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Gefördertes Wohnen in Regensburg

Mehr und vor allem preisgünstigen Wohnraum zügig zu schaffen, ohne dabei ein qualitätsvolles Wohnumfeld zu vernachlässigen, das ist das Ziel der Wohnbauoffensive. Doch wie sieht es in Regensburg mit gefördertem Wohnen aus? Was steckt hinter der einkommensorientierten Förderung und wer ist berechtigt?

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Gefördertes Wohnen in der Lore-Kullmer-Straße auf dem Gelände der ehemaligen Nibelungenkaserne © Bilddokumentation Stadt Regensburg

14. November 2019

Die Tatsache, dass die Bevölkerungszahlen in Regensburg seit Jahren ständig steigen, ist nicht neu. Auch, dass sich diese Entwicklung am Wohnungsmarkt bemerkbar macht. Mit der Wohnbauoffensive, die 2016 ins Leben gerufen wurde, unternimmt die Stadt zahlreiche Anstrengungen, um dem steigenden Bedarf an Wohnraum entgegenzuwirken. So konnten in den Jahren von 2016 bis 2018 insgesamt 380 geförderte Wohnungen fertiggestellt werden – allein im Jahr 2018 waren es 253. Sie kommen zu den bestehenden 5 624 Wohnungen mit Belegungsbindung hinzu. Damit wird erstmals die 20-Prozent-Quote spürbar, die der Regensburger Stadtrat 2013 für neue Baugebiete beschlossen hat. Das bedeutet: Die Quote greift seit letztem Jahr! Auch für dieses Jahr wird eine ähnlich hohe Fertigstellungszahl erwartet.

Von der klassischen Sozialwohnung zur einkommensorientierten Förderung

Die klassische Sozialwohnung verbinden wahrscheinlich viele mit großen unattraktiven Wohnblocks, die schon auf den ersten Blick wenig einladend wirken. Dieses Bild ist jedoch völlig veraltet. Ebenso die einstige Fördersystematik, die bis 2001 hinter dem sozialen Wohnungsbau steckte: Es erfolgte keine Differenzierung der Einkommenssituation, es gab nur eine Einkommensstufe. In der Folge fand so gut wie keine soziale Durchmischung in den Siedlungen statt. Mit der Aufgabe der sogenannten Fehlbelegungsabgabe im Jahr 2006 wurde darüber hinaus die finanzielle Situation der Mieter nach dem Einzug in eine geförderte Wohnung nicht mehr überprüft.

Das kann seit 2002 nicht mehr passieren. In diesem Jahr wurde ein neues Modell eingeführt, das die klassische Sozialwohnung ablöste: die einkommensorientierte Förderung, kurz EOF. Hier erhält der Wohnungssuchende einen einkommensabhängigen Zuschuss zur Miete, eine sogenannte Zusatzförderung. Die Förderfähigkeit und auch die Förderhöhe werden anschließend im Drei-Jahres-Rhythmus überprüft. Dank der insgesamt drei gestaffelten Einkommensstufen, kann – durch die Mischung der jeweiligen Stufen – eine ausgewogene Bewohnerstruktur in einem Gebäude bzw. in einem Gebiet erzielt werden.

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Räumliche Verteilung geförderter Wohnungen © Stadt Regensburg, Amt für Stadtentwicklung

Geförderte Wohnungen: Qualität und Standort

EOF-Wohnungen unterscheiden sich in Qualität und Ausstattung nicht mehr von freifinanzierten Wohnungen. Häufig sind sie im selben Gebäude wie die freifinanzierten Wohnungen untergebracht, man wohnt „Tür an Tür“ und es kommt dadurch zu einer heterogenen Bewohnerstruktur.

In Regensburg weisen die geförderten Wohnungen zwar einige räumliche Schwerpunkte auf, verteilen sich aber im Großen und Ganzen über das gesamte Stadtgebiet. Durch die Verpflichtung zum Bau von geförderten Wohnungen in neuen Bebauungsplangebieten (Quote seit Juli 2019 bei 40 Prozent) wird sich eine noch gleichmäßigere Verteilung einstellen. Das Angebot an EOF-Wohnungen wird in den kommenden Jahren deutlich gesteigert werden. Neben vielen kleineren Projekten zählen dazu insbesondere die Fertigstellungen in der ehemaligen Nibelungenkaserne, dem Dörnbergviertel, der Lechstraße, der Otto-Hahn-Straße, den urbanen Gebieten Grunewaldstraße und Kirchmeierstraße und die Entwicklung der Prinz-Leopold-Kaserne. Auch das Angebot an geförderten Studentenwohnheimen wird deutlich ausgeweitet.

Wie gestalten sich die Einkommensstufen?

Seit der Anhebung der Einkommensgrenzen im Mai 2018 sind etwa 60 Prozent aller bayerischen Haushalte grundsätzlich förderfähig. Dadurch können vor allem in der Einkommensstufe III deutlich mehr Haushalte in den Genuss der Zusatzförderung kommen. So kann beispielsweise eine Familie mit zwei Kindern und einem Haushaltseinkommen von jährlich knapp 82 000 Euro brutto einen entsprechenden Wohnberechtigungsschein erhalten.

Je nach Einkommen wird ein monatlicher Zuschuss gewährt, der derzeit bis zu 3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche betragen kann.

Gefördertes Wohnen_Einkommensstufen

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Text: Tatjana Setz, Sandra Betz