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Johannes Kepler – überall in der Stadt präsent

Ein kluger Kopf, der Regensburg liebte. Die Stadt ehrt den Naturwissenschaftler bis heute mit verschiedenen Denkmälern. Erfahren Sie mehr über diese Denkmäler und Kepler selbst.

Büste Johannes Kepler
Büste von Johannes Kepler © Bilddokumentation Stadt Regensburg

13. August 2020

Johannes Kepler, dem berühmten Mathematiker und Astronom, ist in Regensburg unter anderem eine Straße, ein Denkmal und ein ganzes Museum gewidmet.

Seine Leistung

Kepler wurde vor allem für Entdeckung der drei Keplerschen Gesetze bekannt: Er entdeckte, dass sich Planeten elliptisch um die Sonne bewegen. Kepler zählt damit zu den Begründern der modernen Naturwissenschaften. Bei seinen Untersuchungen beschäftigte er sich auch mit astronomischen Instrumenten. So entwickelte er zum Beispiel ein Fernrohr mit zwei Sammellinsen. Bis 2018 nutzte die NASA ein Weltraumteleskop, das Keplers Namen trägt und dafür verwendet wurde, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu suchen.

Sein Leben

Geboren am 27. Dezember 1571 in Weil bei Stuttgart lebten er und seine Familie immer wieder für eine Weile in Regensburg. Hier hatte er gute Bekannte, die er gerne besuchte. Regensburg war zu seinen Lebzeiten protestantische Freie Reichsstadt und daher für ihn, den Protestanten, in den unruhigen Zeiten der Gegenreformation mit ihren Glaubenskriegen stets ein sicherer Rückzugsort. In Regensburg verbrachte der Naturwissenschaftler auch die letzten zehn Tage seines Lebens. Eigentlich wollte er hier mit Kaiser Ferdinand II über noch ausstehende Besoldungen sprechen, doch er starb im heutigen Keplermuseum am 15. November 1630 an einer Lungenentzündung. Begraben wurde er auf dem damaligen Gelände des Peterfriedhofs in der Nähe des heutigen Hauptbahnhofs.

Sein Museum

Das Sterbehaus Keplers ist bis heute erhalten geblieben. Es befindet sich in der nach ihm benannten Keplerstraße, Hausnummer 5. Seit der Umwandlung in ein Museum präsentiert sich das denkmalgeschützte Gebäude in originalgetreu rekonstruierter Form mit historischen Innenräumen aus der Zeit des 17. Jahrhunderts. Die Exponate – Bücher, Briefe, Dokumente, historische astronomische Instrumente sowie Modelle zu den „Drei Keplerschen Gesetzen“ – geben einen guten Einblick in Keplers Leben und Werk. Darunter befindet sich auch eines seiner 80 Bücher mit einem Schreiben an die Stadt Regensburg, in dem er sich für die gewährte Gastfreundschaft der Stadt bedankt.

Sein Denkmal

In der Fürst-Anselm-Allee ist dem berühmten Wissenschaftler ein Rundtempel gewidmet. Das Denkmal wurde 1808 errichtet, in der Nähe der ursprünglichen Grabstätte Keplers – und auf den Tag genau an seinem 237. Geburtstag eingeweiht. In der Mitte des Rundtempels steht ein Sockel aus rotem Marmor, der die Büste Keplers trägt. Die Vorderseite des Sockels ist mit einem Relief von Heinrich von Dannecker bestückt, das Kepler als Genius darstellt, der den Schleier der Urania hebt. Die lebensgroße Büste ist eine Kopie der Originalbüste von Philipp Jakob Scheffauer und wurde Ende des 20. Jahrhunderts aufgestellt, weil das Scheffauer-Werk immer wieder beschädigt worden war. Die restaurierte Originalbüste steht seitdem im Kepler-Museum.

Text: Claudia Biermann