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Wieder da! – Der Buchsbaumzünsler beginnt sein großes Fressen

Wenn Gartenbesitzer in Regensburg ihren geliebten Buchs auch dieses Jahr nicht an den Buchsbaumzünsler verlieren möchten, müssen sie am besten jetzt handeln. Tipps dazu gibt es von einem Fachmann aus den Gartenamt im Interview.

Buchsbaumzünsler - Raupe

Gartenbesitzer in Regensburg müssen am besten jetzt handeln, wenn sie ihren geliebten Buchs heil über den letzten Sommer gebracht haben und ihn auch dieses Jahr nicht an den Buchsbaumzünsler verlieren möchten. Aufgrund der warmen Temperaturen in den Osterferien sind die kleinen Kahlfresser früher dran als sonst. In Gespinsten haben die Raupen überwintert und beginnen im Frühjahr mit dem Wachstum. Was heißt: Mit dem großen Futtern. Wer zu lange zögert, hat bald einen kahlen Buchs im Garten stehen.
Elmar Schmalen vom Gartenamt der Stadt Regensburg weiß, was jetzt zu tun ist, wenn man den Kampf gegen den asiatischen Schädling gewinnen will.

Elmar Schmalen Porträt
Elmar Schmalen vom Gartenamt der Stadt Regensburg © Bilddokumentation Stadt Regensburg

Herr Schmalen, woran erkenne ich überhaupt, dass mein Buchs befallen ist?

Wenn Sie die Zweige der Pflanze aufbiegen und Sie sehen kleine grüne Raupen mit schwarz-weißen Streifen auf dem Rücken, dann ist das ein eindeutiges Zeichen. Die Raupen fressen sich von innen nach außen. Das hat zur Folge, dass der Schaden meist erst bemerkt wird, wenn er schon groß ist. Ist der Buchs innen kahlgefressen, dürfte er in der letzten Saison schon hungrigen Besuch gehabt haben. Auch ein dichtes Gespinst außen auf dem noch grünen Buchs ist, ein Anzeichen dafür, dass er befallen sein könnte. Da lohnt es sich, genauer hinzusehen. Spätestens wenn hübsche, weiße Schmetterlinge mit grau-schwarzem Rand in Garten herumfliegen, merkt man es auch ohne genaues Hinsehen.

Was raten Sie dann?

Leider hat der Buchsbaumzünsler bei uns keine natürlichen Feinde. Auch Vögel fressen die Raupen nicht oder nur selten. Man muss also für sich eine Entscheidung treffen: Lohnt es sich, die Pflanze zu erhalten oder ist einem der hohe Aufwand langfristig zu viel? Um einen Buchs zu retten, muss man ihn mindestens zweimal im Jahr mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel behandeln, das die Raupen tötet. Jetzt und dann im Juni/Juli nochmal, wenn die zweite Generation der Raupen aktiv wird. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis subsp. aizawai gemacht. Dieses Mittel sorgt dafür, dass die Raupen schnell sterben, wenn sie die besprühten Blätter fressen. Je kleiner die Raupen sind, desto besser wirkt das Mittel. Daher ist das Frühjahr eine sehr gute Zeit.

Ist dieses Mittel gefährlich?

Für den Buchsbaumzünsler ist es giftig, aber es schadet Nützlingen und Bienen nicht. Es ist auch für den Gemüseanbau zugelassen. Aber natürlich muss man sich beim Ausbringen des Mittels schützen. Das gilt übrigens für alle Pflanzenschutzmittel.

Was muss man beim Spritzen der Pflanzen beachten?

Das Mittel muss die Blätter treffen, also sollte man sehr gründlich vorgehen. Wichtig ist außerdem das passende Wetter: Es sollte warm sein, denn dann fressen die Raupen am liebsten. Und es sollte für die nächsten Tage möglichst kein Regen gemeldet sein, denn der wäscht das Mittel sonst von den Blättern ab, bevor diese gefressen werden. Dann bringt es nichts.

In ganz Regensburg gibt es Buchsbäume. Was macht die Stadt denn mit den Pflanzen im öffentlichen Raum, zum Beispiel in den Parks?

Wir können leider nicht alle Buchsbäume retten, das ist so aufwendig, dass Vor- und Nachteile – auch für Flora und Fauna –  nicht mehr in Relation zueinander stehen. Wir haben daher im Vorfeld überlegt, welche Exemplare besonders schützenswert sind und welche wir schweren Herzens aufgeben müssen. Die Raupen machen ja selbst vor altehrwürdigen Buchsbäumen, die mühevoll über Jahrzehnte gehegt und gepflegt wurden, nicht Halt. Im Renaissancegarten des Herzogsparks gehört der Buchs zum Gesamtkunstwerk, deshalb muss er dort erhalten werden. Auch den Buchs beim Gartenamt, am Salettl und in den großen Pflanzkübeln behandeln wir. An anderen Stellen ersetzen wir ihn durch andere Pflanzen – etwa mit Liguster.

Wie ist Ihre Einschätzung: Haben Hobbygärtner überhaupt eine Chance, ihren Buchs zu retten?  

Viele Gartenbesitzer haben den Kampf schon im letzten Sommer aufgegeben. Da hatten wir gleich mehrere Generationen. Den Schädling wieder loszuwerden, ist ein mühevolles Unterfangen – entweder man sammelt die Raupen einzeln ab oder man verwendet Insektizide. Es gibt aber auch Alternativen, die dem Buchs sehr ähnlich sehen und die der Zünsler verschmäht, zum Beispiel den japanischen Ilex crenata.

Wenn nichts mehr hilft und ich meinen kahlgefressenen Buchs entsorgen will, wo kann ich das tun?

Befallene Buchsbaumpflanzen dürfen in den üblichen Grüngutsammelstellen entsorgt werden. Wenn es sich um größere Mengen handelt, bitten wir jedoch darum, gleich das Kompostwerk in der Kremserstraße im Stadtosten anzufahren.

Vielen Dank für diese Tipps Herr Schmalen.

Text und Interview: Claudia Biermann
24. April 2019