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‚Gscheid feiern‘ an der Donau

Stadtverwaltung und Aktionsbündnis Fair Feiern starten gemeinsame Kampagne gegen Lärm und Müll auf der Jahninsel

Grillen auf der Jahninsel

Es ging heiß her, als die Stadtverwaltung im März zur Bürgerversammlung in Stadtamhof lud. Zahlreiche Anwohner machten ihrem Ärger Luft, der sich in den letzten Jahren angestaut hatte – bis schließlich der Jahrhundertsommer 2018 das Fass zum Überlaufen brachte. Vom Ballermann im Vorgarten war die Rede, von dröhnender Musikbeschallung bis in die frühen Morgenstunden, Erbrochenem vor der Haustür, Müll und Gegröle weit jenseits des erträglichen Maßes. Diese Eindrücke bestätigt auch ein Blick auf die Zahlen der Polizei und des städtischen Ordnungsamtes, wo die Beschwerden wegen Ruhestörung deutlich angestiegen sind – und auch dem subjektiven Empfinden nach dehnt sich die „Partyzone“ an Jahninsel, Grieser Spitz und den dazwischen liegenden Donauauen immer weiter aus.

Als schnelle und wirkungsvolle Abhilfe stand bald ein nächtliches Alkoholverbot innerhalb der Grünanlagen zur Diskussion – eine rigorose Maßnahme, die aber nur als letzte Möglichkeit eingesetzt werden könnte. Zunächst soll eine umfassende Kampagne der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Fair Feiern die Wogen glätten und allzu feierfreudige Jugendliche zur Räson bringen. Geplant ist dabei eine deutlich verstärkte Präsenz von Beamten des Kommunalen Ordnungsservice, unterstützt durch einen privaten Sicherheitsdienst. Zudem sollen Schilder mit freundlichen aber bestimmten „Verhaltensregeln“ an den Eingängen der Grünanlagen zu gegenseitiger Rücksichtnahme und respektvollem Umgang mit Mensch und Natur aufrufen. Um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, werden die Texte in charmantem Bayerisch, aber via QR-Code auch in diversen Fremdsprachen, ersichtlich sein.

Begleitet werden diese Maßnahmen durch eine PR-Kampagne mit dem Titel „Gscheid feiern“. „Damit wollen wir dazu einladen, durchaus anständig zu feiern – denn das wollen wir unter keinen Umständen verhindern – aber bitte mit Köpfchen“, so Dr. Walter Boeckh, Rechts- und Regionalreferent und Vorsitzender des Aktionsbündnisses Fair Feiern. „Es gibt so viele Aspekte am Feiern, die Spaß machen und in einer Studentenstadt wie Regensburg einfach dazu gehören: Tanzen, Lachen, Ratschen, neue Bekanntschaften machen. Aber das ist auch ohne unnötige Begleiterscheinungen wie Randalieren, Herumschreien, Wildpieseln und Müll liegen lassen möglich!“

Über Soziale Medien und Plakate werden die zentralen Botschaften mit einem Augenzwinkern verbreitet: „Sei koa Saubär“, „Dei Musi nervt“ und „Wildbiesln is grintig“. Um die jungen Leute auch direkt anzusprechen, werden regelmäßig Promotionteams mit kleinen Werbegeschenken entlang der Donau unterwegs sein. In drei großen Diskussionsrunden auf der Jahninsel lädt die Stadt gemeinsam mit Fair Feiern und dem Stadtjugendring zum Austausch über Müllvermeidung, Alkoholkonsum und gegenseitige Rücksichtnahme ein. Zudem soll eine große Müllsammelaktion, bei der mehrere Teams die Donauauen durchkämmen und dabei attraktive Preise gewinnen können, auf die Müllproblematik aufmerksam machen. Die Termine der einzelnen Aktionen werden auf www.facebook.com/fairfeiern/ bekanntgegeben.

Text: Kristina Kraus
31. Mai 2019