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Neugestaltung des Bismarckplatz ist abgeschlossen

Die neuen Hochbeete und Möblierungselemente am neu gestalteten Bismarckplatz sind fertig. Gerade die neue Begrünung beziehungsweise der dafür verwendete Mineralmulch stieß einigen sauer auf – jedoch gibt es für seine Verwendung gute Gründe.

Bismarckplatz neue Bepflanzung 1

29. Juni 2021

Seit Sommer 2019 wurde am Bismarckplatz erneuert, saniert und „gegartelt“ was das Zeug hielt. Nun sind die Maßnahmen abgeschlossen: Eine frische Bepflanzung, neue Hochbeete und neue Sitzmöbel lassen den beliebten Platz in neuem Glanz erstrahlen.

Zunächst musste im Februar 2019 die vorhandene Gehölzpflanzung gerodet werden. Pilzbefall beeinträchtigte die Bäume so sehr, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war: Kaputte Äste drohten herunterzufallen und Passanten zu verletzen. Zudem war das Vegetationssubstrat in den Hochbeeten verbraucht. Daher kam eine Sanierung genau zur rechten Zeit.

Im vergangenen Sommer veranlasste das Gartenamt schließlich die Sanierung der Hochbeete. Dies war aufgrund der beschädigten Be- und Entwässerungssysteme, durch die Wasser in die Tiefgarage durchsickerte, unerlässlich. Auch Einfassungen und Abdichtungen mussten erneuert beziehungsweise saniert werden.

Die Begrünung erfolgte in diesem Frühjahr. Im Zuge dessen wurden viele kritische Stimmen laut, am Bismarckplatz würde die „Steinzeit“ beginnen. Jedoch handelt es sich nicht etwa um Steinbeete, sondern um Mineralmulch. Diese Kiesabdeckung bietet vor allem in den Sommermonaten beste Bedingungen für Flora und Fauna. Da es in der Innenstadt zu sehr heißen Temperaturen und einer großen Strahlungshitze kommen kann, braucht es Pflanzen, die viel Wasser speichern und das Stadtklima gut vertragen können. Daher wurden Pflanzen aus mediterranen Trockenwiesen und Hochstaudengesellschaften in die Hochbeete eingepflanzt.

Michael Lehmann - Porträt
Michael Lehmann, stellvertretender Leiter des Gartenamtes © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Warum Steinmulch?

„Derartige Pflanzen entwickeln sich nicht gut auf nährstoffreichen, feuchten Böden“, erklärt Michael Lehmann, stellvertretender Leiter des Gartenamts. „Sie würden aufgrund der Überversorgung eine zu große Blattmasse und ein zu kleines Wurzelsystem entwickeln.“ Gerade Mineralmulch, der nicht aus organischen beziehungsweise pflanzlichen Reststoffen besteht, sei hier optimal. „So kann es erst gar nicht zur Überversorgung und Bodenversauerung kommen. Denn je mineralischer das Pflanzensubstrat ist, desto mehr ist die Pflanze von Anfang an gezwungen, ein weitreichendes Wurzelsystem auszubilden, um sich auch in Trockenzeiten mit Wasser aus tiefer liegenden Schichten zu versorgen“, so Lehmann weiter. Zudem trägt der Mineralmulch maßgeblich dazu bei, Wasser zu sparen. Aufgrund der Unterbrechung der Bodenkapillare durch den Mulch, wird ein Verdunsten des Bodenwassers verhindert. „Unter dem Kies bleibt der Boden, in dem die Pflanzen wurzeln, deutlich kühler – und damit ist auch der ‚unproduktive‘ Wasserverlust geringer. Rindenmulch erzielt nur bedingt einen ähnlich guten Effekt, verrottet mit der Zeit und muss stetig nachgefüllt werden.“

Bei der vorherigen Bepflanzung mit einjährigen nicht winterharten Arten, die zwar auf große Beliebtheit bei den Bürgerinnen und Bürger traf, aber nur in der Übergangszeit zwischen alter und neuer Bepflanzung möglich war, war eine tägliche Bewässerung und intensive Pflege notwendig. Mit der jetzigen Basis wird der Boden vor zu schneller Austrocknung geschützt und das Pflegen der Staudenflächen erleichtert.

Die gute Nachricht

Die Hochbeete bleiben auch nicht so grau wie sie jetzt anfänglich sind. Nach ein paar Monaten wird der Großteil der Mulchfläche zugewachsen sein. Das beste Beispiel hierfür ist die Verkehrsinsel in der Posener Straße: Hier kann man gut erkennen, wie sich die Pflanzenschicht innerhalb von 12 Monaten entwickelt hat und vom Mulch so gut wie nichts mehr zu sehen ist.

Text: Sarah Köhler