Navigation und Service

„Drei:innen“ – Kunstprojekt in der Dreieinigkeitskirche Regensburg im Rahmen des kulturellen Jahresthemas „Nahsicht“

„Drei:innen“ – Kunstprojekt in der Dreieinigkeitskirche Regensburg im Rahmen des kulturellen Jahresthemas „Nahsicht“

„Als Künstlerin liebe ich Arbeiten, die überraschen, irritieren, erstaunen. Denn alles das provoziert ein Innehalten, damit dieses ‚Andere‘ betrachtet werden kann. Es ermöglicht ein Heraustreten aus dem Alltag in das sich im Staunen öffnende Dazwischen“, sagt Sibylle Kobus über ihre Arbeit.

Ihre Kunstinstallation „Drei:innen“ ist ab dem 15. Juni 2021 in der Dreieinigkeitskirche in Regensburg zu sehen. Sibylle Kobus arbeitet direkt im Kirchenraum. Sie braucht die Luft, die Atmosphäre, den unmittelbaren, auch materiellen Kontakt mit dem Ort. Es interessiert sie, wie er aussieht, wie er sich anfühlt, wie sich das Licht darin bewegt. Aber auch, wie er benutzt und genutzt wird, wer sich darin aufhält und was darin getan oder nicht getan wird. Die Geräusche, die Wege, die Architektur, die Achsen und Linien, die Räume im Raum im Wechselspiel zwischen „Nahsicht“, „Weitblick“ und „Durchblick“.

Das Raumkunstwerk wird in 14-tägiger Arbeit speziell für und in diesem Raum entstehen. Der Entstehungsprozess ist ein aufwendiger Wechsel zwischen „Hängen“, „Spannen“ und „Nähen“, in dem sich das Werk in den Raum hinein entfaltet. Der klaren, strengen Architektur und Dreiteilung des Kirchenraums setzt die Künstlerin ein Gebilde aus Nylonstrumpfhosen, einem weichen und zarten Material, entgegen. Dieses wird sich erst in der „Nahsicht“, auf den zweiten Blick, in seinem tatsächlichen Material erschließen.

Leidenschaftlicher Dialog

Durch die Verarbeitung der Nylonstrumpfhosen zu einem raumgreifenden Gebilde verändern sich der Kirchenraum und der Blick auf diesen in der Weitsicht. Für einen leidenschaftlichen Dialog braucht es etwas wirklich Außergewöhnliches, welches das uns Vertraute klar übersteigt. Eine Wechselwirkung zwischen den Inhalten des Raums, der Symbolkraft des Materials und der Formgebung entsteht.

Gleich dem körpereigenen Bindegewebe, das als Stütz- und Schutzgewebe dient, verbindet das Strumpfhosengebilde äußere Punkte des Kirchenraumes und macht – besonders durch die entstehenden Zwischenräume – eine innere Struktur sichtbar. Das „Dazwischen“ ist Raum, frei von jeglicher Materie. Das Betreten dieser Zwischen-Orte ermöglicht unvorhergesehene Dialoge und Bezüge.

Wechselspiel zwischen „Nahsicht“ und „Weitblick“

Mit dieser Möglichkeit, den traditionsreichen Kirchenraum der Dreieinigkeitskirche neu zu sehen, ihn verändert zu erleben und sich dadurch bewegen zu lassen, verbindet sich der Wunsch, mit Gemeinde, Stadtgesellschaft, Touristinnen und Touristen, Künstlerinnen und Künstlern sowie allen Interessierten ins Gespräch zu kommen. Im Wechselspiel zwischen „Nahsicht“ und „Weitblick“, einem Leitmotiv für die Betrachtung des raumgreifenden Kunstwerks, entsteht Raum auch für neue spirituelle Erfahrungen.

Vernissage und Begleitprogramm

Die Vernissage findet am Dienstag, 15. Juni 2021 um 19 Uhr statt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter www.evangelische-termine.de/rueckmeldeformular3181-5797349 erforderlich.

Das Kunstprojekt wird von einem umfassenden Programm begleitet. Dabei werden zwei Kunstgottesdienste sowie regelmäßige „Kunstpausen“ und Mittagsandachten zum Kunstwerk angeboten.

Weitere Informationen

Die Kunstinstallation ist in der Dreieinigkeitskirche vom 15. Juni bis zum 19. September 2021 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind mittwochs, freitags, samstags und sonntags jeweils von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Das Projekt findet im Rahmen des diesjährigen kulturellen Jahresthemas der Stadt Regensburg „Nahsicht“ statt und wird außerdem durch das Kunstreferat der ELKB und das Dekanat Regensburg finanziell unterstützt.

Weitere Informationen über das Kunstprojekt und das Begleitprogramm gibt es unter www.dreieinigkeitskirche.de.

Weitere Informationen zum kulturellen Jahresthema sind zu finden unter www.regensburg.de/kultur/veranstaltungen-des-kulturreferats.