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Stadtentwicklung zwischen Altstadt und Hauptbahnhof

Das Gebiet zwischen Altstadt und Hauptbahnhof soll in den kommenden Jahren komplett neu strukturiert und gestaltet werden.

Ausgangspunkt der Neugestaltung

Der Bereich zwischen Hauptbahnhof und Ernst-Reuter-Platz bildet für Bahn-Reisende das Eingangstor in die Stadt. Gleichzeitig ist das Gebiet rund um den Bahnhof naturgemäß der zentrale Dreh- und Angelpunkt für den öffentlichen Nahverkehr. So, wie der Bereich momentan gestaltet ist, wird er diesen beiden Funktionen nicht gerecht:

  • Das Vorfeld des Hauptbahnhofs und der Ernst-Reuter-Platz sind stark durch Autoverkehr belastet. Die Straßen „zerschneiden“ geradezu die Räume, über die die Fußgänger in die Stadt gelangen. Die Aufenthaltsqualität ist gering.
  • An den Haltestellenanlagen im Bereich Albertstraße / Bahnhofsvorplatz sind die Platzverhältnisse sehr beengt. Die Zahl der Bushaltestellen und Abstellplätze ist zu gering, die Warteflächen sind häufig zu klein und teils nicht witterungsgeschützt. Barrierefreiheit ist in großen Teilen der Anlagen nicht gegeben.
  • Die verstreut liegenden Haltestellenbereiche erschweren die Orientierung und das Umsteigen. Es fehlen Informations- und Infrastruktureinrichtungen, die heutzutage an solch wichtigen ÖPNV-Knotenpunkten notwendig sind.
  • Die Aufgabe, den Bereich um den Hauptbahnhof aufzuwerten und damit den öffentlichen Nahverkehr leistungsfähiger zu machen, wurde auch im Regionalen Nahverkehrsplan Regensburg von 2010 als bedeutendes Leuchtturmprojekt für die Region festgelegt. Auch der Regensburg-Plan 2005 definiert die Verbindung Altstadt - Hauptbahnhof und die Busdrehscheibe als Leitprojekt.
  • Dazu kommt, dass der Ernst-Reuter-Platz den bevorzugten Standort für das Regensburger Kultur-und Kongresszentrum (RKK) darstellt. Die funktionalen und verkehrlichen Vorgaben eines RKKs müssen bei der Neugestaltung des Bereichs zwischen Hauptbahnhof und Ernst-Reuter-Platz natürlich berücksichtigt werden.

Ziele der Neugestaltung

Mit der Neugestaltung soll in erster Linie der öffentliche Nahverkehr attraktiver gemacht und damit die Verkehrssituation in Regensburg insgesamt verbessert werden. Ein wesentlicher Bestandteil wird die Entwicklung eines Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) sein, der die Haltestellen am Bahnhofsvorplatz bündelt. Um die begrenzten Flächen auszunutzen bzw. nicht so stark in Grünflächen eingreifen zu müssen, gibt es Überlegungen, die Galgenbergbrücke zu einem ZOB-Bereich zu erweitern. Dieser könnte insbesondere von den frequenzstarken Buslinien zwischen Altstadt und Universität genutzt werden. Mit Abgängen zu den Bahngleisen wäre eine direkte Verknüpfung zwischen Bus und Bahn möglich. Für diese Lösung wurden bereits eine Machbarkeitsstudie und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt. Diese haben gezeigt, dass die Erweiterung der Brücke sowohl technisch als auch wirtschaftlich realisierbar ist. 
Vom Durchgangsverkehr soll der Bahnhofsbereich weitgehend entlastet werden. Gleichzeitig muss er erreichbar bleiben. Auch PKW-Parkplätze sowie Kurzzeitstellplätze, um Reisende zum Bahnhof zu bringen bzw. abzuholen, soll es natürlich weiterhin geben.  
Wenn eine Vielzahl von Bussen am Hauptbahnhof halten bietet es sich an, auch das Kundenzentrum des RVV in diesem Bereich anzulegen.
Zusätzliche Einrichtungen wie eine Radstation (Service rund ums Fahrrad) und ein Fahrradparkhaus sowie eine öffentliche WC-Anlage sollen das Angebot abrunden.
Der Hauptbahnhof wird mit dem ZOB zu einer zentralen Mobilitätsdrehscheibe – nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Region Regensburg. Deshalb muss auch die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes – als Visitenkarten der Stadt – ansprechend sein und der Weg in die Altstadt über die Maximilianstraße besonders für Fußgänger und Radfahrer bequem, sicher und attraktiv sein.
Und nicht zuletzt muss natürlich auch ein Regensburger Kultur- und Kongresszentrum als neuer Baustein in die bestehende Stadtstruktur problemlos eingefügt werden.

Um verschiedene Lösungsansätze zu halten, wie diese Ziele umgesetzt werden können, führt die Stadt Regensburg einen Planungswettbewerb durch.

Bebauungspläne

Um die Voraussetzungen für ein RKK am Ernst-Reuter-Platz zu schaffen, muss für den Bereich ein Bebauungsplan erarbeitet werden.

Der Stadtplanungsausschuss hat dazu bereits am 17. Februar 2009 die 41. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 1 – Veranstaltungszentrum Ernst-Reuter-Platz beschlossen. Die beiden Bauleitpläne umfassen im Wesentlichen das Gebiet zwischen Ernst-Reuter-Platz, Maximilianstraße, Albertstraße und D.-Martin-Luther-Straße.

Nach mehreren weiteren Untersuchungen (u.a. Verkehrskonzept, Baumassenstudie) hat der Planungsausschuss am 20.1.2015 den Standort Ernst-Reuter-Platz bestätigt. Damit kann das förmliche Verfahren weitergeführt werden.

Vom 10. bis 27. März 2015 lagen die Planunterlagen beim Stadtplanungsamt zur Einsichtnahme aus. Die Bürgerinnen und Bürgern konnten sich während dieser Zeit mündlich und schriftlich zu den Planungen äußern. Die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung fließen in die weitere Bearbeitung der Flächennutzungsplanänderung und des Bebauungsplan-Entwurfs ein. Danach werden die Planungen dem Stadtplanungsausschuss zum Beschluss vorgelegt und im Anschluss daran nochmals öffentlich ausgelegt. Auch dann besteht für die Bürgerinnen und Bürger wieder die Möglichkeit, Anregungen vorzubringen. Dieser zweite Auslegungszeitraum wird rechtzeitig im Amtsblatt sowie über die Presse veröffentlicht werden.