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„Zusammen können wir die Krise überwinden!“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer ruft in Zeiten der Corona-Krise zu Zusammenhalt und vernünftigem Verhalten auf.

Porträt Maltz-Schwarzfischer 2018 - quer
Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Wir alle sind daran gewöhnt, dass unser Gemeinwesen funktioniert. Wir vertrauen darauf, dass wir stets all das einkaufen können, was wir benötigen. Dass wir unsere Wohnungen zu jedem beliebigen Zeitpunkt verlassen können, zur Arbeit gehen, unseren Hobbys nachkommen, Freunde und Verwandte besuchen, im Restaurant essen, ins Theater oder Kino gehen und abends im Club tanzen.

All das ist auf einmal anders. Die Einschränkungen, die inzwischen in fast allen Ländern dieser Erde unseren Alltag kennzeichnen, kamen schleichend, genau wie das Virus. Wir alle konnten sie noch gut ignorieren, als sie nur die Gegend um das chinesische Wuhan betroffen haben. Wir haben sie mit Sorge betrachtet, als das Corona-Virus Italien überrollte. Dann haben wir mit Fassungslosigkeit festgestellt, dass Deutschland, ja, dass die ganze Welt nicht verschont bleibt vor stetig wachsenden Infektionszahlen und vor den Konsequenzen, die wir dringend ziehen müssen, die uns aber alle in unserer Freiheit drastisch einschränken – und dies vielleicht sogar noch weiter tun werden.

Wir alle müssen uns dieser Herausforderung stellen! Die ganze Welt, der gesamte Staat, jede einzelne Kommune, die Wirtschaft und jeder Einzelne. Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen lernen, uns vor dem Virus zu schützen und darüber hinaus mit einer über uns schwebenden Ungewissheit zu leben: Momentan kann sich jeden Tag etwas ändern. Das erfordert permanente Anpassung und fällt vielen von uns sicher nicht leicht. Doch wir müssen jetzt jeden Tag aufs Neue reagieren, wir müssen unter Umständen bei eben erst getroffenen Regelungen nochmals nachjustieren. Im besten Fall gelingt es uns, proaktiv zu handeln, um das Schlimmste zu vermeiden und die Lage zu verbessern. Doch vor allem muss auch jeder Einzelne durch vernünftiges Verhalten dazu beitragen!

Die nächsten Wochen werden für uns alle keine einfache Zeit, aber diese Phase birgt auch die Chance, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: Auf Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Empathie! Auf ein gutes Miteinander, das in unserer Gesellschaft etwas ins Hintertreffen geraten ist. Jetzt endlich lernen sich manche Nachbarn kennen, neue Freundschaften entstehen, Netzwerke werden geknüpft. Viele Omas und Opas entdecken begeistert bisher ungenutzte technische Möglichkeiten: Im Videochat mit den entfernten Kindern und Enkelkindern zu sprechen, sorgt trotz räumlicher Distanz für Teilhabe und bereitet Freude.

Zusammen können wir die Krise überwinden! Indem wir uns alle einschränken, können wir ein funktionierendes Gesundheitssystem, eine ausreichende Versorgung und unser aller Sicherheit auch weiterhin gewährleisten. Worauf es jetzt ankommt, sind Disziplin und Solidarität. Stärkere müssen Schwächeren helfen, weniger Gefährdete zum Schutz von Risikogruppen auf liebgewordene Annehmlichkeiten verzichten. Wer kann, bietet anderen seine Unterstützung an. Hilfebörsen gibt es in Regensburg erfreulicherweise bereits viele, bei der Stadt wie bei privaten Initiativen.

Mein Dank gilt allen, die in diesen Tagen dafür sorgen, dass unser Leben trotz aller Einschränkungen weitergeht: Ärzten, Pflegepersonal, Sicherheitskräften und all denen, die trotz schwieriger Umstände eine funktionierende Infrastruktur sicherstellen – wie zum Beispiel unsere Verkäuferinnen, Postboten oder Müllmänner.

Niemand kann die weitere Entwicklung wirklich vorhersehen. Ich möchte Ihnen aber versichern, dass wir alle das Menschenmögliche dafür tun, die derzeitige Situation so schnell und so gut wie möglich zu bewältigen. Das gilt für die Gesundheitsvorsorge genauso wie für die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen, die diese Krise sicherlich haben wird.

Aber ich bin mir auch sicher: Wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir – wird unser Gemeinwesen – daraus gestärkt hervorgehen.

Bleiben Sie gesund!

Ihre Gertrud Maltz-Schwarzfischer

im März 2020