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Sanierungsarbeiten in der Oberen Bachgasse: Warum ausgerechnet jetzt?

Thomas Adlhoch und Luis Fernández, Tiefbauamt und Amt für Wirtschaft und Wissenschaft, erklären im Interview, was genau in der Oberen Bachgasse geschehen wird und warum die Maßnahmen nicht aufgeschoben werden können.

Sanierungsarbeiten Obere Bachgasse
Luis Fernández und Thomas Adlhoch besprechen die nächsten Schritte vor Ort in der Oberen Bachgasse. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

17. März 2021

In der Oberen Bachgasse haben am 15. März 2021 Sanierungsarbeiten im Untergrund begonnen. Die beiden städtischen Mitarbeiter Thomas Adlhoch (Kanalneubau, Tiefbauamt) und Luis Fernández (Amt für Wirtschaft und Wissenschaft) begleiten die Maßnahmen. Nun erklären die beiden im Interview, was genau in der Oberen Bachgasse geschehen wird und warum die Maßnahmen trotz der aktuellen Situation nicht aufgeschoben werden konnten.

 

Bitte erklären Sie doch kurz: Was wird im Rahmen der Sanierungsarbeiten in der Oberen Bachgasse passieren?

Thomas Adlhoch: Die REWAG muss in der Oberen Bachgasse Erdgas-Niedrigdruckleitungen erneuern, die aus den 1950er- und 1970er-Jahren stammen und stark veraltet sind. Nur so kann sie die Versorgungssicherheit langfristig aufrechterhalten. Neben den Erdgasleitungen werden teilweise auch Hausanschlüsse für Erdgas, Strom und Trinkwasser sowie Mittel- und Niederspannungskabel erneuert und die Glasfasererschließung vorbereitet. Die Stadt Regensburg nutzt die Baumaßnahmen der REWAG, um beschädigte Kanäle aus dem Jahr 1901 zu sanieren. Zu diesen Kanälen gehören vor allem die Hausanschlussleitungen, also Schmutzwasseranschlüsse und Regenrohre. Zusätzlich saniert die Stadt auch die Straßenentwässerung. Die Stadt Regensburg und die REWAG verbinden ihre Maßnahmen, damit die Straße nur einmal geöffnet werden muss. Die Bauzeit der jetzigen Maßnahme fällt durch die bereits im Frühjahr letzten Jahres, während des Lockdowns, ausgeführten Sofortmaßnahmen kürzer aus.

Thomas Adlhoch, Kanalneubau
Thomas Adlhoch, Kanalneubau © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Inwiefern werden Anlieger, Einzelhandel und Gastronomie von den Maßnahmen betroffen sein?

Thomas Adlhoch: Die Maßnahmen werden auf jeden Fall Auswirkungen auf Anlieger, Einzelhandel und Gastronomie haben. Weil Einschränkungen nicht ganz zu vermeiden sind, versuchen wir aber, diese so gering wie möglich zu halten, indem wir die Grabungsarbeiten nur in einzelnen circa 25 Meter langen Bauabschnitten durchführen. Dadurch verhindern wir, dass die Straße über die gesamte Bauzeit in ihrer vollen Länge aufgerissen werden muss. Damit möchten wir erreichen, dass der Fußgänger-, Anlieger- und Anlieferverkehr – soweit verkehrssicherungstechnisch möglich – aufrechterhalten werden kann. Die einzelnen Geschäftszugänge sind während der gesamten Bauzeit zugänglich. Da uns die Sicherheit der Passanten beziehungsweise Fußgänger sehr wichtig ist, können wir leider nicht ausschließen, dass kurzzeitige Einschränkungen notwendig werden.

Luis Fernández: Eine Baustelle wirkt leider nie besonders einladend – weder für die Anlieger, noch für potentielle Kunden oder Restaurantbesucher. Insofern werden der Einzelhandel und die Gastronomie vor Ort von den Maßnahmen betroffen sein. Dennoch werden die Stadt Regensburg und die Baufirma versuchen die Baumaßnahme so erträglich wie möglich zu gestalten, ohne jedoch den Bauablauf zu beeinträchtigen.

Einzelhandel und Gastronomie leiden durch den Lockdown und die Pandemie. Hätte man die Maßnahmen denn nicht verschieben können?

Thomas Adlhoch: Uns ist durchaus bewusst, dass Gastronomie und Einzelhandel gerade eine sehr schwere Zeit haben. Man muss aber daran denken, dass mit solchen Maßnahmen eine lange Planungszeit einhergeht. Die Planungen zu den Sanierungsmaßnahmen haben bereits Anfang 2019 begonnen. Damals hat natürlich noch niemand mit einer Pandemie gerechnet. Trotzdem haben wir geprüft, ob wir die Maßnahmen aufgrund der Pandemie verschieben können. Dabei hat sich aber herausgestellt, dass uns der Zustand der alten Gasleitungen aus den Fünfziger- und Siebzigerjahren, sowie der Zustand des Kanals dazu zwingen, die Baumaßnahmen so bald wie möglich durchzuführen. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass wir den Baubeginn nicht nach Belieben verschieben können – wir müssen immer auch die Bauzeit im Zusammenhang mit der Winterpause berücksichtigen. Dazu kommt auch noch, dass nicht vorhersehbar ist, über welchen Zeitraum sich der Lockdown erstreckt.

Was wird unternommen, um Einzelhandel und Gastronomie zu unterstützen?

Luis Fernández: Wie Thomas Adlhoch bereits erklärt hat, versuchen wir, die Auswirkungen auf den Einzelhandel und die Gastronomie durch die kleinteiligen Bauabschnitte generell so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus bemühen wir uns sehr, die Betroffenen vor Ort immer über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte in der Oberen Bachgasse auf dem Laufenden zu halten. Sie wurden zum ersten Mal Anfang 2020 informiert. Jedes Mal wenn es für die Betroffenen neue Information gibt oder sich etwas im Projektablauf ändert, versuchen wir, sie so schnell wie möglich darüber zu informieren. Zu einer großen Auftaktveranstaltung kann momentan durch Corona leider nicht eingeladen werden. Im Gegensatz zur zentralen Fußgängerzone und der Wahlenstraße erfolgt in diesem Fall aber keine Neugestaltung der Straßenoberfläche, deshalb sind Einzelgespräche, in denen die jeweils individuellen technischen Details geklärt werden auch sinnvoller. Anwohnerinnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende haben zudem die Kontaktdaten aller projektbeteiligten Mitarbeiter und können sich jederzeit mit ihren Fragen melden. Wir stehen mit ihnen also in ständigem Austausch und das halte ich für besonders wichtig. Sobald es pandemiebedingt möglich ist, werden wir eine Agentur beauftragen beziehungswiese die Organisation von Events und Veranstaltungen ausschreiben.
In Bezug auf die Gastronomie möchte ich noch erwähnen, dass für die Freisitzsaison 2021 je nach Baufortschritt und sofern es möglich ist, die Aufstellung eines Freisitzes geduldet wird.

Wir alle hoffen, dass die Sanierung so schnell und vor allem so reibungslos wie möglich durchgeführt werden kann und sich die Auswirkungen auf alle Betroffenen vor Ort in Grenzen halten. Dafür geben wir unser Bestes.

Text und Interview: Verena Bengler