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Stadtrundgang 4. April 2022: Die Topografie des letzten Weges

80. Jahrestag der Deportation von Jüdinnen und Juden aus Regensburg

Am 4. April 2022 jährt sich zum 80. Mal der Beginn der Deportation der jüdischen Bürgerinnen und Bürger aus Regensburg. Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz oder Belzec. Es begann in unseren Nachbarschaften, vor unseren Haustüren, am helllichten Tage. Es war der Karsamstag vor Ostern als 213 Jüdinnen und Juden in Regensburg, eskortiert von Gestapo und Polizei, durch die Stadt zum Bahnhof gingen und den Todeszug in ein Lager im Osten bestiegen. Keiner kehrte zurück. Sie wurden in Gaskammern der Vernichtungsstätten ermordet.

Unter der Tarnbezeichnung Aktion 3 leitete der NS-Staat im November 1941 die Deportation der deutschen Juden und den Einzug ihres Eigentums ein. Dieser Raubzug erfolgte in enger Absprache von Finanzbeamten mit der Gestapo, unter Mitwirkung von Stadtverwaltungen, Hausverwaltungen, Gerichtsvollziehern, Bankangestellten, Auktionshäusern und Spediteuren. 

Unter Einbeziehung von Dokumenten soll die Topografie des letzten Weges bei einem Stadtrundgang erkundet werden. Verwendet werden dabei Originalakten aus den Archiven für das Geschehen in Regensburg. Zum 80. Jahrestag des letzten Weges wollen wir in einer Stadtführung erkunden, wie es geschehen konnte. Wer gab die Befehle in Regensburg? Wer führte sie aus? Wie viele sahen und wussten davon.

Der Stadtrundgang mit fünf Stationen findet am 4. April 2022 von 17 bis 19 Uhr statt. Eröffnet wird der Stadtrundgang um 17 Uhr beim Alten Finanzamt in der Landshuter Straße 4 (Parkplatz) von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Am Hauptbahnhof, der letzten Station, werden die Namen der 213 Männer, Frauen und Kinder verlesen, die am 4. April 1942 deportiert wurden.

Ablauf:

17 Uhr:                                   Begrüßung Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (Station 1)

Station 1:                                Landshuter Straße 4, Parkplatz, Altes Finanzamt

Station 2:                                Minoritenweg, Polizeistation (vor Eingang Neues Rathaus)

Station 3:                                Dachauplatz, Innenhof Neues Rathaus (Zugang zu Bürgerbüros)

Station 4:                                Luzengasse, Neue Synagoge Jüdische Gemeinde

Station 5:                                Hauptbahnhof, Nähe Peterskirchlein: Verlesen der 213 Namen 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.