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Im Dialog zur Klimaresilienz

Am Freitag, 10. September 2021, ging das Dialogformat „Stadt im Gespräch“ in die zweite Runde. Dieses Mal sprachen OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer und der Umweltbürgermeister Ludwig Artinger mit etwa 50 Bürgerinnen und Bürger über das Thema Klimaresilienz in Regensburg.

Stadt im Gespräch - Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (10.09.2021)
Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer begrüßt zusammen mit Umweltbürgermeister Ludwig Artinger zum zweiten „Stadt im Gespräch“ am St.-Kassians-Platz zum Thema Klimaresilienz. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

20. September 2021

Freitagnachmittag, blauer Himmel, warme Temperaturen – und am St.-Kassians-Platz stehen die Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeister Ludwig Artinger bereit, um den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort zu stehen. Dieses Mal standen die Themen zur Klimaresilienz im Mittelpunkt. Damit sind vor allem die Klimaanpassungen gemeint, die sich durch die Auswirkungen des Klimawandels ergeben. Im Vergleich dazu befasst sich der Klimaschutz mit den eigentlichen Ursachen, die den Klimawandel verursachen.

Bei der Klimaresilienz in Regensburg geht es also unter anderem darum, Grünflächen nachhaltig zu entwickeln bzw. zu erhalten, um die Temperaturen auf Plätzen herabzusenken und Frischluftschneisen zu bilden bzw. weiter auszubauen. „Die Stadt zu begrünen ist aber gar nicht so einfach“, erklärt OB Maltz-Schwarzfischer. „Vor allem in der Altstadt sind im Boden zahlreiche Sparten verlegt. Da kann man leider nicht überall Bäume pflanzen.“ Um trotzdem für Abkühlung zu sorgen, gibt es zum Glück noch alternative Maßnahmen: „Wir haben vor gut zwei Jahren angefangen, die Brunnen in der Stadt zu sanieren, damit sie wieder Wasser führen können. Jahrelang waren sie trockengelegt und nur mit Pflanzen geschmückt. Nun sorgen die Brunnen wieder für Abkühlung“, so die OB. Auch die Begrünung von Dächern ist eine gute Alternative. Dies ist aber in der Altstadt – aufgrund des Denkmalschutzes – nur bedingt möglich ist. Was viele nicht wissen: Für das Stadtgebiet gibt es ein sogenanntes Gründachkataster, das gut geeignete Gründächer in Regensburg auf einer Karte kenntlich macht. Gleiches gibt es für PV-Anlagen, das sogenannte Solarpotenzialkataster.

Ein Teilnehmer hat die Dialogmöglichkeit genutzt, Kritik zu äußern. Seiner Meinung nach sei seit 2011 im Grunde nichts passiert in Sachen Klimaresilienz in Regensburg – und daran habe sich mit der Einstellung einer städtischen Klimaresilienzmanagerin Ende 2018 auch nichts geändert. Diesen Vorwurf konnte weder die OB noch der Umweltbürgermeister Ludwig Artinger so stehen lassen: „Es müssen zunächst Grundlagen geschaffen werden. Und genau das macht Frau Schätz gerade. Sie hat außerdem schon zwei Broschüren zum Thema Starkregen herausgebracht, die Planenden und Bauenden als Hilfestellung dienen. Und erst Anfang dieses Jahres wurde der Klimaresilienzbericht veröffentlicht, der das bisherige Tun, die geplanten Maßnahmen und die zukünftigen Schritte zur Stärkung der Klimaresilienz in Regensburg zusammenfasst“, klärt die OB auf. „Und ja, es stimmt. 2011 hat man die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Dieses Defizit wurde 2018 jedoch behoben.

Als Leuchtturmprojekt haben die Stadtoberhäupter außerdem das klimaneutral geplante Baugebiet am Standort der ehemaligen Prinz-Leopold- und Pionierkaserne im Stadtosten hervorgehoben. „Die Stadt will und muss mit gutem Beispiel vorangehen. Hier wurde wirklich alles mitgedacht und sogar ein quartiersbezogener Energienutzungsplan erarbeitet“, begeistert sich OB Maltz-Schwarzfischer. „Auch das RUBINA und die Sanierung der Margaretenau verweisen auf die Marschrichtung zukünftiger Bauprojekte.“

Alles in allem war die Stimmung auf dem St.-Kassians-Platz sehr konstruktiv. Es gab auch Lob für die Stadt, die gerade für Außenstehende sehr attraktiv und lebenswert erscheint. In diesem Punkt waren sich auch alle einig. Man dürfe sich auf diesem aktuellen Zustand jedoch nicht ausruhen, sondern muss auch weiterhin dafür sorgen, dass Regensburg lebenswert bleibt. „Dieser Aufgabe sind wir uns sehr wohl bewusst und das ist es auch, was uns in unserem täglichen Tun antreibt“, schloss OB Maltz-Schwarzfischer das diesjährige Format.

Die Veranstaltungsreihe wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 fortgesetzt.