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Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG)

Das Unterhaltsvorschussgesetz will Kindern, die in einer Teilfamilie leben, und ihren allein erziehenden Müttern und Vätern wirtschaftlich helfen.

Anspruch auf Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz hat ein Kind, wenn es das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und im Bundesgebiet bei einem seiner Elternteile lebt,

  • der ledig, verwitwet oder geschieden ist oder
  • der von seinem Ehegatten oder Lebenspartner (im Sinne des § 1567 BGB) dauernd getrennt lebt, oder dessen Ehegatte oder Lebenspartner für voraussichtlich wenigstens 6 Monate in einer Anstalt untergebracht ist,
  • nicht oder nicht regelmäßig mindestens in der in Betracht kommenden Höhe Unterhalt von dem anderen Elternteil erhält oder,
  • wenn dieser oder ein Stiefelternteil gestorben ist und nicht Waisenbezüge erhält
  • Ausländer ist (nur dann, wenn das Kind oder der allein stehende Elternteil im Besitz einer Niederlassungserlaubnis oder Aufenthaltserlaubnis ist).

Die Höhe der UVG-Leistungen richtet sich nach dem Mindestunterhalt im Sinne des § 1612a BGB und beträgt ab 01.01.2017 für Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres 342 Euro monatlich (1. Altersstufe) und für Kinder vom 7. bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres 393 Euro monatlich (2. Altersstufe). Vom Mindestunterhalt in der jeweiligen Altersstufe wird grundsätzlich das für ein erstes Kind zu zahlende Kindergeld (derzeit monatlich 192 Euro) abgezogen.

Damit ergeben sich in der Regel folgende Leistungsbeträge nach dem UVG:

  • in der ersten Altersstufe (Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres)  150 Euro
  • in der zweiten Altersstufe (Kinder vom 7. bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres) 201 Euro

Von diesen Beträgen werden abgezogen:

  • eingehende Unterhaltszahlungen des anderen Elternteils sowie unterhaltsrelevante Leistungen,
  • Waisenbezüge und Schadensersatzleistungen, die das Kind nach dem Tod des anderen Elternteils oder Stiefelternteils erhält,
  • Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG) bei Grundwehrdienst oder Zivildienst des Vaters des Kindes.

Nicht berücksichtigt wird das Einkommen des Elternteils, bei dem das Kind lebt; Ausnahme besteht bei „aufgeteilten Kindern“.

Liegen die Anspruchsvoraussetzungen nur für einen Teil eines Monats vor, wird die Leistung nach dem Unterhaltsvorschussgesetz anteilig gezahlt. Unterhaltsleistungen von monatlich unter 5 Euro werden nicht gezahlt.

Leistungen werden längstens für 72 Monate (6 Jahre) gezahlt. Der Anspruch endet spätestens, wenn das Kind das 12. Lebensjahr vollendet hat. Dies gilt auch dann, wenn die Leistungen nach dem UVG noch nicht für volle 72 Monate gezahlt wurden.

Für die Gewährung von Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz ist ein schriftlicher Antrag erforderlich. Antragsformulare erhält man bei der Stadtverwaltung oder beim Landratsamt. Antragsberechtigt sind der alleinerziehende Elternteil oder der gesetzliche Vertreter des Kindes.

Welche Unterlagen sind zwingend nötig?

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Ihren Personalausweis oder Reisepass
  • Vaterschaftsanerkennung und die Zustimmung zur Vaterschaftsanerkennung
  • die aktuelle Anschrift des Unterhaltspflichtigen
  • Ihre Bankverbindung
  • einen Nachweis über den Bezug von Kindergeld
  • Ihren Mietvertrag

Weitere Informationen und welche Unterlagen für Sie sonst noch relevant sind, entnehmen Sie bitte dem "Merkblatt zum Unterhaltsvorschussgesetzt - UVG" (rechts unter Download).

Gerne können Sie auch einen Beratungstermin vereinbaren.

Buchstabenaufteilung

Frau Treml: A - Ga
Herr Dechant: Gb - Kn
Frau Spitzer: Ko - Re
Frau Mosandl:     Rf - Z