Vernissage von Frédéric Storup im neunkubikmeter

Fotografie – Arbeitsmaterial von Frédéric Storup © Frédéric Storup

RAiR. Regensburg Arts-in-Residence: Vernissage von Frédéric Storup im neunkubikmeter 

Am Dienstag, den 24. Februar 2026 lädt RAiR. Regensburg Arts-in-Residence zu der Abschlusspräsentation von Frédéric Storup ein. Die Ausstellung startet um 18 Uhr beim Schaukasten „neunkubikmeter“ in der Pustetpassage. Der Künstler präsentiert im Schaukasten seine Objektlandschaft und lädt anschließend zum gemeinsamen Essen seiner zuvor zubereiteten Buchstabensuppe vor Ort ein. 

Alles begann mit einer Nudelmaschine 

Ausgangspunkt seiner Arbeit in Regensburg ist eine zunächst vergessene Nudelmaschine auf dem Hof im Piemont, auf dem Frédéric Storup lange Zeit mit seinem Vater lebte. Storup fand die Nudelmaschine wieder und spürte durch das Objekt eine Verbundenheit zu seiner piemontesischen Identität. Er brachte die Nudelmaschine von Norditalien über Frankreich schließlich mit nach Deutschland, wo er sie in Regensburg reparierte. Als reisendes Objekt wurde die Nudelmaschine für ihn zu einem Sinnbild der Begegnung verschiedener Kulturen und Regionen. Dieses Sinnbild verarbeitet er in seiner Objektlandschaft. 

In seiner Ausstellung beschreibt er auf autobiografische Weise die Beziehung zwischen den Menschen und den Objekten in ihrer Umgebung. Dinge dienen Menschen nämlich nicht nur als Gebrauchsgegenstände, sondern tragen zugleich individuelle, emotionale und sentimentale Bedeutungen in sich. Storup erkundet auf diese Weise das undefinierte Potenzial von Objekten. Assoziationen zu alchemistischer Symbolik, Emoticons und der Idee eines künstlich erschaffenen Menschen fließen in seine Objektlandschaft ein. 

Spaghetti-Ernte im Tessin als Gestaltungsgrundlage 

Bei der Gestaltung seiner Objektlandschaft lässt sich Frédéric Storup außerdem vom Beitrag des renommierten BBC-Magazins „Panorama“ inspirieren. Der Kurzfilm wurde am 1. April 1957 ausgestrahlt und zeigt eine vermeintliche Spaghetti-Ernte im Tessin in der Schweiz. Der damals bekannte Radio- und Fernsehsprecher Richard Dimbleby kommentiert die gezeigten Szenen und erzählt unter anderem von der Spaghetti-Industrie in der Schweiz und Italien. Die Ernte erfolgt von Hand, Zweig für Zweig, um die Spaghetti so schonend wie möglich zu pflücken. Obwohl der Beitrag einer der erfolgreichsten Aprilscherze der Mediengeschichte gilt, scheine die Donau laut Storup einen dieser Zweige in die nördlichste Stadt Italiens gebracht zu haben.

Fotografie – Portrait Frédéric Storup © Boulette Bouillon

Über den Künstler 

Frédéric Storup pendelte lange Zeit zwischen den Regionen Var, Auvergne und Piemont und ist bayerischer Herkunft mütterlicherseits.  Er ist ein multidisziplinärer Künstler, der aktuell in Clermont-Ferrand lebt. 2020 beendete er sein Studium an der École Supérieure d'Art de Clermont Métropole mit einem Master-Diplom. Ob als Industriekletterer, Siebdrucker, Tischler, in Kostümen oder im Chor – Frédéric Storup hat große Freude daran, verschiedene Ausdrucksformen miteinander zu verweben. Er ist außerdem in mehreren Verbänden der Bildungs- und Wissenschaftsvermittlung tätig und lehrt den Umgang mit digitalen Werkzeugen in einem Fablab. In seiner künstlerischen Praxis interessiert er sich insbesondere für emotionale Projektionen auf unbelebte Materie sowie zeit- und ortsspezifische Wahrnehmungen der Umgebung. 

Weitere Informationen 

Der Eintritt zu der Ausstellung ist frei.
Weitere Informationen zu RAiR und Frédéric Storup sind unter folgenden Link zu finden.