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Veranstaltungen und Aktionen des Integrationsbeirats

Interkulturelle Wochen 2020 in Regensburg vom 26. September bis 10. Oktober

Integrationsbeirat der Stadt Regensburg zum Anschlag in Hanau sowie zur aktuellen Situation in Deutschland

Der Integrationsbeirat Regensburg ist zutiefst erschüttert und trauert um die Opfer der menschenverachtenden und rassistisch motivierten Gewalttat in Hanau.  Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer dieser schrecklichen Bluttat und bei all jenen, deren Leben durch Rassismus und rechten Terror bedroht wird. Den Verletzten wünschen wir eine baldige Genesung.

Wir möchten hiermit der Familie von Fatih Saraçoğlu, die in Regensburg lebt, unser tiefstes Mitgefühl ausdrücken und unser Beileid und unsere Anteilnahme bekunden.

Menschen wurden aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres  Aussehen, ihrer Religion und weil sie das Feindbild einer völkisch-nationalistischen Ideologie sind, getötet oder verletzt.  Diese rassistische Ideologie gedeiht nicht fernab der Gesellschaft und ihrer Systeme (Verfassungsschutz, Armee, Sicherheitsbehörden) sondern ist ein Teil und inmitten von ihr. Die verstörenden Brandanschläge von Schwandorf, Mölln und Solingen, die pogromähnlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, die NSU-Morde, der rassistische Übergriff in München, die Ermordung des Regierungspräsidenten Walter Lübcke in Kassel, der rechtsextreme Angriff in Halle und jetzt das Massaker in Hanau reihen sich in die rassistisch und rechtsextrem motivierten Anschläge, Übergriffe und Morde ein. Damit ist Hanau vorerst das letzte Glied einer traurigen Kontinuität rechten Terrors der letzten Monate, Jahre und Jahrzehnte in Deutschland.

 Rechtspopulistische Parteien und Strukturen, die sich in Deutschland, der EU und weltweit auf dem Vormarsch befinden, tragen die Hauptverantwortung an der zunehmenden Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas. Durch die Bagatellisierung, das Wegschauen, die verharmlosende Rede von einzelnen Tätern und Taten, die jahrelangen ausgrenzenden und stigmatisierenden Diskurse  der Politik und der Medien gegen MigrantInnen,  Minderheiten und Flüchtlinge und die inkonsequente Strafverfolgung der Täter, wurde der Nährboden für den rassistischen Terror in Hanau geschaffen. Es wird Zeit, dass die Gesellschaft  erkennt, dass Deutschland  ein Problem mit Rechtsterrorismus und mit steigender tödlicher rechter Gewalt hat.

Der Integrationsbeirat Regensburg fordert die Gesellschaft, die Politik und die Justiz auf, sich entschlossen und konsequent gegen rechte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, Islamphobie, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung jeglicher Art zu stellen. Dabei müssen Politik und Strafverfolgungsbehörden Rassismus und rechten Terror ernst nehmen und anfangen, die Perspektive der Bedrohten und Angegriffenen sowie ihre Erfahrungen und Forderungen ernst zu nehmen und auch die geistigen Brandstifter zur Verantwortung zu ziehen.

Für uns ist in diesen Zeiten ein Zusammenhalt der Gesamtgesellschaft wichtig. Wir setzen uns auch in Zukunft für eine offene, vielfältige und bunte Gesellschaft ein und stehen geschlossen und solidarisch hinter allen Betroffenen.

Es ist Zeit, den Opfern gemeinsam und in Würde zu gedenken.

Regensburg, den 4. März 2020

gez.

Eva Filipczak                                                 Pedro Paquay Rovira

Vorsitzende                                                   stellv. Vorsitzender

Interkulturelle Woche(n) 2019

Internationale Wochen gegen Rassismus 2019

Die Hauptkundgebung am 21.03.2019 stand unter dem Motto: "Regensburg is(s)t und bleibt bunt". 

Ergebnisliste

Internationale Wochen gegen Rassismus 2018

Der Integrationsbeirat organisierte am 15. März 2018 auf dem Regensburger Neupfarrplatz eine Kundgebung unter dem Motto "Gesicht zeigen gegen Rassismus!".

Stellungnahme des Integrationsbeirates der Stadt Regensburg aufgrund der islamfeindlichen Aktion gegen den Bau einer Moschee

Mit großer Sorge ist in der letzten Zeit festzustellen, dass einwanderungs- und spezifisch muslimfeindliche Diskurse und Ausgrenzungstendenzen bis in die Mitte der Gesellschaft salonfähig werden. Diese Zunahme der Vorurteile und Ressentiments gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund im allgemeinen, sowie konkret gegen Bürger islamischer Religion, manifestiert sich sowohl im alltäglichen Rassismus als auch in der Tatsache, dass überall in Europa rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien in den Parlamenten sitzen und sogar einige Regierungen bilden.

In diesem Kontext ist die Aufstellung von Holzkreuzen mit den Namen von Opfern von islamistischen Terroristen zu sehen, welche als Protest der sogenannten „Identitären Bewegung" gegen den Bau einer Moschee inszeniert wurde. Diese feige Aktion zielt darauf hin, sowohl den Islam pauschal zu diffamieren, als auch alle Muslime/-innen als Terroristen zu definieren und somit ihre Ausgrenzung und Diskriminierung zu rechtfertigen. Dies ist zweifellos ein Beispiel von Kulturrassismus, welcher sich oft als Religionskritik ausgibt und der davon ausgeht, dass es bessere und schlechtere bzw. gute und böse Religionen oder Kulturen gibt. Nach dieser abstrusen Welterklärung wird der Islam als gefährliche Einheit mit einer Zielsetzung der „Islamisierung Europas" und alle Muslime/-innen als homogene Gruppe mit bestimmten, unveränderbaren Eigenschaften definiert. Leider treten Rechtspopulisten und Extremisten aufgrund des polarisierten gesellschaftlichen Klimas selbstbewusster in Erscheinung.

Der Integrationsbeirat als politisches Gremium, das die Interessen der Menschen mit Migrationshintergrund in Regensburg vertritt, solidarisiert sich uneingeschränkt mit den friedliebenden Muslimen/-innen in unserer Stadt und lehnt jeden Versuch, unsere Gesellschaft zu spalten, entschieden ab. Integration, verstanden als gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen und politischen Bereichen, wird durch jede Art von Rassismus und Diskriminierung verhindert. Aus diesem Grund setzt sich der Integrationsbeirat für eine verstärkte Antidiskriminierungs- und Antirassismusarbeit ein. Der Integrationsbeirat sieht sich darüber hinaus in der Verpflichtung, sich weiterhin für die demokratischen Werte und das Zusammenleben in einer pluralen, offenen Gesellschaft zu engagieren.

Regensburg, 19.02.2018

gez.

Eva Filipczak (Vorsitzende), Julia Lang (stellv. Vorsitzende), Pedro Paquay Rovira (stellv. Vorsitzender)

Einbürgerungsempfang 2018

Wie in jedem Jahr war der Integrationsbeirat auch dieses Mal wieder beim Empfang für neu eingebürgerte Personen vertreten. Wir gratulieren allen neu Eingebürgerten und bedanken uns für die vielen tollen Gespräche mit den Anwesenden. Wir freuen uns schon auf den Empfang 2019.

Interkulturelle Woche 2017

Die bundesweite Interkulturelle Woche stand im Jahr 2017 unter dem Motto "Vielfalt verbindet."

Der Integrationsbeirat der Stadt Regensburg organisierte aus diesem Anlass vom 20. September bis zum 1. Oktober 2017 mit zahlreichen Kooperationspartnern eine Reihe von Veranstaltungen und Aktionen.

Integrationsbeirat besichtigt neue Erstaufnahmeeinrichtung in der Bajuwarenstraße

Anfang April besichtigten Mitglieder des Integrationsbeirates zusammen mit weiteren interessierten Gästen die neu eröffnete Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in der Regensburger Bajuwarenstraße. Der Leiter der Einrichtung, Karl-Heinz Kreuzer, erläuterte zunächst die räumliche Aufteilung des Geländes und die Bewohnerstruktur.

Der anschließende Rundgang führte die Gruppe durch die Überwachungsräume des Sicherheitsdienstes, die medizinischen Einrichtungen, die Registrierung, die Sozialräume mit Schulungs- und Beratungsräumen sowie die Kinderbetreuung der Caritas, durch ein Wohngebäude und zu guter Letzt in die Kantine, in der Bewohner der Einrichtung die Essensausgabe unterstützen.

„Rassismus Adé, Vielfalt Olé!“ - Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Der Integrationsbeirat Regensburg schloss sich dem Aktionstag des „Netzwerks rassismus- und diskriminierungsfreies Bayern“ sowie der „Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns“ (AGABY) zum internationalen Tag des Rassismus an. Zusammen mit vielen weiteren Organisationen wurde am 21. März 2017 eine Kundgebung auf dem Neupfarrplatz organisiert.

Unter anderem sprachen Pedro Paquay Rovira für den Integrationsbeirat, Stadträtin Evelyn Kolbe-Stockert (SPD) für die Stadt Regensburg, Beiratsmitglied Nurdogan Cetinkaya für den „Internationalen Kultur- und Solidaritätsverein“ (IKS), sowie Vertreterinnen und Vertreter von Amnesty International und der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“. Die Veranstaltung wurde von Paco Lopez musikalisch auf der Gitarre begleitet.