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Sportlerehrung 2017

- Es gilt das gesprochene Wort - 

Rede von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer anlässlich der Sportlerehrung 2017 am 22. November 2017 um 20.00 Uhr, Reichssaal


Die Sportlerehrung 2017 hat uns heute hier im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses wieder zusammengeführt. Die „erste Adresse“ der Stadt, wo Kaiser und Fürsten tagten, ist dazu gerade gut ge-nug. Als Bürgermeisterin der Stadt Regensburg darf ich Sie alle dazu ganz herzlich willkommen heißen.
Wenn der Reichssaal heutzutage seine Pforten öffnet, dann sind das immer ganz besondere Ereignisse: Empfänge für hochrangige Gäste der Stadt Regensburg oder große Jubiläen von Vereinen, Verbänden oder Einrichtungen des öffentlichen Lebens.

Die gute Stube der Stadt Regensburg, wie der Reichssaal gerne auch genannt wird, ist aber auch immer wieder der Ort, an dem besondere Leistungen geehrt werden, an dem verdiente Menschen im Mittelpunkt stehen.

Bei der Sportlerehrung 2017 stehen Sie heute alle hier im Mittelpunkt. Die stattliche Anzahl von mehr als 110 Einzelsportlern und rund 40 Mannschaften, habe ich heute die Ehre, für ihre Leistungen im vergangenen Jahr auszuzeichnen.

Sehr geehrte Damen und Herren, die Sportwelt verändert sich rasant. Neben einer sehr starken Vereinswelt, in der in Regensburg rund 50.000 Menschen in über 170 Sport- und Schützenvereinen
organisiert sind, wird die Sportausübung immer individueller.

Fitnesstudios, die ein mehrfaches einer Vereinsmitgliedschaft kosten, werden verstärkt genutzt, Sportgruppen verabreden sich per Whatsapp zu Trainingseinheiten auf freien Sportflächen und die Jogging- und Walkingstrecken sind zu jeder Tages- und auch Nachtzeit bevölkert. Gleichzeitig entwickeln sich sehr schnell neue Sportarten, die nach einem Hype auch sehr schnell wieder verschwinden. Dies alles fordert zum einen die Sportvereine, andererseits aber auch unsere Stadtverwaltung immer mehr heraus, damit umzugehen.

Unsere Sportverwaltung hat sich deshalb schon personell mit Sportwissenschaft-lern verstärkt und hat eigene für Individualsportler abgestimmte Angebote geschaffen. So gibt es seit letztem Jahr eine Freizeitsporthalle, in der sich Einzelsportler treffen können und dort mit Gleichgesinnten in der Gruppe Sport zu treiben.

Zugleich haben wir auf die sogenannten Trendsportarten reagiert und haben zusammen mit den Sportlern eine Halle für die FunSportarten BMX, Skate und Parkour in der Lilienthalstraße angemietet, die hervorragend angenommen wird.

Mit Regensburg goes fit und Sport im Park bieten wir Möglichkeiten für vereinsungebundene Bürgerinnen und Bürger in der freien Natur ohne Anmeldung und großen Aufwand Sport zu treiben. Dies alles ergänzt und komplettiert das tolle Angebot der Vereine.

Uns muss allerdings auch bewusst sein:
Aus dem Individualsport entwickeln sich keine Weltmeister und andere Spitzensportler. Dies gelingt nur durch straff organisiertes, diszipliniertes Training bei professioneller Umgebung in einem Verein.

Was hier geleistet wird ist unglaublich. Mehr als 800 Übungsleiter haben im letzten Jahr rund 130.000 Trainingsstunden abgehalten. Dies ist die Grundlage für einen Breitensport, der die Basis dafür bildet, dass wir heute hier stehen und unsere international und national erfolgreichen Sportler ehren können.
Ich freue mich sehr, dass wir in Regensburg einen Stadtrat haben, der aus voller Überzeugung hinter dem Sport steht. Jedes Jahr gewährt er für die direkte Sportförderung mehr als 2 Millionen Euro und ist immer offen für neue Projekte, die uns als Sportstadt voran bringen. Damit zeigt er deutlich, wie wichtig dieses Thema im Stadtrat gesehen wird.

Neben dem Breitensport, der für die Gesundheit, für das soziale Leben und die Gesellschaft allgemein so wichtig ist, sind es aber hauptsächlich die Spitzenleistungen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und vielleicht weitere Menschen zum Sport motivieren.

Die Stadt hat sich deshalb neue Richtlinien zur Förderung des Spitzensports gegeben und dafür mehr als 50.000 € freigegeben, die zusätzlich zur allgemeinen Sportförderung eingeplant wurden. Wir wollen damit Talente und schon erfolgreiche Sportler finanziell unterstützen, damit diese sich noch besser auf ihre Talent konzentrieren können. Zusammen mit dem Sportbeirat haben wir nach ei-nem Bewerbungsverfahren mittlerweile das sogenannte „Team Regensburg“ ausgewählt. In den nächsten Tagen werden wir dies der Öffentlichkeit vorstellen. Diese Sportlerinnen und Sportler sollen für uns das Aushängeschild sein und Regensburg als Botschafter in der Welt noch bekannter machen.

Einige der Teammitglieder werden wir sicher heute schon bei der Ehrung sehen, denn sie haben ja auch schon bisher Spitzenleistungen gebracht. Wie wichtig sportliche Erfolge für die Begeisterung der Menschen sind, zeigt sich an einem Beispiel aus diesem Jahr an das ich Sie und auch ich mich gerne erinnere.
„Wir spuin fia eich“ so ist der Jahn in der Regionalliga angetreten und hat das unglaubliche wahr gemacht, er ist über die 3. Bundesliga in die 2. Liga aufgestiegen. Die Begeisterung und die Siegesfeiern sind uns allen noch gut in Erinnerung. Seitdem sind bei den Heimspielen des Jahn jedes Mal zwischen 10.000 und 15.000 Fans dabei. Etwas, das bei weniger Erfolg wohl undenkbar wäre.

Regensburg ist im Fußball wieder dort angelangt, wo es mindestens hingehört, in der 2. Bundesliga.
Neben den schon erreichten Erfolgen arbeiten wir aber auch an zukünftiger Wettbewerbsfähigkeit.

Ein weiterer Meilenstein dafür wird unsere neue Leichtathletikhalle werden. Wir haben jetzt das notwendige Grundstück gekauft und haben dafür die finanziellen Mittel in unsere Investitionsplanung eingestellt.
14 Mio. € werden wir in den nächsten Jahren für den Bau im Stadtosten ausgeben. Wir schaffen damit bis zum Jahr 2022 die professionelle Trainingsmöglichkeit für die vielfältigen Disziplinen in der Leichtathletik - auch im Winter und auch bei schlechtem Wetter.

Die Leichtathletikverbände werden uns durch Berufstrainer unterstützen und Regensburg wird noch mehr ein Leistungszentrum für Ostbayern werden. Um die Stadt auch weiterhin für zukünftige Veränderungen in der Sportwelt vorzubereiten arbeitet die Sportverwaltung derzeit an einem Sportentwicklungsplan. Damit wollen wir abschätzen, wo die Reise hingeht.

Welche Bedarfe wird es in der Zukunft geben? Wie müssen unsere Sportanlagen dafür ausgestattet sein? Wie können wir unsere Vereine dafür fit machen? Das sind einige der wichtigen Fragen, die wir damit beantworten wollen. Wir haben dafür das wissenschaftliche Fachpersonal, brauchen aber auch unbedingt Ihre Unterstützung.

Im nächsten Jahr wird das Amt für Sport und Freizeit viele Interessensgruppen anschreiben und bitten, ihr Fachwissen in Workshops einzubringen. Bitte beteiligen Sie sich rege daran, Sie arbeiten damit auch an der Zukunft der Sportstadt Regensburg mit. Denken Sie daran, nur wer mitmacht, darf sich hinterher auch über das Ergebnis beschweren!

Meine Damen und Herren,
Der Sport leistet vieles. Sport bringt Menschen unterschiedlichs-ten Alters zusammen. In Vereinen sind Menschen generationsübergreifend aktiv, überwinden vermeintliche Grenzen, kön-nen voneinander lernen …
Sport trägt maßgeblich zur Integration bei. Unterschiedliche Hautfarbe, Herkunft, Sprache oder Religion spielen im Sport keine Rolle.

Sport trägt zur Inklusion bei.
Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am alltäglichen Leben, auch im Be-reich Freizeit, wird in Sportvereinen auch bei uns in Regensburg schon praktiziert.
Eine weitere Initialzündung haben wir als Stadt durch unsere Bewerbung für die Special-Olympics Bayern vor. Falls wir den Zuschlag für die Sommerspiele 2021 bekommen, werden 2.000 geistig- und mehrfachbehinderte Sportler in Regensburg zeigen, was sie können und welche inklusive Leistung der Sport bringt.

Sport leistet viel für die Entwicklung von jungen Menschen.
Sport in der Gemeinschaft gibt Kindern und Jugendlichen nicht nur die Möglichkeit, gesünder erwachsen zu werden, sondern auch Teamgeist zu lernen, sich einzusetzen für ein Ziel und auch mit Niederlagen klarzukommen.

Sport stärkt das, was wir das Bürgerschaftliche Engagement nennen.
Denn was wäre der Breiten- und Spitzensport - holen wir uns die Zahl noch einmal vor Augen: 50.000 Regensburgerinnen und Regensburg „sporteln“ im Verein - was wäre der Sport ohne die vielen Ehrenamtlichen?

Vereinsvorstände, Abteilungsleiterinnen, Übungsleiter und Trainerinnen, Betreuer, Kampfrichterinnen, Platzwarte und all die vielen anderen dienstbaren Geister?

Sehr geehrte Gäste, ich freue mich auf einen unterhaltsamen Abend im Zeichen des Sports, in dem der Hauptteil die Ehrung für die sein soll, die die Flagge Regensburgs in Bayern, Deutschland und der Welt vertreten und bekannt gemacht haben – unsere erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler 2017
Ich bedanke mich bei allen, die diesen Abend möglich gemacht haben und darf an die Stimme Ostbayerns zurückgeben. Armin, bitte übernehmen.