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Zeitzeugengespräch mit Schulklassen

Am 4. April 2022 jährte sich zum 80. Mal der Beginn der Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Regensburg. Eine Gruppe von 109 Menschen wurde am Ostbahnhof zusammen mit den Deportierten aus Niederbayern und der Oberpfalz in einen Zug, der von München-Milbertshofen kam, gezwungen und nach Piaski, einem sogenannten „Durchgangslager“ in der Nähe der ostpolnischen Stadt Lublin, verbracht. Wer den Transport und die unmenschlichen Bedingungen dort überlebte, fand in den Gaskammern der Vernichtungslager Sobibor oder Belzec den Tod. Die Stadt Regensburg und die Jüdische Gemeinde Regensburg möchten mit der Veranstaltung

„80 Jahre danach – die erste Deportation Regensburger Jüdinnen und Juden Geschichte und Vorgeschichte am 02.05.2022 von 9 bis 12.30 Uhr in der Jüdischen Gemeinde Regensburg an dieses Ereignis erinnern. Dabei sollen Schülerinnen und Schüler zum einen über lokalgeschichtliche Zusammenhänge aufklärt werden, zum anderen Ernst Grube, einem Zeitzeugen, begegnen.

Ernst Grube, ein Überlebender der Shoa, musste als Kind einer jüdischen Mutter Entrechtung, Verfolgung und die Deportation nach Theresienstadt erleben, wo er von Soldaten der sowjetischen Armee am 8. Mai 1945 befreit wurde. Zwei seiner Tanten wurden mit ihren Familien nach Piaski und Izbica, einem weiteren Durchgangslager in Ostpolen, deportiert und dort ermordet. Ernst Grube ist heute Präsident der Dachauer Lagergemeinschaft e.V. sowie Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.

Mit Michael Wabra konnten wir einen ausgewiesenen Kenner des Themas als Referenten gewinnen, der u. a. das Schicksal jüdischer Mädchen des Von-Müller-Gymnasiums aus Regensburg erforscht hat, von denen zwei mit ihren Familien ebenfalls nach Piaski deportiert und dort ermordet wurden.

Martina Köglmeier ist Lehrerin am Von-Müller-Gymnasium in Regensburg und pädagogische Mitarbeiterin im Stadtarchiv Regenburg.

Wir konnten eine 8 Klasse einer Mittelschule und eine Q 11 eines Gymnasiums begrüßen.