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Besuch des Bamberger Smart City Research Labs

Studierendengruppe mit Betreuer:innen beim Cluster Sensorik in der TechBase

Gemeinsam zur Smart City

Am 9. August 2023 begrüßte die Stabsstelle Smart City eine Studierendengruppe des Bamberger Smart City Research Labs. Ziel der Exkursion war es, sich zu ähnlichen Projekten, Herausforderungen und Lösungsansätzen auszutauschen. Denn die beiden Smart Cities Bamberg und Regensburg verbindet nicht nur ihre geographische Nähe – beide Städte sind Universitätsstädte, regionale Zentren und mit ihrem historischen Kern als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Smarte Daten- und Sensorikprojekte

Im Rahmen des gemeinsamen Austausches stellten Prof. Dr. Daniela Nicklas vom Lehrstuhl für Informatik der Universität Bamberg und die beteiligten Studierenden aus Bamberg und Seattle ihre Vorstudie CrowdAnym zu Möglichkeiten anonymer Datenerfassung als Grundlage datengetriebener Besuchslenkung vor. Das Projekt soll Aufschluss darüber geben, wie voll es in Bamberg an manchen Plätzen wirklich ist und wie die Bamberger*innen eine Datenerfassung durch Sensoren wahrnehmen, um so Lösungen zu unterstützen, die Besucher*innen intelligent lenken und große Ansammlungen von Menschen vermeiden könnten. Katja Punk, Projektkoordinatorin der Stadt Regensburg, berichtete zum Smart-City-Projekt REGENSBURG_NEXT sowie den bisherigen Ergebnissen der Strategie und Projekte. Unterschiedliche prototypische digitale und analoge Lösungen sollen in Regensburg Barrierefreiheit und Inklusion, Aufenthaltsqualität und Multifunktionalität fördern, aber auch Stadtentwicklungsprozesse zukunftsorientiert gestalten. Agnes Schiele, Stadtentwicklerin, ging vertieft auf das Projekt Neue Horizonte Altstadt ein, das sich mit sensorischer Mobilitätsstrommessung in der historischen Altstadt Regensburgs befasst, um Erkenntnisse zu Bewegungsmustern und Angebotsbedarfen zu sammeln. Diskutiert wurden insbesondere Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen Technologien hinsichtlich Genauigkeit, Datenschutz und infrastruktureller Anbindung.

Am Nachmittag konnte das Bamberger Smart City Research Lab an der OTH Regensburg den Prototypen des Regensburger Digitalen Energie-Zwillings kennenlernen. Simon Thelen, der an der Entwicklung des Systems mitgewirkt hat, stellte Funktionalität, Datengrundlagen und Prozesse des 3D-Modells vor, das Gebäude mit energetischen Verbrauchsdaten abbildet und durch die Simulation unterschiedlicher Szenarien zu Gebäudemasse und Energiesystem u.a. Anreize zur energetischen Sanierung schaffen soll.

Technologie und Innovation im Cluster Sensorik

Im Anschluss besuchte die Gruppe die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. – auch als Cluster Sensorik oder bayerisches Sensorik-Netzwerk weithin bekannt – in ihrer Geschäftsstelle in der TechBase, wo sie zunächst das Netzwerk, seine Mitglieder, Aktivitäten und Projekte kennenlernen konnte. Als Mitglied des Smart-City-Beirats ist das Cluster ein wichtiger Partner in der Entwicklung Regensburgs zur Smart City.

Geschäftsführer Matthias Streller betonte dabei die Bedeutung von Sensortechnologie für die Entwicklung nachhaltiger smarter Städte insbesondere in den Bereichen Mobilität, Produktion, Energie und Umwelt. Vor allem die Projekte mit unterschiedlichsten Anwendungsfällen von sensorischem Gebäude- oder Straßenmonitoring bis hin zum teilautonomen, nach dem Vorbild der Natur konzipierten Robotiksystem „Manta", das dank seiner flexiblen 3D-Sensoraußenhaut zum Umweltmonitoring am Meeresboden – und natürlich auch in städtischen Gewässern – eingesetzt werden kann, weckten bei den Studierenden großes Interesse. Bei einer Führung durch die TechBase konnte die Gruppe einige Aspekte des smarten und nachhaltigen Gebäudemanagements direkt vor Ort erleben. Schließlich konnten die Besucher*innen auch noch das in Regensburg entwickelte SensorBeaconSystem live testen. Mit Hilfe dieses IIoT-Ökosystems lassen sich Daten in Echtzeit erfassen und auswerten. Mit einem Datenbestand von über sieben Milliarden Messwertdaten zeigte dieses Ökosystem auch spannende Ansätze zur Analyse sehr großer Datensätze auf.

In der abschließenden gemeinsamen Diskussion waren sich alle einig: Egal, ob in Forschung oder Lösungsentwicklung – Sensortechnologien und -daten sind ein wesentlicher Treiber der Zukunftsthemen einer Smart City.