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Katholische Bruderhausstiftung macht´s möglich

Die TAFEL beliefert Senioren

Für manche Bedürftige in Regensburg ist der Weg zur Ausgabe der Regensburger Tafel zu beschwerlich und weit. Seit März letzten Jahres läuft deshalb das neue Projekt „tafeln Zuhause“, eine Kooperation von Tafel Regensburg e. V. und „Regensburgs Netten Nachbarn“ (ReNeNa). Jetzt können Bedürftige mit Lebensmitteln nach Hause beliefert werden.

Unterstützung dafür kam von der Katholischen Bruderhausstiftung, die dem Projekt über den „Förderverein Treffpunkt Seniorenbüro“ 10.000.- Euro zukommen ließ, um ein Lieferfahrzeug anzuschaffen. „Wir haben das Geld gerne gegeben, weil sich hier der Stiftungszweck hervorragend mit dem ehrenamtlichen Engagement verbindet“, so Melanie Brunner vom Amt für allgemeine Stiftungsverwaltung. „Wenn wir schon so eine tolle Einrichtung wie die Tafel haben, dann sollen sie auch Senioren nutzen können, die nicht mehr mobil sind.“ 

Stiftungen - Tafeln Zuhause AutoTafeln Zuhause Auto © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Im Gespräch mit Evelyne Wild

Petra Frauenstein, stellvertretende Leiterin des Seniorenamtes, und ihre Mitarbeiterin Evelyne Wild, als Hauptamtliche zuständig für ReNeNa, haben die Koordination des Projekts „tafeln Zuhause“ übernommen. Wir haben mit Frau Wild gesprochen und uns mehr über das Projekt erzählen lassen.

UNSERE STIFTUNGEN: Frau Wild, wie entstand eigentlich die Zusammenarbeit mit der Tafel und die Idee einer „mobilen Tafel“?


Evelyne Wild: Die Vorsitzende der Regensburger Tafel, Christine Gansbühler, kam auf die Stadt Regensburg zu und fragte an, ob wir eine Möglichkeit sehen würden, Lebensmittel der Tafel an Senioren nach Hause zu liefern. Sie stelle immer wieder fest, dass tafelberechtigte Senioren plötzlich ausbleiben. Dafür gäbe es unterschiedliche Gründe wie eigene Erkrankungen, Erkrankungen von Angehörigen, die man als pflegender Angehöriger nicht alleine lassen könne oder Schwierigkeiten mit dem Transport der Ware. Frau Gansbühler stellte auch ähnliche Lieferprojekte aus anderen Kommunen vor, in denen eine Lieferung schon stattfand.
Wir vom Team ReNeNa wiederum griffen die Idee gerne auf, da sie sehr gut unserem Grundsatz entspricht, ältere Menschen dabei zu unterstützen, solange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können.


UNSERE STIFTUNGEN: Welche Voraussetzungen mussten zur Umsetzung erfüllt werden?


Evelyne Wild: Zunächst ging es darum zu klären, wie die Lieferungen erfolgen können. Als Möglichkeit stand anfangs im Prinzip nur das Dienstauto des Seniorenamts zur Verfügung, welches aber gleichzeitig noch für über 20 Mitarbeiter zu Dienstfahrten bereit stehen musste. Da gab natürlich immer wieder Engpässe.
Auch die Form der Auslieferung wurde nach und nach angepasst. Zuerst hatten wir die Ware nur in Taschen gepackt und übergeben, die wir beim nächsten Mal wieder mitnehmen wollten. Hygienische Gründe führten dann zu Veränderungen. Kühlkisten mussten organisiert werden, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen.
Mittlerweile wird gemeinsam bei der Tafel gepackt, nachdem die Ware von den Läden abgeholt wurde. So kann auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten (z. B. Diabetes, Lactoseunverträglichkeit, etc.) etwas mehr eingegangen werden.

Stiftungen - Tafeln ZuhauseTafeln Zuhause © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Aber neben der Lösung der „Sachprobleme“ mussten und müssen vor allem Ehrenamtliche gefunden werden, die bereit sind, die Fahrten zu den bedürftigen Senioren zu übernehmen und eine zuverlässige Lieferung jede Woche zu gewährleisten. Pro Tour brauchte es einen Fahrer und einen Beifahrer, da die Kisten alleine zu tragen nicht für jeden zumutbar ist. Eine der ersten Ehrenamtlichen, die als Helferin für tafeln Zuhause gewonnen werden konnte, war Frau Karola Schewior. Sie hatte sich über die „Koordinierungsstelle- Bürgerschaftliches Engagement KoBE“ dafür beworben. Die Suche nach weiteren Ehrenamtlichen läuft übrigens noch immer!


UNSERE STIFTUNGEN: Wer hatte die Idee, zur Anschaffung eines Lieferfahrzeugs finanzielle Hilfe bei den Stiftungen zu suchen?


Evelyne Wild: Gemeinsam mit dem Förderverein Treffpunkt Seniorenbüro und der stellvertretenden Amtsleitung, Frau Frauenstein wurde überlegt, wie wir die Engpässe mit dem Lieferauto beheben könnten. Dabei kam das Gespräch auf die Stiftungsverwaltung und es wurde überlegt, bei der Katholischen Bruderhausstiftung anzufragen, ob es eine Möglichkeit gäbe, das Projekt beim Kauf eines eigenen Fahrzeugs zu unterstützen. Da sich der Stiftungszweck sehr gut mit dem ehrenamtlichen Engagement verbinden lässt, wurde der Gedanke von der Leitung der Stiftungsverwaltung gerne aufgenommen und das Projekt wurde mit 10.000 Euro unterstützt.


UNSERE STIFTUNGEN: Wie gut wird der Dienst in der Bevölkerung angenommen?


Evelyne Wild: Mittlerweile ist die Dienstagsschicht ausgebucht und nach Gesprächen mit der Tafel würden wir gerne eine 2. Schicht installieren. Um dies aber zu ermöglichen, brauchen wir zunächst weitere Ehrenamtliche. Die Akquise von Ehrenamtlichen ist nicht so einfach. Regelmäßig werden Personen eingearbeitet, fahren auch bei Touren zur Probe mit, springen dann aber aus unterschiedlichen, privaten Gründen wieder ab: Das kann ein neuer Arbeitsplatz oder Praktikumsplatz sein oder aber die Interessierten merken, dass sie sich nicht in einem so engen zeitlichen Rahmen engagieren können.


UNSERE STIFTUNGEN: Welche Voraussetzungen muss ein Antragsteller erfüllen?


Evelyne Wild: Die Aufnahme der Kunden erfolgt über uns – Zielgruppe sind dabei Seniorinnen und Senioren der Stadt Regensburg. Die Überprüfung der Bedürftigkeit und damit Tafelberechtigung erfolgt über die Regensburger Tafel. e.V..


UNSERE STIFTUNGEN: Wie oft werden Lebensmittel geliefert?


Evelyne Wild: Die Tafel kommt einmal pro Woche nach Hause und die Lieferung ist dann für diese Woche ausreichend. Pro Lieferung entstehen den Kunden Kosten von 3,00 Euro, davon gehen 2,00 Euro wieder an die Tafel.


UNSERE STIFTUNGEN: Wer spendet eigentlich die Lebensmittel?


Evelyne Wild: Zu den Spendern gehört so ziemlich jeder, der in Regensburg mit Lebensmitteln zu tun hat, vom Discounter bis zum kleinen Bäcker und Metzger. Die Regensburger Tafel ist momentan auch zuständig für Neutraubling und Bad Abbach, da es vor Ort keine eigene Organisation mehr gibt.

Wir freuen uns sehr, dass wir aus Stiftungsmitteln ein so tolles Projekt unterstützen können und wünschen tafeln Nachhause weiterhin viel Erfolg!