Neue Ausstellung im neunkubikmeter
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Kulturamt Stadt RegensburgAnastasiia Leliuk beleuchtet in ihren Werken die Geschichte der Regensburger Ganghofersiedlung
Die ukrainische Künstlerin Anastasiia Leliuk stellt ihre Werke vom 21. Januar bis 19. Februar 2026 im Schaukasten „neunkubikmeter“ in der Pustetpassage aus. Die Werke entstanden während ihres Gastaufenthalts in Regensburg im Rahmen von „RAiR. Regensburg Arts-in-Residence-Programms“.
Vertreibung und Flucht: Die Ganghofersiedlung in Leliuks Werken
Die Ukrainerin beschäftigt sich in ihrem Projekt mit der Geschichte der Ganghofersiedlung im Süden der Stadt. Als Werksiedlung wurde die Anlage im Zuge der Kriegsvorbereitungen 1937/38 errichtet und erhielt den Namen „Göringheim“. Nach Kriegsende wurde die Siedlung vom Flüchtlingswerk der UNO zur Unterbringung von etwa 6.000 „displaced persons“, unter anderem einer Vielzahl von Ukrainerinnen und Ukrainern, vorübergehend beschlagnahmt. Anastasiia Leliuk setzt sich mit der Geschichte von Flucht und Unterbringung dieser Menschen im Medium von Malerei, Zeichnung und installativen Methoden auseinander.
In der Ausstellung zu sehen sind vier Werkgruppen: eine Porträtserie von Menschen und Tieren, ein Gemälde einer schematischen Ansicht der Ganghofersiedlung mit Häuserfronten und Pferden, ein Schriftstück, das sich mit der Wiederkehr in die UdSSR beschäftigt, sowie eine assoziative Nachbildung eines Hauses der Ganghofersiedlung mit Bildtafeln. Diese Motive auf den kleinen Täfelchen sind durchweg Motive der ukrainischen Briefmarken, die nach 1945 nur in Regensburg gedruckt wurden. Dass der Bezug auf die Tiere in ihren Werken durchgehend vorkommt, geht auf das damals umläufige Gerücht zurück, die Menschen in der Ganghofersiedlung würden so nah mit ihren Tieren zusammenleben, dass sie sie sogar auf ihren Balkons hielten.
Für ihr Projekt hat sich Anastasiia Leliuk bei dem emeritierten Professor für Slavische Literatur- und Kulturwissenschaft Dr. Walter Koschmal über die historischen Hintergründe der Ganghofersiedlung beraten lassen.
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Bilddokumentation Stadt RegensburgÜber die Künstlerin Anastasiia Leliuk
Leliuk ist eine multidisziplinäre ukrainische Künstlerin, die in Kiew lebt. Als Künstlerin arbeitet sie hauptsächlich mit Malerei, Skulptur, Fotografie und Installation. Sie hat einen Bachelor of Fine Arts-Abschluss der Nationalen Akademie der Bildenden Künste in Kiew, einen Bachelor-Abschluss der IAE Metz School of Management in Metz, Frankreich, und Zertifikate in Zeitgenössischer Kunst sowie in Gedenkkultur und Erinnerungsarbeit der Kiewer Akademie für Medienkunst. Ihre Werke wurden in der Ukraine sowie in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Österreich, Polen und Japan ausgestellt.
Über das Regensburg Arts-in-Residence-Programm
Die ausgestellten Werke sind Ergebnis ihres siebenwöchigen Aufenthalts in Regensburg vom 30. Oktober 2025 bis 19. Dezember 2025 und waren bereits am 12. Dezember 2025 bei einer Studio-Präsentation in der Brückstraße 4 im Rahmen von RAiR zu sehen.
Künstlerinnen und Künstler aus den teilnehmenden Partnerstädten erhalten durch das Programm die Möglichkeit, einen geförderten Gastaufenthalt in Regensburg zu absolvieren und in unserer Stadt kreativ tätig zu werden. Gleichzeitig haben Regensburger Kunstschaffende die Möglichkeit, in anderen Ländern der Welt zu arbeiten und zu leben.