Navigation und Service

Unterstützung für Senioren in der Pandemie

507-3541 lautet die zentrale Telefonnummer für Seniorinnen und Senioren bei der Stadt Regensburg. Während der Corona-Pandemie finden sie hier nicht nur Beratung und Hilfe in allen Lebenslagen, sondern auch jemanden zum Reden und Zuhören.

Nah dran - Unterstützung für Senioren in der Pandemie

12. Februar 2021

Die Hotline „Einfach mal reden“ steht unter 507-3541 immer von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr zur Verfügung. Sie ist nur eines der Angebote, die das Seniorenamt auch während des Lockdowns aufrechterhält oder extra neu eingerichtet hat. „Uns ist ganz wichtig, niemanden allein zu lassen und die älteren Menschen und ihre Angehörigen auch in dieser Situation zuverlässig zu begleiten und zu unterstützen“, sagt Sozialbürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. Wie gewohnt erreichbar ist der allgemeine Sozialdienst. Vor allem die Fachstelle für pflegende Angehörige sei im Lockdown besonders gefragt, weiß die Leiterin des Seniorenamts Petra Frauenstein: „Da ist der Druck sehr hoch.“ Die Fachstelle berät in allen Fragen rund um die Pflege und vermittelt die Ratsuchenden an die zuständigen Stellen. „Wenn zum Beispiel ein Elternteil plötzlich pflegebedürftig wird, informieren wir die Angehörigen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in Regensburg gibt, und wohin sie sich wenden können.“ Praktische Unterstützung für Menschen, die Demenzkranke betreuen, bietet der Helferkreis Auszeit. Die ehrenamtlichen Helferinnen kommen einmal in der Woche in die Familie und übernehmen die Betreuung, damit der oder die Angehörige Besorgungen machen oder etwas für sich tun kann. Obwohl es allen Ehrenamtlichen freigestellt ist, ob sie ihr Amt momentan weiter ausfüllen oder lieber ruhen lassen möchten, kann dieser wichtige Dienst auch während der Pandemie aufrechterhalten werden. „Dafür sind wir den Frauen, die sich hier derzeit engagieren, sehr dankbar“, so die Seniorenamtsleiterin.

Altersgerechter Umbau der Wohnung

Auch die Fachstelle Wohnen und Technik steht weiterhin zur Verfügung. Ein wichtiges Beratungsfeld in diesem Bereich ist die Wohnraumanpassung, „das heißt die Umgestaltung der Wohnung, so dass man auch trotz nachlassender Mobilität weiterhin dort bleiben und seinen Alltag bewältigen kann“, so Frauenstein. Das könne zum Beispiel der Einbau einer niveaugleichen Duschkabine anstelle der Badewanne sein oder die Installation eines Treppenlifts. Die Nachfrage nach dieser Beratung habe während der Pandemie spürbar nachgelassen. „Wir gehen aber davon aus, dass das nicht daran liegt, dass der Bedarf zurückgegangen wäre, sondern daran, dass viele ältere Menschen aus Angst vor Ansteckung möglichst niemanden zuhause empfangen möchten.“ Dabei sei eine Beratung oft auch telefonisch möglich. Hausbesuche gebe es momentan nur in ganz besonders dringenden Fällen, und dann selbstverständlich stets unter Beachtung aller notwendigen Maßnahmen zum Infektionsschutz.

Nah dran - Unterstützung für Senioren in der Pandemie - Jung für Alt
Das Team „Jung für Alt“ bietet einen Einkaufsservice an. © 123rf.com/kzenon

Hilfe im Alltag

Erste Anlaufstelle für die älteren Menschen und ihre Angehörigen, die beim Seniorenamt Unterstützung suchen, ist die Telefonnummer 507-3541. „An uns können sie sich mit jedem altersspezifischen Anliegen wenden“, erklärt Sandra Fürst-Wächter, die für den Telefondienst zuständig ist. In manchen Fällen könne sie direkt weiterhelfen, in anderen vermittele sie an die zuständigen Fachstellen. Die Themen der Anruferinnen und Anrufer seien vielfältig. „Oft geht es um Fragen zur Vorsorgevollmacht oder zur Patientenverfügung, oder darum, wie man einen Schwerbehindertenausweis beantragt. Momentan ist auch die Corona-Schutzimpfung ein ganz wichtiges Thema.“ Aber auch wer praktische Hilfe, zum Beispiel bei Behördengängen, benötigt, wer nicht mehr allein Einkaufen gehen kann oder wer einen Gesprächspartner oder eine Begleitung für gemeinsame Spaziergänge sucht, ist bei Fürst-Wächter richtig. „Für solche Fälle stehen unsere ehrenamtlichen Alltagslotsten zur Verfügung.“ Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Interesse, sich hier für ältere Menschen ehrenamtlich zu engagieren, noch einmal deutlich gestiegen. Weil so viele, vor allem jüngere Menschen ihre Hilfe angeboten haben, konnten die Alltagslotsen sogar um ein zweites Team erweitert werden. Dieses neue Team namens „Jung für Alt“ bietet momentan vor allem Hilfe beim Einkaufen an. „Mit Besuchen sind wir wegen der Ansteckungsgefahr derzeit vorsichtig“, so Fürst-Wächter. Allerdings gebe es Ausnahmen. „Manchmal melden sich ältere Menschen bei uns, die seit Wochen nicht mehr draußen waren und keinen menschlichen Kontakt mehr hatten.“ In solchen extremen Fällen werden auch jetzt persönliche Besuche vermittelt, natürlich mit allen nötigen Hygienemaßnahmen.

Computerprobleme? senioren@home hilft.

Ganz ohne direkten Kontakt, und damit in jedem Fall perfekt Corona-konform, läuft der Service senioren@home, der vom Treffpunkt Seniorenbüro im Netzwerk ReNeNa – „Regensburgs Nette Nachbarn“ – angeboten wird. Dabei unterstützen Ehrenamtliche Seniorinnen und Senioren bei Computerproblemen, indem sie sich per Fernwartung auf den PC der Ratsuchenden aufschalten. „Dieses Angebot wird derzeit sehr stark nachgefragt“, sagt Petra Frauenstein. Denn für viele Seniorinnen und Senioren habe der Computer in der Pandemie eine ganz neue Bedeutung bekommen – als Brücke, um mit Verwandten und Freunden in Kontakt zu bleiben, bis wieder persönliche Treffen möglich sind.

Nah dran - Unterstützung für Senioren in der Pandemie - Computerprobleme

Text: Katrin Butz