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Stadt Regensburg ist ein „Ort der Demokratie“

Die Wanderausstellung „Orte der Demokratie in Bayern“ richtet die Aufmerksamkeit auf Städte und Gemeinden, wo Demokratie konkret fassbar wird und gastiert in der Minoritenkirche.

Orte der Demokratie 1
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer enthüllt gemeinsam mit Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, eine Stele im Fechthof des Alten Rathauses. Mit dabei: die beiden Regensburger MdLs Jürgen Mistol und Margit Wild. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

25. Juli 2022

„Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen – ausgenommen alle anderen.“ Die Alternativlosigkeit hat nicht nur Winston Churchill erkannt. Auch der Bayerische Landtag möchte Demokratie sichtbar und erlebbar machen und das Bewusstsein für ihren Wert schärfen. Darum richtet die Wanderausstellung „Orte der Demokratie in Bayern“ die Aufmerksamkeit auf Städte und Gemeinden, wo Demokratie konkret fassbar wird. Seit dem Wochenende gastiert sie in der Minoritenkirche.

13 Orte in Bayern werden vom Landtag als Wegmarken der Demokratie gewürdigt und mittels Gedenkstelen sichtbar gemacht. Die Frage, warum gerade diese Orte einen entscheidenden Beitrag zur Demokratie geleistet haben, werden in der Ausstellung beantwortet. Regensburg, der Stadt der Reichstage, kommt dabei natürlich ein überregionaler Rang in der Entwicklung der Demokratie zu. Tagte doch hier der Immerwährende Reichstag von 1663 bis 1806, der parlamentarische Prozesse und Abstimmungsmodalitäten international professionalisierte. Er regelte die Kommunikation wie diplomatische Gepflogenheiten und repräsentative Inszenierungen der Teilnehmer.

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, MdL, hebt Regensburg hervor: „Regensburg ist ein ganz besonderer Ort der Demokratie in Bayern – denn er zeigt: Unsere Demokratie hat sich nicht erst im 20. Jahrhundert entwickelt. Wie weit die Vorläufer und Wurzeln unserer Demokratie zurückreichen, lässt sich im Alten Rathaus von Regensburg gut erkennen. Konsens und Kompromisse, lange und harte Verhandlungen – all das war schon ab dem 17. Jahrhundert beim „Immerwährenden Reichstag“ an der Tagesordnung. Das alte Regensburg sollte uns diesen Wert auch für heute vor Augen führen.“

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer betont: „An einem historisch so bedeutenden Ort wie dem Alten Rathaus arbeiten zu dürfen, ist Ehre und Auftrag zugleich. Die Bedeutung unserer Stadt für die Entwicklung der Demokratie wird hier unmittelbar erlebbar.“

Gut zu wissen!

Die Ausstellung, die vom 24. Juli bis zum 18. September 2022 in der Minoritenkirche im Historischen Museum gezeigt wird, veranschaulicht Stationen der Demokratie in Bayern von 1525 bis 1978. Sie stellt die Ereignisse an den jeweiligen Orten vor – seien es die zwölf Artikel, mit denen die Bauern in Memmingen 1525 Mitbestimmungsrechte einforderten, sei es die Gründung des politischen Aschermittwochs in Vilshofen 1919, die Einrichtung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes 1919 in Nürnberg oder der Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948. Die Geschehnisse werden mit historischen Exponaten, Schautafeln sowie Bild- und Textdokumenten und einem Medienterminal veranschaulicht. Begleitet wird die Erzählung der Demokratie von Graphic Novel-Szenen, mit denen über das Wesentliche der Orte in erdachten Kommentaren von Zeitgenossen berichtet wird. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Text: Dagmar Obermeier-Kundel