Navigation und Service

neunkubikmeter

Kultur - NEUNKUBIKMETER - Logo

Bespielung von „neunkubikmeter“

Bis Ende Dezember 2022 wird vom Kulturamt der Stadt Regensburg der Schaukasten (Nummer 4) in der Pustetpassage angemietet, um einen temporären und markanten Raum für Kunst, Kultur und außergewöhnliche Ideen zu schaffen.

Der Schaukasten mit den Maßen 2,84 m x 1,925 m x 1,02 m wird in einem Turnus von drei Wochen zu einem temporären Kunst-, Kultur- und Ideenraum.

Der ungewöhnliche Raum wird den bildenden und darstellenden Künsten, der Literatur, der Medienkunst und allen Genres und Sparten zur Verfügung gestellt und soll für ungewöhnliche Ideen im ungewöhnlichen Format genutzt werden.

Das Kulturreferat/Kulturamt der Stadt Regensburg arbeiten seit Beginn der Corona-Krise an Möglichkeiten, die Künstlerinnen und Künstler unserer Stadt zu unterstützen und Plattformen zu schaffen, wo Kunst und Kultur auch während dieser Zeit gezeigt werden können.

Bewerbungen für 2022 können noch bis 23. Januar 2022 unter ZWQuZ3J1YnNuZWdlciRsYXRyb3BydXRsdWs= eingereicht werden. Download Open Call.

Wunderkammern als Vorläufer des modernen Museums

In der Renaissance wuchs das wissenschaftliche Interesse an Natur und Kunst. Für viele führte dieses Interesse zu einer regelrechten Sammelleidenschaft: Wer es sich leisten konnte, häufte allerlei kuriose Objekte aus Natur, Kunst und Handwerk an, darunter Tierknochen, Edelmetalle, Kunsthandwerk, Skulpturen oder ausgestopfte Tiere. Diese Objekte wurden in eigens dafür vorgesehenen Räumen oder Kabinetten miteinander ausgestellt. Zum Ausstellungsstück erhoben, erhielt jedes der vielfältig gemischten Exponate dieselbe Anerkennung als wertvoller Kunstschatz. Diese frühen Vorläufer unserer heutigen Museen werden als „Wunderkammern“ bezeichnet. Sie befanden sich ausschließlich in Privatbesitz und dienten Repräsentations- oder Bildungszwecken. Der breiten Öffentlichkeit blieben die Sammelsurien meist verschlossen.

Ein Mikrokosmos im Glaskasten

Ganz anders zeigt sich da die moderne Wunderkammer von Renate Höning und Barbara Sophie Höcherl, die sich spektakulär im Schaufenster ausbreitet, um die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden zu erhaschen. Zu entdecken gibt es verschiedene Stücke aus dem Oeuvre der beiden Künstlerinnen, zum Beispiel Bronze-, Silikon- und Glasgüsse, Stricksachen aus Draht, Latexabformungen und Papierarbeiten. Dazwischen tummeln sich jedoch auch Objekte aus vermeintlich minderwertigen Materialien, im Stil der arte povera, und zufällige Fundstücke, objets trouvés, die als Ausstellungsstücke im Schaufenster ihre Daseinsberechtigung als Kunstwerk erlangen.

Im begrenzten Raum des Glaskastens schafft das Künstlerinnenduo so einen Mikrokosmos seiner eigenen Lebens- und Arbeitswelt. „Die Fülle an Dingen, Schaustücken und Vitrinenobjekten macht so den Schaukasten ‚neunkubikmeter‘ zu dem, was er ist: Ein Ort des Schauens, des Entdeckens und (optional: – im besten Fall –) auch des Empfindens.“, beschreibt Peter Lang, Herausgeber des Kulturjournals, und konstatiert weiter: „Wie alle Kunst stellt diese Wunderkammer […] nichts anderes als den Versuch dar, die Geheimnisse der Natur und so die Stellung des Menschen innerhalb des Universums, wenigstens innerhalb der Gesellschaft, zu ergründen.“

Kultur - neunkubikmeter Barbara Sophie Höcherl und Renate Höning - Detail 2

Über die Künstlerinnen

Barbara Sophie Höcherl, Jahrgang 1983, studierte an der Westböhmischen Universität für Kunst und Design in Pilsen und arbeitet seit ihrem Bachelor-Abschluss in Illustration und Grafik als freischaffende Künstlerin. Sie ist Mitgründerin des Künstlerkollektivs Šiška und beschäftigt sich insbesondere mit Plastik, Installation und Zeichnung. Renate Höning, Jahrgang 1958, ist Leiterin des Ateliers „Kunst inklusiv“ im Künstlerhaus Andreasstadel und arbeitet vor allem mit Objektkunst, Skulptur und Zeichnung. Beide sind gebürtige Oberpfälzerinnen und haben ihren Arbeitsschwerpunkt in Regensburg.