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Lärmaktionsplanung nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie

Schwerpunkt Schienenverkehrslärm: Lärmaktionsplan vom Eisenbahn-Bundesamt abgeschlossen

In seiner Zuständigkeit für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes erstellt das Eisenbahn-Bundesamt alle fünf Jahre einen bundesweiten Lärmaktionsplan. Begleitet wird dies durch eine Öffentlichkeitsbeteiligung in zwei Phasen. Wichtige Grundlage ist die Kartierung der Lärmsituation im Umfeld der Bahntrassen, die ebenfalls alle fünf Jahre aktualisiert wird.

Im Zuge der Planaufstellung werden auch die Ballungsräume beteiligt. Die Stadt Regensburg hat hierbei eine Stellungnahme mit zahlreichen Anforderungen eingebracht, die bei der weiteren Prüfung für Lämminderungsmaßnahmen berücksichtigt werden soll.

Das Eisenbahn-Bundesamt hat Mitte Juli 2018 das aktuelle Planungsverfahren abgeschlossen. Die Ergebnisse können auf den Seiten des EBA eingesehen werden.

Schwerpunkt Straßenverkehrslärm: Ergebnisse der ersten Phase der Öffentlichkeitsmitwirkung

Im Rahmen der aktuell laufenden Lärmaktionsplanungen zu den Lärmquellen Straßenverkehr und Gewerbelärm hat die Öffentlichkeit die Gelegenheit genutzt, von Anfang an bei den Planungen mitzuwirken. Anwohner, aber auch in Regensburg Beschäftigte und Auszubildende waren aufgerufen, sich im Zeitraum 27.10.2014 bis 30.11.2014 über das Online-Portal „IDEEN-GEGEN-LÄRM“ mit Hinweisen zu ihrer persönlichen Lärmbetroffenheit und mit Ideen zu deren Minderung einzubringen. Teilgenommen haben insgesamt 225 registrierte Personen, die Hinweise und Vorschläge zu 230 Lärmorten gegeben haben. Außerdem wurden 80 sog. „Ruheorte“ angegeben, an denen regelmäßig eine Erholung von Lärmbelastungen stattfindet. Als Zwischenergebnis bleiben sämtliche Rückmeldungen im Onlineportal erhalten.

Im Zuge der derzeit laufenden Maßnahmenplanungen für ein in den nächsten Jahren umsetzbares Programm werden die Vorschläge der Öffentlichkeit geprüft. Zum Entwurf des Lärmaktionsplanes gibt es eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung.

Maßnahmenvorschläge LärmaktionsplanZuordnung der benannten Minderungsvorschläge zu Maßnahmenbereichen © Stadt Regensburg

Ergebnisse der Lärmkartierung

Die Kartierung der Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8.200 Kfz/Tag und der sonstigen Straßen sowie der Industrie- und Hafenanlagen wurde im Freistaat Bayern zentral durch das Landesamt für Umwelt durchgeführt.

Die Lärmsituation ist hierbei - für jede Lärmquelle getrennt - durch Isophonenbänder dargestellt. Diese geben jeweils die Lärmindizes LDEN (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex) und LNight (Nacht-Lärmindex) in Pegelklassen von 5 db(A) wieder. Eine generalisierte Auswertung der je Lärmquelle und Pegelklasse betroffenen Einwohner, Schulen und Krankenhäuser steht dort ebenfalls zur Verfügung.

Die Lärmkartierung an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes erfolgt deutschlandweit durch das Eisenbahnbundesamt. Die letzte Kartierung aus dem Jahre 2012, in der alle Strecken mit mehr als 30.000 Zügen pro Jahr einbezogen waren, wurde 2017 aktualisiert.

Lärmaktionsplanung

Nach Prüfung und Auswertung der vorliegenden aktuellen Lärmkartierungen wurde im Stadtgebiet Regensburg eine entsprechend hohe Belastung v.a. durch den Straßenverkehrslärm festgestellt. Der Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen hat deshalb in seiner Sitzung am 23.09.2014 die Durchführung einer Lärmaktionsplanung beschlossen. Im Zuständigkeitsbereich der Stadt Regensburg konzentriert sich diese Planung auf die Lärmbrennpunkte an den Hauptverkehrsstraßen und sonstigen Stadtstraßen. Zeitlich parallel führt die Regierung der Oberpfalz in Ihrer Zuständigkeit die Lärmaktionsplanung für die durch das Stadtgebiet verlaufenden Bundesautobahnen durch.

Hintergrund und Ziele

Lärm stellt insbesondere in Städten und Ballungsräumen eine große Belastung für viele Einwohner dar. Gemäß der 2002 beschlossenen EU-Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm) haben Städte mit über 100.000 Einwohnern die aktuelle Belastungssituation in ihrem Gebiet zu analysieren und für die ermittelten Belastungsschwerpunkte konkrete Maßnahmen zu prüfen, wie die Belastungen und schädigenden Lärmwirkungen vermindert und dem künftigen Entstehen von Belastungssituationen vorgebeugt werden kann. In nationales Recht umgesetzt wurde die Richtlinie 2005 im sechsten Teil des Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG).

Sowohl die Analyse als auch die darauf aufbauenden Maßnahmenschritte konzentrieren sich auf bestimmte Hauptlärmquellen. Für das Stadtgebiet Regensburg relevant sind hiervon:

  • Hauptverkehrsstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von über 3 Mio. Kfz pro Jahr bzw. 8.200 Kfz pro Tag;
  • Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von über 30.000 Zügen pro Jahr;
  • emissionsstärkere Gewerbe- und Industrieanlagen einschließlich Häfen mit einer Gesamtumschlagsleistung von mehr als 1,5 Mio. Tonnen pro Jahr.

Die Analyse der durch die Lärmquellen verursachten Belastungen erfolgt jeweils nach europaweit einheitlichen Berechnungsverfahren, mit denen auch die Vergleichbarkeit der Ergebnisse innerhalb der Europäischen Union gewährleistet werden soll. Die Lärmkartierung wird alle fünf Jahre überprüft und fortgeschrieben.