Regensburg auf eine mehr als 2000-jährige Geschichte zurückblicken. Um diese Geschichte auch für zukünftige Generationen zu erhalten, genießt das Welterbe bei allen Planungs- und Bauvorhaben höchste Priorität. Bereits 2011 wurde zum langfristigen Erhalt des Welterbes ein Managementplan erstellt, der mittlerweile in 25 Städten weltweit genutzt wird. Auch die Altstadtschutzsatzung sichert die Bewahrung des historischen Stadtbildes sowie den historischen Baubestand der Altstadt von Regensburg.


Weitere Informationen

Zukunftsbarometer Regensburg - Das interaktive Nachhaltigkeits-Dashboard

Zukunftsbarometer Regensburg

Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik

Michael Grein
R I Personal- und Verwaltungsreferat
Altes Rathaus
Rathausplatz 1
Zimmer: 32d
93047 Regensburg

(0941) 507-1007
(0941) 507-1009
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