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„Das Fahrrad ist das ideale Verkehrsmittel in der Stadt und spielt für den Klimaschutz eine wichtige Rolle!“

Thomas Großmüller arbeitet seit über drei Jahren bei der Stadtverwaltung. Als Nahmobilitätskoordinator kümmert er sich vor allem um die Förderung des Radverkehrs. Sein Ziel: den Radverkehr in Regensburg nachhaltig ausbauen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

StadtMensch Thomas Großmüller - Fahrrad im Innenhof
Thomas Großmüller ist sich sicher: „Das Fahrrad ist das ideale urbane Verkehrsmittel!“. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

25. August 2021

 „Ich besitze zwar ein Auto, aber das steht eigentlich die meiste Zeit in der Garage“, erzählt Thomas Großmüller, der jeden Tag mit dem Fahrrad zu seiner Arbeitsstätte im Neuen Rathaus in Regensburg fährt. Und nichts Anderes würde man wohl von einem so leidenschaftlichen Nahmobilitätskoordinator wie Thomas Großmüller erwarten. Der 53-jährige gebürtige Düsseldorfer lebt inzwischen schon seit elf Jahren mit seiner Familie in der Domstadt. Der Grund für den damaligen Umzug nach Regensburg war der Job: Seit Mai 2011 arbeitet Thomas Großmüller bereits in der Stadtverwaltung – die ersten Jahre als Leiter der Abteilung Verkehrsplanung. Seit Anfang 2018 bekleidet der 53-Jährige nun die Position des Nahmobilitätskoordinators. In seine Tätigkeit kann Thomas Großmüller, der Bauingenieurwesen mit der Vertiefung Verkehrsplanung in Wuppertal studiert hat, einen großen Erfahrungsschatz aus über 25 Jahren einbringen.

Man fragt sich: „Wie soll es mit dem Planeten weitergehen?“

Die Entscheidung, für den Beruf nach Regensburg zu ziehen, hat der Bauingenieur nie bereut. „So schnell werde ich die Stadt wohl nicht mehr verlassen. Meine Frau, meine Tochter und ich fühlen uns hier sehr wohl. Wir haben hier einen tollen Freundeskreis und auch die Stadt und das Umland haben für uns als Familie viel zu bieten“, schwärmt Thomas Großmüller.

Besonders am Herzen liegt ihm der Klimaschutz. „Es ist wichtig zu verstehen, dass man selber aktiv werden kann und muss“, ist sich Thomas Großmüller sicher. Privat setzt er deshalb seit Kurzem auf den Einsatz einer Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher, auf den Einkauf von regionalen und Bio-Produkten und natürlich auf das Fahrrad als Verkehrsmittel. „Wenn man eine achtjährige Tochter hat, die im Jahr 2050 mitten im Leben steht, stellt man sich unweigerlich die Frage, wie es mit unserem Planeten weitergehen soll. Deshalb möchte ich mich für den Klimaschutz einsetzen“, erklärt der 53-Jährige. Sein Engagement beschränkt sich allerdings nicht nur auf den privaten, sondern auch auf den beruflichen Bereich – denn als Nahmobilitätskoordinator setzt sich Thomas Großmüller für die „Stadt der kurzen Wege“ ein, damit möglichst viele Menschen auf das Auto verzichten können. 

Porträt Thomas Großmüller - quer

Keine Emissionen und wenig Platz – das Fahrrad als ideales Verkehrsmittel

„Das Fahrrad ist das ideale urbane Verkehrsmittel, weil man damit schnell von A nach B kommt, es keine Emissionen erzeugt und am wenigsten Platz beansprucht. Für den Klimaschutz spielt es eine wichtige Rolle“, weiß Thomas Großmüller. Trotzdem beschränkt sich sein Aufgabenfeld nicht nur auf den Radverkehr. Er hat auch die Förderung des Fußverkehrs, die Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel durch zum Beispiel Bike-and-Ride-Anlagen, neue Mobilitätsangebote wie E-Scooter sowie Mobilitätskonzepte für Stadtteile und neue Wohngebiete auf seiner Agenda.

Trotzdem nimmt die Radverkehrsförderung rund 80 Prozent seiner Arbeitszeit in Anspruch. Dabei ist Thomas Großmüller in verschiedene große Projekte involviert. Aktuell wird zum Beispiel an der Entstehung eines Hauptradroutennetzes gearbeitet, das ab 2022 in Regensburg umgesetzt werden soll. Die Konzeption des Hauptradroutennetzes liegt ihm besonders am Herzen. „Wenn wir das Hauptradroutennetz konsequent umsetzen, glaube ich schon, dass wir noch deutliche Zuwächse im Radverkehr erreichen können“, so Thomas Großmüller. Außerdem setzt sich der 53-Jährige für die Errichtung von geschlossenen Fahrradabstellboxen, sogenannten Radlboxen, am Hauptbahnhof und an wichtigen Busverknüpfungspunkten ein. Zusätzlich unterstützt der Nahmobilitätskoordinator die Deutsche Bahn bei der Einführung der Rad+ App in Regensburg. Sowohl die Radlboxen als auch die App sollen den ÖPNV und den Radverkehr besser miteinander verknüpfen. Auch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie die Kampagne „Respekt bewegt“ oder das jährlich stattfindende „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses gehören zu seinen Aufgaben.

StadtMensch Thomas Großmüller - Bodenaufkleber Fahrradstraße
Fahrradstraßen dienen der Radverkehrsförderung. Seit Juli 2019 gibt es Fahrradstraßen in Regensburg. © Bilddokumentation Stadt Regensburg

„Jeder Tag ist anders. Meine Aufgaben sind enorm vielfältig!“

„Das typische für meinen Arbeitsalltag ist, dass es keinen Alltag gibt. Jeder Tag ist anders und meine Aufgaben sind enorm vielfältig. Ich plane nicht nur, sondern ich muss mich auch um rechtliche Fragen, Ausschreibungen und Vergaben, Öffentlichkeitsarbeit oder Bürgeranfragen kümmern“, hebt Thomas Großmüller hervor. Bei all diesen Themen ist auch viel Abstimmung und Zusammenarbeit mit anderen Fachämtern, wie zum Beispiel dem Amt für Stadtentwicklung, dem Tiefbauamt, dem Bauordnungsamt, dem Amt für kommunale Jugendarbeit oder dem Amt für öffentliche Ordnung und Straßenverkehr, erforderlich. „Der Radverkehr ist facettenreich und dazu zählen nicht nur Aspekte wie die Infrastruktur, sondern zum Beispiel auch die Sicherheit oder die Öffentlichkeitsarbeit“, führt Thomas Großmüller weiter aus. Neben den großen Projekten sind es aber vor allem auch kleinere Maßnahmen, die für den Radverkehr viel bewirken: In Zusammenarbeit mit den genannten Ämtern werden regelmäßig auch neue Radwegeverbindungen geschaffen, Ampelschaltungen fahrradfreundlich angepasst, Fahrradbügel errichtet und Markierungsarbeiten durchgeführt.

„Alle Maßnahmen, sowohl die großen als auch die kleinen, unterstützen den Radverkehr in Regensburg und bringen uns voran“, betont Thomas Großmüller. Damit sich der Radverkehr auch in Zukunft positiv entwickelt, wird sich der 53-Jährige weiterhin engagiert für den Radverkehr einsetzen – privat und selbstverständlich auch beruflich. Das Ziel ist es, den Radverkehrsanteil in Regensburg bis 2030 von derzeit 24 auf dann mindestens 30 Prozent zu steigern.

Text: Verena Bengler