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Z(w)eitzeugengespräch

Die Stabsstelle Erinnerungskultur der Stadt Regensburg hat Schulen in Regensburg sogenannte Z(w)eitzeugengespräche angeboten, um den jungen Menschen Erinnerungen von Überlebenden an die Schrecken des Holocausts näherzubringen und sie für die Thematik zu sensibilisieren. An zwei Terminen, am 21. und am 28. Juni 2022, hat die Regensburger Studierende Gözde Karababa Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen der Realschule am Judenstein von ihren Erfahrungen mit dem Projekt „Selfhelp Nazi Victim Services“ in New York berichtet und sie mit den Erfahrungen von direkt Betroffenen konfrontiert.

Hintergrund:

Zeitzeugen berühren ihre Zuhörer und wecken Empathie. Historiker verweisen aber auch auf Videos, historische Quellen, schriftliche Zeugnisse der Überlebenden, Interviews, Objekte aus Lagern, Dokumente, Bilder und Kunstwerke, die einen nachhaltigen Effekt haben. Allerdings sind die Jahre, in denen Überlebende des Nationalsozialismus noch selber ihre Geschichte erzählen können, bald vorüber. Ihre Geschichten können aber auch weitererzählt werden.

Ein ganzes Jahr lang hat Gözde Karababa in New York für die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. in dem Projekt „Selfhelp Nazi Victim Services“ Überlebende des Holocaust besucht und mit ihnen gesprochen. Diese Sozialstation betreut ausschließlich Holocaust-Überlebende und ihre Familien in ganz New York.

Einige der Gesprächspartner erzählten ihr direkt ihre grausamen Erlebnisse, andere wiederum brauchten etwas mehr Zeit, um über ihre traumatischen Erfahrungen zu sprechen. Jack Ratz zum Beispiel, überlebte mehrere Todesmärsche und Konzentrationslager. Vom Ghetto in Riga wurde er ins Konzentrationslager Stutthof deportiert, wo er schließlich durch sowjetische Soldaten befreit wurde. Dasha Rittenberg verlor ihre ganze Familie und konnte schließlich mit einem Kindertransport das Bedzin-Ghetto in Polen verlassen.

Gözde Karababa haben diese Gespräche tief beeindruckt: „Ich trage ein ganzes Jahr voller unvergesslicher Geschichten mit mir, aber auch die schrecklichen Erinnerungen, die meine Freunde mir offenbarten. Es war kein Jahr, das man erlebt hat und dann wieder vergisst.“ Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland, habe sie sich verpflichtet gefühlt, Verantwortung für gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen zu übernehmen, Zeichen zu setzen, für Toleranz und Demokratie einzustehen und weiter Erinnerungsarbeit zu leisten. Gerade Jugendliche zu sensibilisieren, sei eine wichtige und dringende gesellschaftliche Aufgabe.

Erinnerungskultur - Gözde Karababa

Im Rahmen des internationalen Holocaust-Gedenktages am 27. Januar 2022 hat Frau Karababa ebenfalls in einer Rede die Geschichten der Überlebenden mit uns geteilt. Die Rede finden Sie hier zum Download. Die Gedenkveranstaltung wurde weiterhin auf Video aufgenommen. Die Aufzeichnung finden Sie unter Jährliche Gedenkveranstaltungen in der Kategorie Erinnerungs- und Gedenkkultur.

Interview 2021 mit Gözde Karababa

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