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Konkrete Planungen zum Holzgartensteg beginnen

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Der Holzgartensteg schafft eine barrierefreie Verbindung vom Maria-Beer-Platz zum Grieser Spitz. © Bilddokumentation, Stadt Regensburg

Seit Jahren steigt die Einwohnerzahl Regensburgs kontinuierlich an. In den vergangenen fünf Jahren ist die Stadt von 153 812 auf 166 530 Einwohner angewachsen. Anders ausgedrückt, ist Regensburg um eine Kleinstadt wie Burglengenfeld angewachsen. Allein nördlich der Donau haben sich über 2 000 neue Anwohner niedergelassen. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt: Auch beim Verkehrsaufkommen ist diese Bevölkerungsentwicklung zu spüren. Daher ist es sinnvoll – einerseits aus Gründen des Klimaschutzes, andererseits unter dem Aspekt einer guten Verteilung des Gesamtverkehrs auf alle Verkehrsarten –, dass der Umstieg vom Auto auf umweltfreundlichere Alternativen ermöglicht wird. Das Fahrrad spielt dabei eine zentrale Rolle.

Vor- und Nachteile des Holzgartenstegs

Um eine solche Verlagerung voranzutreiben, braucht es attraktive Fahrradrouten – vorzugsweise abseits von viel befahrenen Straßen. Der Holzgartensteg soll eine solche Route ermöglichen. Er ist eine direkte Verbindung zwischen dem Regensburger Norden und der Innenstadt. Über den Steg kann man zukünftig schneller und entspannter von beispielsweise dem Donau-Einkaufszentrum in die Altstadt fahren: keine drängenden Autofahrer, keine Wartezeiten mehr an Ampeln und keine Abgasluft, die man als Radfahrer einatmen muss. Aber auch Auto- und Busfahrer profitieren von der neuen Rad- und Fußgängerbrücke: weniger Geisterradler, die man vor allem bei fehlenden Querungsmöglichkeiten sieht, und generell weniger Radfahrer, die man beim Abbiegen übersehen könnte. Eine Win-Win-Situation also.

Ein kleines Aber gibt es jedoch, denn – und das muss man klar sagen – der Grieser Spitz wird sich verändern. Er wird etwas von seiner Ruhe und Abgeschiedenheit einbüßen. Die genannten Vorteile für die Mehrheit der Bevölkerung überwiegen jedoch deutlich. Und: Es handelt sich um eine Fußgänger- und Radfahrbrücke und nicht um eine Fernverkehrsbrücke, auf der Autos, Lastwägen oder Busse fahren.

Erklärtes Ziel dieser neuen Brücke ist es, den Regensburgerinnen und Regensburgern eine Möglichkeit für eine schnelle, sichere und barrierefreie Verbindung zwischen den zwei Stadtteilen zu bieten. Ein weiterer Vorteil: Zwei Naherholungsgebiete werden miteinander verbunden. Diese Erweiterung des Grieser Spitzes macht etwas von den Einbußen bezüglich Abgeschiedenheit wieder wett.

Machbarkeitsuntersuchung

Zur Vorbereitung des Stadtratsbeschlusses vom September hat das Tiefbauamt unter anderem eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt, die prüfen sollte, welche Auswirkungen verschiedene bauliche Lösungsansätze auf Höhenentwicklung, Flächenbedarf und die bestehende Situation haben würden. Dabei wurden unter anderem Fragen geklärt, wie hoch eine Brücke sein muss, die über einer Bundeswasserstraße verläuft – oder wie eine solche Brücke das Welterbe betreffen wird. Auch die Auswirkungen auf das Stadtbild, die Nutzbarkeit der Grünanlagen am Grieser Spitz und generell den Verkehr wurden geprüft.

Wettbewerb

Die Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung sind die Grundlage für die Auslobung eines Planungswettbewerbs, der voraussichtlich im Juni 2019 gestartet wird. Zuvor hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich bei einer Informationsveranstaltung im Salzstadel einzubringen. 

Die Fachleute aus der Verwaltung formulieren in den Auslobungsunterlagen all jene Fragen, mit denen sich die Wettbewerbsteilnehmer auseinandersetzen sollen. Da sich an einem Wettbewerb viele verschiedene Planer beteiligen, steckt darin immer die große Chance, dass sich aus den vielen verschiedenen Ansätzen neue Ideen ergeben, die für den Standort die beste Lösung bieten. Und die Ansprüche an den geplanten Brückenbau sind hoch: Die Stadt will zum einen dem historischen Erbe gerecht werden und zum anderen einen Beitrag zur Baukultur leisten. Daher wird ein zweistufiger Wettbewerb angestrebt: In einer ersten Phase können alle interessierten Büros ihre grundsätzlichen Lösungsansätze in Form von Konzepten vorlegen. Daraus wählt ein Preisgericht die überzeugendsten Konzepte für eine zweite Phase aus, in der der eigentliche Entwurf bearbeitet wird. Dann wird schließlich die beste Arbeit prämiert. Am Ende dieses Wettbewerbsverfahrens werden die eingereichten Lösungen öffentlich ausgestellt.

Text: Tatjana Setz
14. Januar 2019