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„Die Arbeit des Erziehungs- und Lehrpersonals ist zukunftsrelevant!“

Dr. Hermann Hage, Referent für Bildung, berichtet von der Corona-bedingten Situation in Kindertageseinrichtungen und an Schulen nach den Ferien.

Dr. Hermann Hage, Referent für Bildung - Porträt quer
Bildungsreferent Dr. Hermann Hage © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Die Corona-Pandemie betrifft nahezu jeden Lebensbereich – so auch Schule und Kinderbetreuung. Zeitweise Kita- und Schulschließungen, Unterrichtsausfälle und Home-Schooling machten es den Kindern in den ersten Monaten der Pandemie schwer, etwas zu lernen und auch der Spaß am Unterricht kam, ohne den Kontakt zu den Klassenkameraden, zu kurz. Problematisch war diese Zeit aber auch für die Eltern, die versuchen mussten, Beruf und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Umso wichtiger war es, beim Start des neuen Schuljahres 2020/21 und beim Start der Kinderbetreuung vorbereitet zu sein – und zwar so gut wie möglich. Doch entsprechende Maßnahmen abzustimmen und festzulegen gestaltete sich aufgrund der angespannten Corona-Situation, der seit einigen Wochen wieder steigenden Fallzahlen und der fehlenden Klarheit über die Konsequenzen mehr als schwierig.

Am 1. September 2020 erfolgte bei den Kindertageseinrichtungen die Rückkehr in den Regelbetrieb. Um diesen gewährleisten zu können und die Kinder und die Beschäftigten bestmöglich vor dem Coronavirus zu schützen, mussten Vorkehrungen getroffen werden. Auch das Infektionsschutzgesetz verpflichtete alle Kindertageseinrichtungen dazu, Hygienepläne und Verfahrensregeln für den Infektionsschutz festzulegen. Ziel ist es dabei, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Da sich das Distanzgebot in der Arbeit mit Kindern im Alter bis zur Einschulung kaum umsetzen lässt, ist es umso wichtiger, dass Maßnahmen ergriffen werden, die dies teilweise ausgleichen.

So wurde zum Beispiel ein auf die jeweilige Örtlichkeit bezogener Stufenplan mit entsprechenden Zugangs- und Hygienemaßnahmen eingeführt, der zwischen Regelbetrieb, eingeschränktem Betrieb und eingeschränkter Notbetreuung unterscheidet. Welche Stufe vorliegt, beziehungsweise wie auf welche Gefährdungslage zu reagieren ist, gibt das Gesundheitsamt vor. Um das Personal darüber hinaus zu schützen, gibt es ein spezielles Testangebot für alle Kräfte, die direkten Kontakt zu den betreuten Kindern haben. Auch wenn man sich in Bayern jederzeit auf das Coronavirus testen lassen kann, gibt es nun zusätzlich die Möglichkeit von freiwilligen Reihentestungen. Selbstverständlich werden auch die Kinder in Bezug auf notwendige Hygieneregeln miteinbezogen, indem zum Beispiel das richtige Händewaschen eingeübt oder stündlich gelüftet wird. Wird bei einem Kind oder bei einem Mitarbeiter eine Infektion mit COVID-19 nachgewiesen, wird sofort das Gesundheitsamt informiert. Eine komplette Schließung der betroffenen Einrichtung darf nur der letzte Schritt sein.

Mindestens genauso kompliziert war das Festlegen verschiedener Maßnahmen für den Corona-konformen Schulunterricht – vor allem im Hinblick darauf, dass eine Schule in der Regel von mehreren hundert Kindern besucht wird. Am 8. September startete wie geplant der Regelbetrieb an den Schulen mit umfassendem Hygienekonzept.

Besonders betonen möchte ich, dass die persönliche Betreuung durch Erzieherinnen und Erzieher ebenso wie die Beschulung Lehrerinnen und Lehrer von größter Bedeutung für den Zugang der Kinder zu altersentsprechenden Bildungs- und Entwicklungschancen ist. Die tägliche Arbeit des Erziehungs- und Lehrpersonals ist für unsere Gesellschaft nicht nur system-, sondern auch zukunftsrelevant. Ich hoffe sehr, dass der Alltag in den Kindertageseinrichtungen und Schulen so reibungslos und normal wie möglich vonstattengehen kann und die Maßnahmen ihre Wirkung zeigen.

Ihr Dr. Hermann Hage

Im September 2020