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Eine Stadtbahn für Regensburg

Seit geraumer Zeit wird in Regensburg über eine Stadtbahn nachgedacht.

Im Stadtentwicklungsplan (Regensburg-Plan 2005) und bei anstehenden Baumaßnahmen wurde sie bereits berücksichtigt, so beispielsweise beim Bau der neuen Nibelungenbrücke, beim Umbau der Galgenbergbrücke, den Regensburg Arcaden und der Entwicklungsmaßnahme Burgweinting.

Im Zusammenhang mit der Einführung einer Regio-Stadtbahn (RSB) wurden seit 2006 verschiedene Lösungsansätze untersucht. Im Vordergrund standen dabei Fragen wie: Ist eine Stadtbahn rentabel? Lässt die Enge der Altstadt überhaupt eine Schienenführung zu? Sollte man eine S-Bahn ins Auge fassen, die das vorhandene Schienennetz nutzt?

Konzeptstudie Regio-Stadtbahn Regensburg

Die offenen Fragen wurden in einem Gutachten behandelt. Das Gutachten wurde von einem unabhängigen Münchner Ingenieurbüro erstellt, das im Zusammenhang mit der Erstellung eines regionalen Nahverkehrsplanes die folgenden Varianten prüfte.

Untersuchte Stadtbahn-Modelle:

  • S-Bahn: Nutzt ausschließlich die heute vorhandene Eisenbahn-Infrastruktur
  • Regio-Stadtbahn („Karlsruher Modell“): Verkehrt sowohl auf den vorhandenen Eisenbahn-Strecken als auch auf innerstädtischen Gleisen, die neu gebaut werden müssen.
  • Stadtbahn/Straßenbahn: Fährt ausschließlich auf einer Stadtbahninfrastruktur, die ebenfalls neu errichtet werden muss.

Die Gutachter kommen in der Konzeptstudie zu dem Ergebnis, dass unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen die Einführung einer Regio-Stadtbahn nach dem Karlsruher-Modell derzeit nicht darstellbar ist. Der Schritt zu einem höherwertigeren System ist zu groß und der verkehrliche Nutzen steht in keinem Verhältnis zu den erforderlichen Investitionen. Die Konzeptstudie wurde im Planungsausschuss am 21.11.2006 behandelt.

Das Ergebnis der Konzeptstudie hat aber Fragen aufgeworfen:

  • Warum geht etwas in Regensburg nicht, was andernorts machbar ist?
  • Gibt es noch andere Finanzierungsmöglichkeiten?
  • Was gibt es an alternativen Systemen?
  • Welche Voraussetzungen müssen für einen Systemwechsel erfüllt werden?

Weiterführende Untersuchungen

Angesichts der offenen Fragen wurde die Verwaltung beauftragt zu untersuchen, unter welchen Voraussetzungen die Einführung einer Regio-Stadtbahn oder Stadtbahn/Straßenbahn in Regensburg doch möglich ist.

Unter Hinzuziehung von externen Experten wurden die verschiedenen Fragestellungen untersucht und dem Planungsausschuss am 17.09.2008 vorgestellt.

Zwischenlösung „Busbahn“

Die damaligen Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass Regensburg eine sehr gute Busstadt ist, aber noch keine Stadtbahn- /Straßenbahnstadt. Der Systemwechsel stellt eine zu große Hürde dar und ist daher nur als langfristiges Ziel zu betrachten. Kurz- bis mittelfristig ist eine Zwischenlösung in Form einer Busbahn anzustreben.

Aktueller Sachstand (12/2015)

Der Planungsausschuss hat 2008 die Verwaltung beauftragt, ein neues Verkehrsmodell zu erstellen, um eine aktuelle Datenbasis für weitere Untersuchungen zu einem höherwertigen ÖPNV-System zur Verfügung zu haben. Seit 2013/2014 verfügt die Stadt Regensburg über ein aktuelles Verkehrsmodell, das Prognosen für die Verkehrsentwicklung bis 2030 ermöglicht.
Ende 2015 wurde eine internationale Bietergemeinschaft beauftragt, Möglichkeiten für ein höherwertiges ÖPNV-System ergebnisoffen zu untersuchen. Mit den Arbeiten wird Anfang 2016 begonnen. Bürgerinnen und Bürger, Vertreter von Verbänden und Organisationen sowie die politischen Entscheidungsträger sollen frühzeitig in den Arbeitsprozess eingebunden werden.
Ziel der Untersuchung ist es, einen konkreten Vorschlag für ein umsetzbares und zukunftsfähiges ÖV-System zu erhalten. Dabei wird ausdrücklich auch das Liniennetz auf den Prüfstand gestellt.