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Klimaresilienz

Bei Klimaresilienz geht es darum mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen, indem man beispielsweise Anpassungen in der Stadtplanung vornimmt.

Schaubild Klimaresilienz

Man unterscheidet den Begriff  Klimaresilienz von „Klimaschutz“. Bei Klimaschutz geht es um die Einsparung von CO2 bzw. die Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf der Welt. Dies tut man beispielsweise, indem man anstelle des Autos das Fahrrad nutzt und so CO2 einspart. In den Bereich des Klimaschutzes fallen Maßnahmen wie Z.B. E-Mobilität durch Förderung von E-Bikes oder auch Energieeffizienz. Weitere Infos dazu finden Sie unter dem Punkt "Klimaschutz".

Regensburg wird klimafit

Der Klimawandel schreitet stetig voran. Das konnten wir im Sommer 2018 deutlich merken. Zum einen war es einer der wärmsten Sommer der letzten Jahre mit Spitzentemperaturen über 39 Grad. Zum anderen war Regensburg von einigen Starkregenereignissen betroffen. Die Stadt Regensburg wird sich mit den negativen Klimaauswirkungen auseinandersetzen und ihre Stadtentwicklung daran anpassen, damit auch künftige Generationen gut hier leben können.

Im November 2018 wurde dafür ein Klimaresilienzmanagement eingerichtet.  Die Aufgabe wird es sein, zusammenzutragen, wo Stellschrauben angezogen werden können, um die Folgen des Klimawandels für Regensburg abzufedern und auf dieser Basis eine Handlungsstrategie zu entwickeln. All dies wird im engen Austausch mit den unterschiedlichen städtischen Ämtern und weiteren Akteuren geschehen. Denn Klimaresilienz ist eine echte Querschnittsaufgabe.

Die Anpassung an den Klimawandel bringt nicht nur neue Herausforderungen mit sich. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaresilienz bietet vielmehr auch neue Chancen, um bestehende Qualitäten zu fördern. Beispielsweise hat die Erhöhung der Grünausstattung, wie zum Beispiel durch Dach- und Fassadenbegrünung, oder auch die Verringerung des Versiegelungsgrades eine positive Wirkung auf das Stadtklima. Die Maßnahmen im Bereich Klimaresilienz tragen so zusätzlich zu einer Erhöhung der Lebensqualität und einem schönen Stadtbild bei. Regensburg zählt nicht umsonst zu den lebenswertesten Städten Europas – und das soll auch in Zukunft so bleiben.

Wie entwickelt sich das Klima in Regensburg?

Was können wir in Regensburg erwarten? Globale Szenarien und auch die Betrachtung der Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt einen Trend zur zunehmenden Erwärmung. Künftig sind höhere Temperaturen, mehr Hitzeextreme und auch länger andauernde Hitzeperioden zu erwarten.

Im Jahr 2018 konnte man dies deutlich spüren. Die nachfolgende Grafik zeigt die mittlere Temperatur von 1947-2010. Man sieht im Jahresverlauf, dass wir immer deutlich über diesem Mittel lagen. Das Jahr 2018 war im Mittel das wärmste Jahr seit den Aufzeichnungen.

Dadurch, dass die Luft wärmer wird ändert sich auch das konvektive Verhalten, d.h. die Luft und Wolken können mehr Feuchtigkeit speichern. Daher sind v.a. in den Wintermonaten heftigere und auch längere Niederschläge zu erwarten. Auch Regensburg war im Sommer 2018 von mehreren Starkregenereignissen betroffen.

Klima - Tägliche Mittelwerte der Lufttemperatur

Wie bereitet sich Regensburg auf den Klimawandel vor?

Schon seit einigen Jahren setzt sich die Stadt Regensburg mit dem Thema Klima auseinander. So konnten verschiedene Projekte umgesetzt werden. Ein Beispiel ist das Forschungsprojekt ExWost (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) im Rahmen derer Maßnahmen zur Klimaanpassung der Altstadt entwickelt wurden oder auch die Klimaanalyse, die die von Hitze betroffenen Gebiete und Durchlüftung zeigt (weitere Informationen unter „Welche Maßnahmen und Projekte sind vorgesehen?“) .

Im Jahr 2017 hat sich die Stadt Regensburg im Rahmen der Entwicklung des Leitbildes Energie und Klima einen Grundsatz (9. Leitsatz) auf die Fahne geschrieben:

 „Die Klimaanpassung und der Erhalt des baukulturellen Erbes sowie einer hohen Lebensqualität werden Schwerpunkte der Stadtplanung und -entwicklung der Stadt Regensburg sein. Durch planerische Konzepte der Klimaanpassung sowie durch die Schaffung von Grün- und Wasserflächen soll den negativen Auswirkungen des Klimawandels entgegengewirkt werden.“

Seit November 2018 hat die Stadt Regensburg ein Klimaresilienzmanagement, das sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt. Die Aufgabe ist, es das Thema in der Stadtverwaltung zu stärken, die Entwicklung einer Klimaresilienzstrategie mit entsprechenden Maßnahmen anzustoßen und die Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Die Stelle ist als Stabsstelle beim Direktorium 3 unter Bürgermeister Jürgen Huber angesiedelt. Dies zeigt, welch großen Stellenwert das Thema Klima bei der Stadt Regensburg einnimmt.

Genaueres über die Arbeit einer Klimaresilienzmanagerin kann im folgenden Interview nachgelesen werden: 

Welche Strategie verfolgt die Stadt Regensburg?

Ein Klimaanpassungskonzept beschreibt die Strategie einer Stadt zur Wappnung gegen den Klimawandel. Viele Städte erstellen nun sogenannte „Klimaanpassungskonzepte“, um sich optimal auf die sich ändernden Klimabedingungen vorzubereiten. Darin enthalten sind verschiedene Maßnahmen zu zuvor definierten Themenbereichen. Auch Regensburg strebt die Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts an.

Vor welchen Herausforderungen stehen wir in Regensburg? Es gibt drei Themenfelder, mit denen sich die Stadt Regensburg insbesondere auseinander setzen möchte. Dies sind die Themen

  • Starkregen
    Starkregenereignisse sind nur schwer vorhersehbar und treten lokal stark begrenzt auf. In kürzester Zeit fallen große Mengen Regen. Da die Kanalisation für solche Ereignisse nicht ausgelegt ist und auch der Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann, fließt das Wasser oberflächlich ab und kann dadurch starke bauliche Schäden anrichten.
  • Hitze
    Hitze ist das bekannteste Thema in Bezug auf den Klimawandel. Durch die zunehmende Erwärmung heizen sich auch die Oberflächen in der Stadt immer stärker auf und kühlen in länger andauernden Hitzeperioden nächtlich nur geringfügig ab. Besonders stark merkt man dies an offenen Plätzen in der Altstadt ohne Verschattungsmöglichkeiten und nur geringer Begrünung.
  • Durchlüftung
    Mit Durchlüftung ist eine thermische Ausgleichsströmung gemeint, die zwischen Gebieten unterschiedlicher Temperatur entsteht. Durch die topografische Ausprägung des Geländes, z.B. das Donautal, kann der Effekt nochmals verstärkt werden. Da das ländliche Umland mit Agrar- und Waldflächen kühler ist als die Wärmeinsel der Stadt, ist es wichtig die Stadt gut zu durchlüften, damit die heiße Luft im Sommer besser abgeführt werden kann.

Das Gerüst einer Klimaanpassungsstrategie wird in den nächsten Monaten vorbereitet und anschließend im Umweltausschuss präsentiert. Die Erstellung der Strategie wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Ziel ist es, verschiedene Maßnahmen zu entwickeln, mit denen wir die Stadt Regensburg für den Klimawandel stärken können.

Klima - Temperaturverteilung im StadtgebietTemperaturverteilung im Stadtgebiet in Strahlungsnächten © TBD

Welche Maßnahmen und Projekte sind vorgesehen?

Die Stadt Regensburg beschäftigt sich schon seit fast 10 Jahren mit dem Thema Klimaanpassung. Durch die Teilnahme an dem Forschungsprojekt „ExWost“ hat sie schon sehr früh die Weichen in Richtung einer klimaresilienten Stadt gestellt. So wurden wichtige Planungsgrundlagen wie z.B. die Klimabestandsanalyse mit Karten geschaffen. Zuletzt wurde dadurch auch der Prozess zur Schaffung einer Stelle Klimaresilienzmanagement, die sich ausschließlich mit diesem Thema auseinander setzt, initiiert. Nachfolgend werden die Projekte und Maßnahmen aufgeführt, die die Stadt Regensburg bereits zum Thema Klimaresilienz umgesetzt hat oder derzeit in Planung sind:

2010-2018:

  • Teilnahme am Förderprogramm des BMIs „ExWost“ ( Experimentellen Wohnungs- und Städtebau)
  • Erstellung des „Konzeptionellen Leitfadens  - Integration einer Klimafolgenabschätzung in die Umweltprüfung zum FNP“ im Rahmen des Programms „ExWost“
  • Erstellung eines Klimatischen Gutachtens für die Stadt Regensburg mit Erstellung einer Klimabestandskarte 
  • Messfahrten der Lufttemperatur durch das Stadtgebiet durch den Deutschen Wetterdienst im Rahmen des“ ExWost“
  • 2010: Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes bzw. Flussraumkonzeptes
  • Erstellung eines Leitbildes Energie und Klima mit Leitsätzen zum Thema Klimaresilienz
  • Besetzung der Stelle Klimaresilienzmanagement

Aktuelle Maßnahmen und Projekte:

  • Januar: Start der Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) mit Unterstützung durch meteorologische Auswertungen
  • Februar: Veröffentlichung des Flyers Klimaresilienz zur Bürgerinformation
  • Februar: Vorstellung des Themas Klimaresilienz im Umweltausschuss am 13.03.19
  • Juni: Veröffentlichung einer Homepage mit Informationen zum Thema Klimaresilienz

Maßnahmen und Projekte in Planung:

  • 2019: Startschuss für das Thema Starkregen bei der Stadt Regensburg durch einen verwaltungsinternen „Runden Tisch Starkregen“
  • 2019: Konzeptionierung eines Klimaanpassungskonzepts in Vorbereitung für den Umweltausschuss
  • 2019: Erstellung einer Regionalen Klimaprojektion für die Stadt Regensburg durch den Deutschen Wetterdienst
KlimabestandskarteDie Karte zeigt die thermische Belastung verschiedener Bereiche von Regensburg. Zudem ist sind anhand der blauen Pfeile wichtige Durchlüftungsachsen erkennbar. © TBD