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Laudationes Stadtfreiheitstag 2019

Laudationes am Stadtfreiheitstag 2019 am 9. November 2019 im Reichssaal des Alten Rathauses

- Es gilt das gesprochene Wort. -

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Herrn Dr. Martin Linder, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Regensburg

Die Albertus-Magnus-Medaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich als Wissenschaftler oder Künstler oder Förderer der kulturellen Bestrebungen der Stadt besondere Verdienste erworben haben. Die Gesamtzahl der lebenden Inhaber der Albertus-Magnus-Medaille soll 25 nicht überschreiten.

Sehr geehrter Herr Dr. Linder,

Sie wurden in München geboren und verbrachten dort auch Ihre Kinder- und Jugendzeit. Gemeinsam mit Ihrer Frau und Ihren drei Kindern zogen Sie im Jahr 1990 nach Regensburg und leben seitdem in Ihrer Wahlheimat.

Ihr Name steht für ein ehrgeiziges und wegweisendes Projekt für ganz Ostbayern. Sie kümmerten sich intensiv um eine bis dahin stiefmütterlich behandelte medizinische Fachdisziplin, die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Stetig waren in den letzten Jahrzehnten die Zahlen von betroffenen Kindern und Jugendlichen angestiegen. Diese Entwicklung hat Sie zum Handeln veranlasst.

Die jungen Patientinnen und Patienten benötigten eine zeitgemäße ausgewogene Behandlung, die bis zu diesem Zeitpunkt auf dem angebrachten Niveau einfach nicht vorhanden war. Für die Betroffenen bedeutete dies häufig eine rein von Medikamenten abhängige Behandlung  - eine ganzheitliche, verhaltenstherapeutische Betreuung fehlte zumeist. Daher war die erzielte Wirkung überwiegend von kurzfristiger Natur. Die Verhaltenstherapie vereint Elterntraining, familienzentrierte sowie kindergarten- und schulzentrierte Maßnahmen mit zielgerichteten Trainingsprogrammen. Genau hier setzten Sie verstärkt an.

1992 traten Sie Ihre Tätigkeit als Leitender Abteilungsarzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Bezirksklinikum Regensburg an, bereits ein Jahr später wurde die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJP) eröffnet. 1994 kamen 28 stationäre Betten und acht tagesklinische Plätze hinzu. Geradezu revolutionär war, dass in der Klinik auch eine Schule für die jungen Patientinnen und Patienten den Betrieb aufnahm.

In Weiden wurde 1998 die erste dezentrale Institutsambulanz eröffnet, im Jahr 2000 erfolgte die Grundsteinlegung für die dortige Tagesklinik. 2007 entstand die KJP-Institutsambulanz Cham und bereits ein Jahr später wurde auch diese um eine Tagesklinik ergänzt. Seit 2009 gibt es auch in Amberg eine Tagesklinik.

Es ist Ihrem unermüdlichen Wirken zu verdanken, dass den Betroffenen und ihren Familien in Ostbayern wohnortnahe Angebote gemacht werden können, um sie auf diese Weise optimal zu versorgen. Mittlerweile werden jährlich rund 10.000 Kinder und Jugendliche stationär oder ambulant an den genannten Einrichtungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt. Die Klinik bietet Diagnostik, Krisenintervention und Behandlung bei allen kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheiten, Entwicklungsstörungen, Lern- und Leistungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Ihnen gelang es, eine bedarfs- und fachgerechte, hochqualifizierte Therapie für Kinder und Jugendliche mit seelischen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen zu entwickeln. Dazu haben Sie ein stabiles Netzwerk mit anderen freien und öffentlichen Trägern der Kinder- und Jugendhilfe geschaffen. Ihr Leitmotiv „Menschen statt Mauern!“ prägt den aufgebauten Bereich in Regensburg, nach diesem Prinzip haben Sie bis zu Ihrem Ruhestand im Jahr 2011 äußerst erfolgreich gearbeitet.

Ein besonderes Anliegen war Ihnen auch die fachgerechte Ausbildung von jungen Ärztinnen und Ärzten am Universitätsklinikum Regensburg.

Wie wichtig die besondere Befähigung zur Behandlung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher ist, zeigt die Errichtung eines Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik an der Universität, der seit 1.7.2018 besetzt ist. Die erfolgreiche Geschichte vom akademischen Lehrkrankenhaus bis zur Gründung des Lehrstuhls durch Ihren Nachfolger währte fast 15 Jahre: Diese Erfolgsgeschichte wird immer mit Ihrem Namen verbunden sein.

Darüber hinaus sind Sie einer von zwei Ansprechpartnern des Bistums Regensburg für Verdachtsfälle von sexuellem Missbrauch durch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst. Hier beraten Sie Geschädigte und öffnen ihnen den Zugang für konkrete Hilfen. Außerdem helfen Sie kirchlichen Einrichtungen dabei, Präventivmaßnahmen zu verankern und zu verbessern. Damit leisten Sie einen wertvollen Beitrag zur Bewältigung  begangener Missbrauchstaten, aber auch dazu erneute Übergriffe zu verhindern.

Sehr geehrter Herr Dr. Linder, die Stadt Regensburg verleiht Ihnen aufgrund Ihrer Verdienste um die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ostbayern die Albertus-Magnus –Medaille.

Ich darf Ihnen herzlich gratulieren.

Verleihung der Matthäus-Runtinger-Medaille an Herrn Peter Küspert, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs

Die Matthäus-Runtinger-Medaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Gesellschaft, im Arbeitsleben oder im vorpolitischen Raum große Verdienste um das Wohl  oder das Ansehen der Stadt erworben haben. Die Gesamtzahl der lebenden Inhaber der Matthäus-Runtinger-Medaille soll 25 nicht überschreiten.

Sehr geehrter Herr Küspert,

schon früh begann Ihre Verbindung zu Regensburg. In Hof geboren, studierten Sie Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg und legten 1980 das erste und 1983 das zweite juristische Staatsexamen erfolgreich ab.

Anschließend traten Sie in den Staatsdienst ein und begannen Ihre juristische Karriere zunächst an den Amtsgerichten Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen. Als Richter, Staatsanwalt sowie als Angehöriger des Ministerialdienstes im Bayerischen Staatsministerium der Justiz und als Abgeordneter zum Bundesministerium der Justiz nach Bonn konnten Sie vielfältige Erfahrungen sowohl im bundesdeutschen als auch im bayerischen Rechtswesen sammeln. In all Ihren Ämtern und Funktionen bestachen Sie mit herausragendem Wissen und strebsamen Eifer, ohne je die Bindung zur Basis zu verlieren.

Von 2003 bis 2010 waren Sie Präsident des Landgerichts Regensburg und ab 2011 Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg, bevor Sie das Bayerische Kabinett im November 2014 zum Präsidenten des Oberlandesgerichts München berief. Die Mitglieder des Bayerischen Landtages wählten Sie nur einen Monat später zum Präsidenten des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes.

Ihr Dienstbeginn fiel in die Zeit, als das Strafverfahren gegen Beate Zschäpe, ehemaliges Mitglied der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU), im Laufen war und die Augen von zahllosen Menschen im In- und Ausland auf München gerichtet waren. Seit 2015, als Sie die Ämter antraten, setzen Sie sich mit all Ihrer Kraft und all Ihrem Erfahrungsschatz für den Erhalt der rechtsstaatlichen Ordnung und die Verwirklichung der Grundsätze der Verfassung des Freistaates Bayern ein.

Der Name Peter Küspert steht für die Bedeutung und die Grundlagen der Verfassung. In vielen verschiedenen Veranstaltungen, Diskussionen und Vorträgen in und außerhalb von Bayern stellen Sie immer wieder das Wesen der Verfassung und ihre Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Staat bzw. öffentlich-rechtlichen Institutionen und Bürger dar. Sie erklären dabei die Verantwortung des Einzelnen, die ihm die Verfassung auferlegt, aber auch die Rechte, die in ihr niedergeschrieben sind.

Der Justiz als dritte Gewalt im Staate geben Sie ein modernes, gewandtes und offenes Gesicht und legen eindrucksvoll und für jedermann dar, warum Urteile nur so und nicht anders gefällt werden können, auch wenn manchmal das sogenannte Rechtsempfinden der Bevölkerung auf eine vielleicht verständlich harte Probe gestellt wird. Sie bereichern dadurch gesellschaftliche Debatten mit Ihren Beiträgen und erfüllen die rechtsstaatlichen Werte vorbildlich mit Leben.

Für Ihre Verdienste um die Vermittlung der Grundsätze der Verfassung wurden Sie 2017 von der damaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit der Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet.

Die Freunde der Universität Regensburg können schon lange auf Ihre bewährte Hilfe zählen. Aktuell sind Sie
2. Vorsitzender des Vereins und in dieser Funktion ein wertvoller Fürsprecher und Unterstützer der vierten bayerischen Landesuniversität, die vor über 50 Jahren ihren Vorlesungsbetrieb in Regensburg aufgenommen hat und einen wichtigen Faktor für unsere Stadt in Bildung, Forschung und Wissenschaft darstellt. Mit Ihrem Engagement für den Verein der Freunde der Universität tragen Sie dazu bei, die Verbindung zwischen der Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt sowie der gesamten Region zu festigen.

Trotz Ihrer beispielslosen beruflichen Karriere, die eine hohe Mobilität erfordert, haben Sie stets Ihre Treue zu Regensburg bewiesen und bringen sich im gesellschaftlichen Leben der Stadt ein.

Sehr geehrter Herr Küspert, die Stadt Regensburg verleiht Ihnen aufgrund Ihrer langjährigen Verdienste um die Vermittlung des Demokratieverständnisses und der Grundsätze der Justiz sowie Ihres bemerkenswerten Engagements für ein erfolgreiches Zusammenwirken von Stadt und Universität die Matthäus-Runtinger-Medaille.

Herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung.


Verleihung der Stadtschlüssel an Frau Christa Weiß, Vorsitzende des Vereins für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. und an DrugStop Drogenhilfe e. V. (Vorsitzende: Frau Marion Hofmann-Plank, Herr Dr. Willi Unglaub, Herr Hans Eckmann)

Mit den Stadtschlüsseln können Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet werden, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

Sehr geehrte Frau Weiß,

der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. wurde 1969 gegründet und steht für die ideelle, finanzielle und praktische Förderung und Unterstützung von Menschen, die direkt oder indirekt von Behinderung betroffen sind.

In den 1960er Jahren gab es für die Betreuung von Menschen mit Behinderung wenige spezielle Einrichtungen. Der Verein hatte es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, sich für den Aufbau solcher Einrichtungen einzusetzen. Auf die Initiative des Vereins geht die Gründung des Kinderzentrums St. Martin und des Pater-Rupert-Mayer-Zentrums in Regensburg zurück. Beide Einrichtungen werden in Trägerschaft der katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg geführt und haben große Anerkennung sowie einen äußerst guten Ruf erlangt.

Seit 2003 sind Sie, gebürtige Burghausenerin, Vorsitzende, nachdem Sie bereits zuvor drei Jahre lang als stellvertretende Vorsitzende fungiert hatten. Mit besonderem Enthusiasmus, gepaart mit dem starken Willen, niemals aufzugeben, haben Sie stets zielstrebig auf Projekte hingearbeitet, die mittlerweile erfolgreich in Betrieb genommen worden sind oder kurz davorstehen. Ich möchte ein paar Beispiele nennen, auf die Sie verweisen und mit Stolz zurückblicken können.

W.I.R. – diese drei Buchstaben stehen für ein bayernweit einzigartiges Modellprojekt, das auch vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration unterstützt wurde. W.I.R. – Wohnen Inklusiv Regensburg basiert auf dem Vorbild von „Vaubanaise“ in Freiburg, des bundesweit ersten wohngenossenschaftlichen Inklusionsprojektes.

Menschen mit Behinderung haben – genauso wie diejenigen ohne Einschränkung – Wünsche und klare Vorstellungen, wie sie im Erwachsenenalter wohnen möchten: in einem ganz normalen Umfeld, zusammen mit Menschen ohne Handicap. Viele davon möchten in Regensburg ihre feste Heimat finden und am gesellschaftlichen Leben der Stadt teilnehmen. Mit Ihrer Initiative und zusammen mit vielen Helferinnen und Helfern konnte dieses Projekt verwirklicht und 2013 die Sozialgenossenschaft W.I.R. – Wohnen Inklusiv Regensburg e.G. gegründet werden.

Seit Herbst 2017 wohnen in der Wohnanlage geistig und mehrfach behinderte Menschen gemeinsam mit Singles, Paaren und Familien in barrierefreien Wohnungen. Die Bewohner mit Unterstützungsbedarf leben in eigenen Appartements, die zu Wohngruppen zusammengefasst sind. Diese Wohneinheiten sind den individuellen Bedürfnissen hinsichtlich Pflege und Betreuung optimal angepasst.

Außerdem möchte ich ein besonderes Angebot  des Vereins nennen, nämlich die Freizeitgruppe Herkules, die sich etwa zehn Mal im Jahr trifft und gemeinsam Freizeit gestaltet. Im Jahre 2005 startete die Gruppe mit ihren Aktionen. Was anfänglich nur ein Erproben und Ausprobieren war, hat sich zu einer beständigen, festen Gemeinschaft entwickelt, die viele behinderte Jugendliche seit vierzehn Jahren begleitet.

Um anspruchsvolle Therapien mit Pferden und anderen Tieren im notwendigen Umfang und in einem passenden Umfeld anbieten zu können, will der VKM ein Zentrum für tiergestützte Therapien errichten. Ein geeignetes Grundstück ist nach mehr als zehn Jahren intensiver Suche in einer Stadtrandgemeinde von Regensburg gefunden.

Mit zahlreichen Aktionen wie diesen arbeiten Sie, sehr geehrte Frau Weiß, unermüdlich daran, die selbsternannte Verpflichtung des Vereins zu verwirklichen, nämlich gezielt die Integration von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

Dafür verleiht Ihnen die Stadt Regensburg die Stadtschlüssel, wozu ich Ihnen ganz herzlich gratuliere.


Sehr geehrte Frau Hofmann-Plank,
sehr geehrter Herr Dr. Unglaub,
sehr geehrter Herr Eckmann,

aus einem erfolgreichen Theaterprojekt, bei dem Fachpersonal des Bezirksklinikums gemeinsam mit Patientinnen und Patienten der Drogenstation auf der Bühne standen, entwickelte sich die Idee, ein Nachsorgeangebot für ehemalige Drogenabhängige anzubieten.

Die Erfahrung hatte gezeigt, dass die Probleme der Betroffenen zwar während deren Therapie verarbeitet werden, dann aber im drogenfreien Alltag in den meisten Fällen wieder anwachsen, sich für einzelne verkomplizieren und manchmal übermächtig werden, wodurch zwangsläufig der Rückfall in die Abhängigkeit folgt.

Aus der Erkenntnis heraus, dass eine gute Nachsorge den Therapieerfolg maßgeblich stabilisiert, entstand der Wunsch vieler Gleichgesinnter, das Nachsorgeangebot in einen Verein zu betten. Aus diesem Wunsch wurde schließlich Realität, im Mai 2000 erfolgte die Gründung des DrugStop Drogenhilfe Regensburg e.V. Der Verein, der sich aus clean lebenden Ex-Usern und professionellen Mitarbeitern der Suchtstation zusammensetzt, nimmt sich einerseits der Wiedereingliederung ehemaliger Drogenabhängiger an, andererseits hat sich auch der Bereich der Suchtprävention als ein Schwerpunkt herauskristallisiert.

Trotz aller Warnungen und Verbote ist der Drogenkonsum gerade bei Jugendlichen weit verbreitet. Umso wichtiger ist die Aufklärung für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende im Rahmen von Informations- und Diskussions-veranstaltungen zum Themenkomplex Sucht. Die aktive Mitarbeit von Ex-Usern, die ihre persönliche Suchtgeschichte vortragen, bewirkt eine große Authentizität und fördert bei den jungen Leuten erfahrungsgemäß die Offenheit zur Diskussion. Der Verein bietet Selbsthilfegruppen  und vielfältige Möglichkeiten zur gemeinsamen Freizeitgestaltung an.

Was vor knapp 20 Jahren ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem Erfolgsmodell. Mittlerweile werden auch therapeutische Maßnahmen für abstinente und konsumierende Drogenabhängige angeboten. 

Im Jahre 2010 konnte durch den Beginn einer institutionalisierten Förderung – zuvor finanzierte sich der Verein im Wesentlichen durch Bußgelder sowie Fördermaßnahmen des Arbeitsamtes und Verkaufserlöse – der Grundstock für eine Drogenberatungsstelle gelegt werden. Hinzu kamen Angebote für betreute Wohnformen. Mittlerweile gibt es als zusätzliche Anlaufstelle des Vereins, den „Kontaktladen“, ein niederschwelliges Unterstützungsangebot für Menschen mit Suchterkrankung.

Der Kontaktladen AKUT ist eine Anlaufstelle für Betroffene, die den Weg heraus aus der Sucht (noch) nicht gefunden haben. Ansprechpartner außerhalb der Szene, auch ehemalige Drogenabhängige, können dabei helfen, die schwierige soziale Struktur des Drogenalltags zu unterbrechen. Suchtkranken Menschen wird damit ein geschützter Raum „weg von der Szene“ angeboten. Mit regelmäßigen Öffnungszeiten, klaren Regeln und Beschäftigungsangeboten wird den  Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, ihren Tag sinnvoll zu gestalten und Aktivitäten außerhalb der Drogenszene wahrzunehmen. Durch einen vertrauensvollen Umgang auf Augenhöhe soll hier unter anderem Unterstützung in der Alltagsbewältigung geleistet werden.

Der Verein „DrugStop“ trägt maßgeblich dazu bei, dass ehemalige Drogenkonsumenten den Weg aus dem Teufelskreis schaffen und in ein neues – drogenfreies – Leben starten können.

Die Stadt Regensburg würdigt dieses besondere Engagement mit der Auszeichnung „Stadtschlüssel“, zu der ich den Vertretern des Vereins DrugStop Drogenhilfe Regensburg e.V. sehr herzlich gratulieren darf.