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Geschichtliches zur Katholischen Bruderhausstiftung

95 000 Gulden von König Ludwig I

... um die innerstädtische Atmosphäre in Regensburg zu befrieden und die immer mächtig werdenden Katholiken in Regensburg zu besänftigen. Das erste katholische Bruderhaus, ein Altenheim, wurde bereits 1833 am Herrnplatz errichtet. Darauf begründet sich unsere Katholische Bruderhausstiftung.

Viele Regensburgerinnen und Regensburger wissen heutzutage nicht mehr, warum es überhaupt zu einem Konflikt zwischen den Katholiken und Protestanten der Stadt kommen konnte. Daher wollen wir Ihnen im Folgenden ein Stück Regensburger Geschichte näher bringen und berichten, wie es zu dieser angespannten Atmosphäre in Regensburg kam.

Das gesellschaftliche Klima veränderte sich in Regensburg Anfang des 19. Jahrhunderts grundlegend. Schon in der reichsstädtischen Zeit wurde deutlich, dass vor allem die Protestanten den wohlhabenden Schichten angehören. Zu einem Problem wurde diese Tatsache allerdings erst, als das Gemeindeedikt in Regensburg eingeführt wurde. Dieses sorgte dafür, dass nur dem gehobenen Besitzbürgertum Zugang zu den städtischen Selbstverwaltungsorganen ermöglicht wurde, sodass in den Folgejahren die „ärmeren“ Katholiken in den Gemeindegremien deutlich in der Unterzahl waren.

Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung wuchs in den folgenden Jahren zwar stetig an, allerdings waren weiterhin die meisten Gemeindebevollmächtigten protestantischer Zugehörigkeit. Dies änderte sich erst mit Verzögerung, denn der zahlenmäßige Vorsprung der  evangelischen Bürgerrechtsinhaber konnte von den Katholiken erst nach Jahrzehnten aufgeholt werden. 

Diese Unterbesetzung der Katholiken in der Gemeinde führte zusammen mit der Tatsache, dass überwiegend die protestantischen Bürger wohlhabend waren, zu vielen Kontroversen und Beschwerden. Fortan gelangten immer weniger katholische Bürger in die Gemeindegremien bis schließlich bei der Wahl 1839 überhaupt kein Katholik mehr durchdrang.

Schon kurze Zeit nach der Gemeindewahl richtete sich ein Ausschuss katholischer Bürger an König Ludwig I.. Es wurde um eine Änderung des Gemeindewahlrechts gebeten, allerdings wurden die Bürger mit der nüchternen Begründung “dass es der katholischen Bürger Regensburgs eigene Schuld wäre, wenn sie die Mehrheit bildend sich von der Minderheit zurücksetzen ließen“, zurückgewiesen. Anhand dieser Aussage des Königs wurde deutlich, dass er damals nicht erkannte, dass es um die Mehrheit der wahlberechtigten Katholiken und nicht um die Mehrheit der Katholiken ging.

Ein weiterer Streitpunkt waren die konfessionellen Wohltätigkeitsstiftungen. Da die überwiegend protestantische Obrigkeit oft parteiisch entschied, richteten sich die Katholiken nochmals an den König und baten um gleiches Recht und gleichen Genuss an den Stiftungen. Zur Bereinigung dieser Missstimmung wurden daraufhin 95 000 Gulden zur Errichtung eines katholischen Bruderhauses am Herrnplatz an die katholische Bevölkerung ausgezahlt. Darauf begründet sich die, noch immer von der Stadt Regensburg verwaltete, Katholische Bruderhausstiftung.

Städtische Stiftungen - Michlstift