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Peter Küspert

Verleihung der Matthäus-Runtinger-Medaille an Herrn Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs

Peter Küspert wurde in Hof geboren. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg und legte 1980 das erste und 1983 das zweite juristische Staatsexamen erfolgreich ab.

Anschließend trat er in den Staatsdienst ein und begann seine juristische Karriere zunächst an den Amtsgerichten Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Als Richter, Staatsanwalt sowie als Angehöriger des Ministerialdienstes im Bayerischen Staatsministerium der Justiz und als Abgeordneter zum Bundesministerium der Justiz nach Bonn konnte er vielfältige Erfahrungen sowohl im bundesdeutschen als auch im bayerischen Rechtswesen sammeln. In all seinen Ämtern und Funktionen bestach er mit herausragendem Wissen und strebsamen Eifer, ohne je die Bindung zur Basis zu verlieren.

Von 2003 bis 2010 war er Präsident des Landgerichts Regensburg und ab 2011 Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg, bevor ihn das Bayerische Kabinett im November 2014 zum Präsidenten des Oberlandesgerichts München berief. Die Mitglieder des Bayerischen Landtages wählten ihn nur einen Monat später zum Präsidenten des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes.

Peter Küsperts Dienstbeginn fiel in die Zeit, als das Strafverfahren gegen Beate Zschäpe, ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), im Laufen war und die Augen von zahllosen Menschen im In- und Ausland auf München gerichtet waren. Seit 2015, als er die Ämter antrat, setzte er sich mit all seiner Kraft und all seinem Erfahrungsschatz für den Erhalt der rechtsstaatlichen Ordnung und die Verwirklichung der Grundsätze der Verfassung des Freistaates Bayern ein.

Der Name Peter Küspert steht für die Bedeutung und die Grundlagen der Verfassung. In vielen verschiedenen Veranstaltungen, Diskussionen und Vorträgen in und außerhalb von Bayern stellt er immer wieder das Wesen der Verfassung und ihre Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Staat bzw. öffentlich-rechtlichen Institutionen und Bürger dar. Er erklärt dabei die Verantwortung des Einzelnen, die ihm die Verfassung auferlegt, aber auch die Rechte, die in ihr niedergeschrieben sind.

Der Justiz als dritte Gewalt im Staate gibt er ein modernes, gewandtes und offenes Gesicht und legt eindrucksvoll und für jedermann dar, warum Urteile nur so und nicht anders gefällt werden können, auch wenn manchmal das sogenannte Rechtsempfinden der Bevölkerung auf eine vielleicht verständlich harte Probe gestellt wird. Er bereichert dadurch gesellschaftliche Debatten mit Ihren Beiträgen und erfüllt die rechtsstaatlichen Werte vorbildlich mit Leben.

Für Iseine Verdienste um die Vermittlung der Grundsätze der Verfassung wurde er 2017 von der damaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit der Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet.

Die Freunde der Universität Regensburg können schon lange auf seine bewährte Hilfe zählen. Aktuell ist er zweiter Vorsitzender des Vereins und in dieser Funktion ein wertvoller Fürsprecher und Unterstützer der vierten bayerischen Landesuniversität, die vor über 50 Jahren ihren Vorlesungsbetrieb in Regensburg aufgenommen hat und einen wichtigen Faktor für unsere Stadt in Bildung, Forschung und Wissenschaft darstellt. Mit seinem Engagement für den Verein der Freunde der Universität trägt er dazu bei, die Verbindung zwischen der Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt sowie der gesamten Region zu festigen.

Trotz seiner beispielslosen beruflichen Karriere, die eine hohe Mobilität erfordert, hat er stets seine Treue zu Regensburg bewiesen und bringt sich im gesellschaftlichen Leben der Stadt ein.