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Koexistenz von Mensch, Stadt, Land und Fluss

Kultur - Dreikampf

Ausstellung zum kulturellen Jahresthema 2018 im Andreas-Stadel

Im Rahmen des kulturellen Jahresthemas der Stadt Regensburg „Stadt – Land – Fluss“ ist vom 13. April bis zum 6. Mai 2018 in der Stadel-Galerie im Künstlerhaus Andreas-Stadel (Andreasstraße 28) die Ausstellung „Koexistenz“ von Lena Schabus und Christiane Settele zu sehen. Die beiden Förderkünstlerinnen der Oswald Zitzelsberger Kunst- und Kulturstiftung arbeiten seit Januar 2017 zusammen in einem der Ateliers des Künstlerhauses und präsentieren nun in ihrer gemeinsamen Ausstellung unterschiedliche Positionen zum Thema „Koexistenz“ in den Sparten Ölmalerei und digitales Bildcomposing.

Die Ausstellung wird am Freitag, 13. April um 19 Uhr eröffnet, die Einführung übernimmt der Kunsthistoriker Dr. Herbert Schneidler.

Zwei unterschiedliche Herangehensweisen

Während Schabus die Aspekte Stadt – Land – Fluss in ihren Bildern in gegenständlicher Form zeigt und die Betrachterinnen und Betrachter zunächst bezüglich der Existenz der nicht realen Orte und Geschehnisse täuscht, lässt Settele die Thematik anhand von unterschiedlichen Formen und Farben nachspüren und schafft ein Wechselspiel zwischen Organik und Tektonik, indem figurative Formzusammenhänge die Elemente verbinden.

Die Beziehung und Koexistenz von Mensch, Stadt, Land und Fluss wird innerhalb zweier Positionen gezeigt, jedoch jeweils in ihrer nicht vollständig entschlüsselbaren Ambivalenz und ihrem Zusammenwirken.

Nur auf den ersten Blick pure Harmonie

Lena Schabus‘ digitale Bildcomposings beschreiben auf den ersten Blick den Begriff einer friedlichen Koexistenz. Durch die Kombination von Landschaft und Wolken erwecken die Bilder zunächst den Eindruck einer realen Landschaftsfotografie. Auf den zweiten Blick hingegen irritieren fremde Strukturen in den Wolken und erwecken den Eindruck, etwas Menschengemachtes, ja Künstliches, mischt sich ein. Diese Art „Störung“ wird in den anderen Arbeiten fortgeführt, die friedliche Koexistenz von Natur und Mensch wird in Frage gestellt.

Bei näherem Betrachten zeigt sich stets, dass hier, anders als erst vermutet,  nicht die Wirklichkeit abgebildet wird: Die dargestellte Natur ist geprägt vom Eingreifen des Menschen, bis hin zur Zerstörung: von der Kultivierung der Landschaft, über die Missachtung der Umwelt bis schließlich zu deren Vergiftung.

Beziehungen zwischen Menschen und deren Umgebung

Christiane Setteles Arbeiten sind geprägt von unterschiedlichsten Gefügen zwischen Menschen und deren Umgebung. Organische Formen werden zu Menschenansammlungen, der größtenteils undefinierte Umraum erinnert durch die nicht eindeutig geklärte Räumlichkeit sowohl an die Unbegrenztheit der Natur als auch an die zum Teil durch geometrische Formen und Linien „bebaute“ Flächen. Innenraum wird zu Außenraum und umgekehrt.

Settele thematisiert das Verhältnis von aufeinander einwirkenden Kräften. Organische Gebilde ballen sich zu Konglomeraten, während sie sich an anderer Stelle voneinander lösen und abgrenzen. Es bilden sich Gegensätze zwischen verschiedenen Bildpartien heraus: Körperlichkeit und deren Auflösung werden gegenübergestellt, Eröffnung und Negation von Räumlichkeit wechseln sich ab. Diese Ambivalenz wird durch Farbkontraste und das Wechselspiel von grafischen und malerischen Elementen unterstützt.

Zu den Künstlerinnen 

Die aus Oberbayern stammende Christiane Settele (geb. 1988) und die aus Niederbayern stammende Lena Schabus (geb. 1990) haben beide sowohl ihr Bachelor- als auch Masterstudium an der Universität Regensburg absolviert. Schabus wurde 2016 mit dem Kunstpreis des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg e. V. ausgezeichnet. Settele kann bereits einen berühmten Käufer verzeichnen: 2015 erwarben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Pinakothek der Moderne, München eines ihrer Werke.