Interkulturelle Wochen 2026
Interkulturelle Wochen 2026 in Regensburg
©
Integrationsbeirat der Stadt Regensburg; Plakatmotiv: Ökumenischer Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen WocheUnter dem Motto „dafür!“ organisiert der Integrationsbeirat der Stadt Regensburg gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartner*innen wieder eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen. Die Interkulturellen Wochen 2026 in Regensburg laufen vom 11. September bis zum 17. Oktober.
Das Programm umfasst in diesem Jahr über 40 Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Art.
Der Integrationsbeirat freut sich, wie in den beiden Vorjahren, über die großzügige Unterstützung des BMW Group Werk Regensburg.
Wichtiger Hinweis
In der gedruckten Version des Programmhefts ist für die Veranstaltung "Das Bayerische Integrationsgesetz (BayIntG) – (K)Eine Erfolgsgeschichte? Konzeption, Inhalt und verfassungsrechtliche Kontroverse" am 1. Oktober 2026 eine falsche Startzeit angegeben. Die korrekte Startzeit ist 19 Uhr. In der digitalen Download-Version wurde der Fehler korrigiert.
Grußwort des Oberbürgermeisters zu den Interkulturellen Wochen 2026
Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger
©
Bilddokumentation Stadt RegensburgLiebe Regensburgerinnen und Regensburger,
unsere Stadt lebt von den Menschen, die sie gestalten – von ihren Erfahrungen, ihren Lebensgeschichten und
ihren unterschiedlichen kulturellen Wurzeln. Genau diese Vielfalt macht Regensburg so lebendig, liebenswert
und zukunftsfähig. Die Interkulturellen Wochen laden uns auch in diesem Jahr wieder dazu ein, diesen Reichtum bewusst zu erleben und den Dialog miteinander zu führen.
Das bundesweite Motto „dafür!“ ist ebenso einfach wie kraftvoll. Es ermutigt aktiv Haltung zu zeigen: für ein respektvolles Miteinander, für gegenseitiges Verständnis und für eine Stadtgesellschaft, in der alle Menschen ihren Platz haben und zu der sie sich zugehörig fühlen. In Zeiten, in denen öffentliche Debatten leider oft von Unsicherheit und Polarisierung geprägt sind, ist dieses positive Signal wichtiger denn je.
Die Interkulturellen Wochen zeigen eindrucksvoll, wie bereichernd echte Begegnungen sind. Ob bei Vorträgen, Ausstellungen, Konzerten, Diskussionen oder gemeinsamen Festen – überall entstehen Räume, um einander besser kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und neue Perspektiven einzunehmen. So wächst Vertrauen, und aus flüchtigen Begegnungen entsteht echte Gemeinschaft.
Mein herzlicher Dank gilt allen Vereinen, Initiativen, Religionsgemeinschaften, Bildungseinrichtungen und den vielen engagierten Ehrenamtlichen, die dieses vielseitige Programm mit mehr als 40 Programmpunkten auf die Beine gestellt haben. Ein besonderer Dank geht an den Integrationsbeirat der Stadt Regensburg und das Amt für Integration und Migration für die hervorragende Organisation sowie an das BMW Group Werk Regensburg, das die Interkulturellen Wochen auch in diesem Jahr wieder als verlässlicher Sponsor unterstützt.
Ich lade Sie alle von Herzen ein: Besuchen Sie die zahlreichen Veranstaltungen, kommen Sie miteinander ins Gespräch und wagen Sie neue Begegnungen. Lassen Sie uns gemeinsam ein starkes Zeichen „dafür!“ setzen, dass Offenheit, Respekt und Zusammenhalt das Fundament unserer Stadt sind und bleiben.
Ihr
Dr. Thomas Burger
Oberbürgermeister
Komplettes Programm als Download
Vorwort des Integrationsbeirats zu den Interkulturellen Wochen 2026
Liebe Mitbürger*innen, liebe Teilnehmer*innen und liebe Regensburger*innen,
Regensburg ist vielfältig. Und das ist gut so.
Diese Vielfalt prägt unsere Stadt jeden Tag. In unseren Schulen und Kitas, in den Betrieben, auf den Sportplätzen, in den Vereinen und Nachbarschaften. Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Kulturen, Religionen und Lebensentwürfen leben hier zusammen. Sie arbeiten, lernen, gründen Familien, engagieren sich ehrenamtlich und übernehmen Verantwortung. Sie sind nicht Gäste unserer Gesellschaft. Sie sind Teil von ihr.
Doch Vielfalt ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss geschützt, gestaltet und immer wieder neu verteidigt werden. Genau dafür stehen die Interkulturellen Wochen 2026. Unser Motto „dafür!“ ist mehr als ein Wort. Es ist eine Haltung. Eine bewusste Entscheidung für eine offene, demokratische und solidarische Gesellschaft. Für gleiche Rechte. Für gleiche Chancen. Für eine Stadt, in der niemand aufgrund seiner Herkunft, Religion, Hautfarbe, sexuellen Identität oder seines Aufenthaltsstatus ausgegrenzt wird.
Denn Demokratie zeigt sich nicht nur an Wahltagen. Sie zeigt sich jeden Tag. Sie zeigt sich daran, wie wir miteinander sprechen, wie wir Konflikte austragen und wie wir mit den Menschen umgehen, die den geringsten politischen Einfluss haben. Genau hier stehen wir als Gesellschaft vor einer großen Herausforderung und Verantwortung. Migration und Flucht sind zu einem politischen Dauerthema geworden. Viel zu oft wird dabei nicht über Lösungen gesprochen, sondern über Schuldige. Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung werden für Probleme verantwortlich gemacht, die ihre Ursachen in jahrzehntelangem Wohnungsmangel, sozialer Ungleichheit, fehlenden Investitionen in Bildung, einem überlasteten Gesundheits- und Pflegesystem oder einer ungerechten Verteilung von Ressourcen haben. Wer die Schwächsten der Gesellschaft zu Sündenböcken macht, löst keine Probleme. Er verhindert Lösungen.
Gleichzeitig beobachten wir mit Sorge, wie rechte Parteien versuchen, Vielfalt für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. Einzelne Menschen mit Migrationsgeschichte, homosexuelle Parteimitglieder oder eigene Interessengruppen werden als Beleg einer vermeintlichen Offenheit präsentiert. Gleichzeitig wird unter Schlagworten wie „Remigration“ Millionen Menschen mit internationaler Geschichte signalisiert, sie gehörten nicht wirklich zu diesem Land, selbst wenn sie hier geboren und aufgewachsen sind oder die Staatsbürgerschaft haben. Vielfalt wird sichtbar gemacht, wenn sie dem eigenen Image dient und bekämpft, sobald gleiche Rechte und gleichberechtigte Teilhabe eingefordert werden.
Noch alarmierender ist, dass sich der politische Diskurs insgesamt verändert hat. Forderungen und Positionen, die noch vor wenigen Jahren fast ausschließlich von der AfD vertreten wurden, finden heute zunehmend Eingang in öffentliche Debatten und beeinflussen politische Entscheidungen. Die Hoffnung, auf diesem Weg Wähler*innen zurückzugewinnen, hat sich bislang nicht erfüllt. Forscher*innen weisen seit Jahren darauf hin, dass die Übernahme rechter Narrative meist nicht die demokratische Mitte stärkt, sondern die Rechten selbst. Wer ihre Themen übernimmt, macht ihre Weltsicht gesellschaftlich anschlussfähig.
Die Folgen dieser Entwicklung treffen vor allem diejenigen, die ohnehin zu den verletzlichsten Gruppen unserer Gesellschaft gehören. Familien werden auseinandergerissen. Der Zugang zu Arbeit und Bildung wird erschwert. Die Bezahlkarte vermittelt Misstrauen statt Perspektiven. Rassismus auf dem Wohnungsmarkt, in Behörden oder im Berufsleben gehört für viele Menschen weiterhin zum Alltag. Wir erwarten Integration, erschweren aber genau die Voraussetzungen, die Integration gelingen lassen.
Dabei kennen wir die Antworten längst. Integration gelingt dort, wo Menschen schnell arbeiten können. Wo Kinder unab-hängig von ihrer Herkunft die gleichen Bildungschancen erhalten. Wo bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist. Wo Diskriminierung konsequent bekämpft wird. Wo Familien zusammenleben können. Und wo Menschen, die dauerhaft Teil unserer Gesellschaft sind, auch politisch mitentscheiden dürfen. Denn Demokratie endet nicht an der Staatsangehörigkeit. Demokratie lebt davon, dass möglichst viele Menschen ihre Gesellschaft mitgestalten können.
Gerade deshalb trägt auch Regensburg Verantwortung. Unsere Stadt lebt von ihrer Vielfalt. Aber auch hier erleben Menschen Ausgrenzung, Benachteiligung und Alltagsrassismus. Auch hier entscheidet sich, ob Teilhabe Wirklichkeit wird oder ein Versprechen bleibt. Der Integrationsbeirat versteht sich deshalb nicht nur als beratendes Gremium, sondern als politische Interessenvertretung der vielfältigen Stadtgesellschaft. Wir geben den Menschen eine Stimme, die selbst oft keine politische Beteiligung haben und von Entscheidungen besonders betroffen sind. Wir bringen ihre Perspektiven in die kommunale Politik, benennen Missstände und setzen uns für kommunales Wahlrecht, Antirassismus, gleichberechtigte Teilhabe und eine Stadt ein, in der alle Menschen die gleichen Chancen haben.
Die Interkulturellen Wochen sind dafür der passende Ort. Sie schaffen seit mehr als fünf Jahrzehnten Räume für Begegnung, Diskussion und gegenseitiges Lernen. Sie bringen Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden. Sie zeigen, dass Zusammenhalt nicht durch Abgrenzung entsteht, sondern durch gemeinsames Erleben, gegenseitigen Respekt und das ehrliche Interesse am Gegenüber.
Dafür stehen wir.
Dafür, dass Familien zusammengehören.
Dafür, dass soziale Gerechtigkeit alle meint.
Dafür, dass Herkunft niemals über Lebenschancen entscheidet.
Dafür, dass alle Menschen, die hier leben, unsere Demokratie mitgestalten können.
Dafür, dass Menschenrechte uneingeschränkt für alle gelten.
Dafür, dass Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit, Antiziganismus, Queerfeindlichkeit und jede andere Form von Menschenfeindlichkeit keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Und dafür, dass wir den Mut haben, Haltung zu zeigen, gerade dann, wenn Gegenwind stärker wird.
Die Interkulturellen Wochen laden Sie ein, dabei zu sein. Begegnen Sie Menschen. Hören Sie zu. Diskutieren Sie. Lernen Sie neue Perspektiven kennen. Mischen Sie sich ein, wenn Vorurteile lauter werden als Fakten. Denn eine offene Gesellschaft entsteht nicht von allein. Sie entsteht dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen.
Die Zukunft Regensburgs entscheidet sich nicht morgen.
Sie entscheidet sich heute.
Gestalten wir sie gemeinsam.
Dafür.
Wir wünschen Ihnen inspirierende Begegnungen, neue Perspektiven und viele bereichernde Erfahrungen während der Interkulturellen Wochen 2026.
Vielen Dank und viele Grüße
Ihr Integrationsbeirat der Stadt Regensburg
Weitere Informationen
©
GS DesignwerkstattMit freundlicher Unterstützung von
©
BMW AGAnsprechpartner
93047 Regensburg
Postfach: 11 06 43
93019 Regensburg
(0941) 507-1772
(0941) 507-1779
ZWQuZ3J1YnNuZWdlciRub2l0YXJnaW1kbnVub2l0YXJnZXRuaXJldWZ0bWE=weitere Informationen
Ansprechpartner
93047 Regensburg
Postfach: 11 06 43
93019 Regensburg
(0941) 507-3772
(0941) 507-3779
ZWQuZ3J1YnNuZWdlciR0YXJpZWJzbm9pdGFyZ2V0bmk=weitere Informationen
