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Laudationes Stadtfreiheitstag 2017

Laudationes am Stadtfreiheitstag 2017 am 18. November 2017 um 20 Uhr im Historischen Reichssaal

- Es gilt das gesprochene Wort - 

Die durch Stadtratsbeschluss vom 18.05.1949 geschaffene Albertus-Magnus-Medaille kann an Persönlichkeiten verliehen werden, die sich als Wissenschaftler oder Künstler oder Förderer der kulturellen Bestrebungen der Stadt besondere Verdienste erworben haben.

In diesem Jahr feiert die Universität Regensburg 50 Jahre Vorlesungsbetrieb. Seit Gründung der Universität hat sich die Stadt Regensburg auch zu einer Stadt der Wissenschaft entwickelt. Vor diesem Hintergrund freue ich mich sehr, dass ich heute drei Personen mit der Albertus-Magnus-Medaille auszeichnen darf.

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Herrn Prof. Dr. David Hiley, Musikwissenschaftler und –forscher

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hiley,

Die musikalische Forschung zum Thema Musik und Liturgie im mittelalterlichen Regensburg ist untrennbar mit Ihrem Namen verbunden.

Sie wurden am 5. September 1947 in Littleborough, Lancashire in der Nähe von Manchester geboren und studierten von 1965 bis 1968 Musik an der University of Oxford.

Nach einer vierjährigen Unterbrechung als Assistant Music Master am Eton College setzten Sie Ihr Musikstudium am King’s College an der University of London fort.

Nach Abschluss Ihres Studiums und verschiedenen Arbeitsstationen mit zwischenzeitlicher Promotion wurden Sie 1986 Professor für Musikwissenschaft an der Universität Regensburg. Vor Ihrer Berufung gab es eine Professur in dieser Form noch nicht, doch es war gewollt, einen Spezialisten für die Musik des Mittelalters zu gewinnen.

Ihre Tätigkeit am Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg übten Sie bis zu Ihrer Emeritierung im Jahre 2013 und damit für einen außergewöhnlich langen Zeitraum, nämlich mehr als 26 Jahre lang, aus.

Mit Ihrem Forschungsschwerpunkt, der Musik des Mittelalters in Regensburg, waren Sie und sind Sie in unserer Stadt als Fachmann mehr als präsent:

Sie sind unter anderem Mitherausgeber der „Regensburger Studien zur Musikgeschichte“ sowie eines Bandes der Buchreihe „Echo“ der sich mit Studien zur Kunstgeschichte und Musikwissenschaft zum Gedenken an Helmut Schwämmlein befasst.

Im Jahre 2014 fungierten Sie als wissenschaftlicher Berater der Bayerischen Landesausstellung „Ludwig der Bayer“.

Am Geburtshaus von Johann Nepomuk Mälzel, dem Erfinder des Metronoms, initiierten Sie die Anbringung einer Tafel, um an den begnadeten Mechaniker und Musiker des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu erinnern.

Auch nach Ihrem Eintritt in den Ruhestand beendeten Sie Ihre musikalische und forschende Tätigkeit nicht. Nach wie vor wirken Sie bei öffentlichen Vortragsreihen zur Musikgeschichte und bei Konzertveranstaltungen mit.

Beispiele sind die liturgischen Gesänge zu Ehren Regensburger Heiliger, der Gregorianische Gesang im Kloster Prüll, die Fronleichnams-Prozessionen und andere liturgische Prozessionen im mittelalterlichen Regensburg. Zu hören sind Sie regelmäßig mit den Regensburger Altstadtsängern bei der Mittagsmusik in der Niedermünsterkirche.

Eine ganz besondere Vortragsreihe über die Handschriftenfragmente der Staatlichen Bibliothek Regensburg und anderen Bibliotheken haben Sie mit einem vielbeachteten Vortrag im Mai dieses Jahres eröffnet.

Hunderte von Blättern bzw. Streifen aus liturgischen Handschriften bilden einen einzigartigen musikhistorischen Schatz.

Ziel war es, mit der Vortragsreihe „Musikalische Schätze in Regensburger Bibliotheken“ die wertvollen handschriftlichen und gedruckten Quellen, die sich in den verschiedenen Regensburger Bibliotheken befinden, einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Darüber hinaus halten Sie auch für den Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg immer wieder Vorträge im gesamten Regierungsbezirk und bringen so Interessierten die Musikgeschichte der Freien Reichsstadt Regensburg und des umliegenden Raumes näher.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hiley,

für Ihre herausragenden musikalischen Forschungen zum Thema Musik und Liturgie im mittelalterlichen Regensburg zeichnet Sie die Stadt Regensburg heute mit der Albertus-Magnus-Medaille aus, wozu ich Ihnen sehr herzlich gratuliere.

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Herrn Prof. Dr. Günter Riegger, ehem. Direktor des Universitätsklinikums Regensburg

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Riegger,

das Universitätsklinikum Regensburg ist eine Erfolgsgeschichte, an der Sie einen immensen Anteil haben. Ihrem Engagement ist es maßgeblich zu verdanken, dass dieses Klinikum in der Form existiert, wie wir es heute kennen.

Am 27. August 1948 wurden Sie in Bad Schussenried in Baden-Württemberg geboren. Nach dem Abitur am Wieland-Gymnasium in Biberach und Medizinstudium an der Universität Tübingen wurden Sie dort 1974 zum Dr. med. promoviert, die Approbation als Arzt erhielten Sie ein Jahr später durch das Regierungspräsidium Stuttgart.

Ihre fachärztliche und weitere wissenschaftliche Ausbildung begannen Sie am Universitätsklinikum Tübingen und führten diese durch ein Ausbildungsstipendium in Glasgow und am Universitätsklinikum Würzburg fort. Dort wurden Sie im Jahre 1983 habilitiert. 1984 wurden Sie zum Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Würzburg bestellt.

Als Sie im Jahre 1991 auf den Lehrstuhl für Innere Medizin II an das Universitätsklinikum Regensburg berufen wurden, befand sich dieses noch im Bau, und vor Ihnen lag die Herausforderung, einen geordneten Patientenbetrieb aufzunehmen.

Was Ihnen als ambitionierten Mediziner letztendlich gelang, ist eine Erfolgsgeschichte par excellence. Bereits ein Jahr nach Ihrem Wechsel nach Regensburg konnte die Klinik und Poliklinik unter Ihrer Führung mit 22 Betten den stationären Betrieb aufnehmen und in den Folgejahren stetig ausbauen. Mittlerweile ist die Innere Medizin II mit weit mehr als 100 Betten eine der größten Einzelkliniken am Universitätsklinikum Regensburg. Die Schwerpunkte liegen auf Herz-, Lungen- und Nierenerkrankungen.

Aufgrund Ihres außergewöhnlich erfolgreichen Wirkens wählte Sie der Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Regensburg im Oktober 2002 zum Ärztlichen Direktor. Dieses Amt füllten Sie zehn Jahre aus und stellten in dieser Zeit Weichen für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Universitätsmedizin in Regensburg.

Sie trugen wesentlich zur weiteren internen und externen Profilierung des Hauses in der Krankenversorgung bei.

Nach der Gründungs- und Aufbauphase des Universitätsklinikums Regensburg übernahmen Sie eine zentrale Rolle dabei, die Patientenversorgung auf das höchste Niveau in der Region voranzubringen und zu verwurzeln.

Das Universitätsklinikum hat unter Ihrer Führung, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Riegger, viele sehr fruchtbare Kooperationen mit den Krankenhäusern der Region vereinbart, die nicht nur der Krankenversorgung in der Oberpfalz und in Niederbayern zugutekamen, sondern auch Forschung und Lehre vorangebracht haben.

Diese sehr enge Verzahnung in der Region ist bis heute Garant für die gute Entwicklung des Klinikums und bringt die konsequente Ausrichtung auf die Hochleistungsmedizin erst voll zum Tragen.

In Ihrer Amtszeit wuchs das Klinikum von etwa 2.500 Mitarbeitern im Jahr 2002 auf rund 4.000 im Jahr 2012. Es ist Ihrem erfolgreichen Schaffen als Ärztlicher Direktor zu verdanken, dass sich das Universitätsklinikum Regensburg nicht nur als national und international anerkanntes Universitätsklinikum zu einem überragendem Zentrum der Wissenschaft entwickelte, sondern auch, dass zahlreiche Arbeitsplätze unmittelbar und mittelbar im Umfeld des Klinikums entstanden sind.

Besonders wichtig war es Ihnen, den Patienten des Klinikums neueste Behandlungsmethoden anzubieten, damit in Regensburg auch schwerste Erkrankungen therapiert und die ostbayerischen Menschen heimatnah versorgt werden konnten.

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Riegger,

für Ihr Wirken, das sich mit hoher medizinischer und wissenschaftlicher Kompetenz sowie außergewöhnlichem persönlichen Engagement für eine optimale Patientenversorgung in Ostbayern auszeichnet, verleiht Ihnen die Stadt Regensburg heute die Albertus-Magnus-Medaille.

Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu dieser Auszeichnung.

Verleihung der Albertus-Magnus-Medaille an Herrn Prof. Dr. Udo Steiner, Richter des Bundesverfassungsgerichts a.D.

Sehr geehrter Herr Professor Steiner,

hört man Ihren Namen, stellt man zwangsläufig die Verbindung zum Bundesverfassungsgericht her, als dessen Richter Sie zwölf Jahre lang fungierten. Ihr Engagement in der Gesellschaft umfasst jedoch weit mehr.

Am 16. September 1939 wurden Sie in Bayreuth geboren, Sie sind verheiratet und haben vier Kinder. An den Universitäten Erlangen, Köln und Saarbrücken studierten Sie Rechtswissenschaften. Nach den juristischen Staatsexamina und Ihrer Promotion waren Sie wissenschaftlicher Assistent am Institut für Kirchenrecht und öffentliches Recht der Universität Erlangen-Nürnberg, wo Sie sich im Jahre 1972 habilitierten. Nach einigen Zwischenstationen nahmen Sie 1979 den Ruf an die Universität Regensburg an und hatten im Folgenden den Lehrstuhl für Deutsches und Bayerisches Staats- und Verwaltungsrecht sowie Verwaltungslehre inne.

Ihren Schwerpunkt bildeten Sie im Allgemeinen und Besonderen Verwaltungsrecht. Außerdem schoben Sie mit etlichen Publikationen auch das aufsteigende Sportrecht an.

Darüber hinaus traten Sie in Verfahren als Bevollmächtigter auf und berieten Institutionen und Unternehmen in Fragen des öffentlichen Rechts, was für Sie als Universitätsjurist eine wichtige Praxis darstellte.

Von 1988 bis 1990 waren Sie Dekan der juristischen Fakultät.

Bis dato halten Sie an der Universität Regensburg Seminare zu ausgewählten Fragen des öffentlichen Rechts oder zum Sportrecht. 1995 wurden Sie zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt und gehörten bis 2007 dem Ersten Senat an. Ihr Dezernat umfasste das Sozialrecht, insbesondere das Sozialversicherungsrecht.

Als Berichterstatter wirkten Sie an zahlreichen wegweisenden Urteilen und Beschlüssen mit. Zu den bekanntesten zählen etwa die Entscheidungen zur rentenrechtlichen Bewertung von Kindererziehungszeiten, zur Gewährung von „BAföG“ als Volldarlehen oder zur Überleitung der „Ostrenten“ nach der Wiedervereinigung.

Im Jahr 2007 erfolgte Ihr Eintritt in den Ruhestand und Ihre Emeritierung. Ein „geruhsames Rentendasein“, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Steiner, kam für Sie jedoch nicht infrage. Seitdem Sie verdient in den Ruhestand eintraten, engagieren Sie sich ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen.

Ihre Begeisterung für den Fußball spiegelt sich in Ihrem Einsatz für den DFB wider. So sind Sie seit 2008 Vorsitzender des Ständigen Schiedsgerichts der Deutschen Fußball-Bundesligen. Außerdem führen Sie den Vorsitz im Ständigen Schiedsgericht für Fußball-Lizenzspieler und sind außerdem in verschiedenen Kommissionen des Deutschen Olympischen Sportbundes tätig sowie Mitglied des Deutschen Sportschiedsgerichts.

Darüber hinaus sind Sie in verschiedenen Ehrenämtern aktiv. Sie fungieren z. B. als Ombudsmann bei der Deutschen Bahn AG oder sind seit 2014 in die Abgeordnetenrechtskommission des Bayerischen Landtags berufen. Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Steiner, die Stadt Regensburg verleiht Ihnen aufgrund Ihres langjährigen Wirkens bei einem Verfassungsorgan, Ihres bundesweiten spartenumfassenden ehrenamtlichen Engagements und Ihrer langjährigen Tätigkeit in den oben genannten Gremien die Albertus-Magnus –Medaille.

Ich darf Ihnen hierzu sehr herzlich gratulieren.

Verleihung der Stadtschlüssel an Herrn Manfred Gehmeyr

Der Stadtrat hat am 25.05.2004 beschlossen, die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu schaffen. Mit den Stadtschlüsseln können Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet werden, die sich Verdienste um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft erworben haben.

Sehr geehrter Herr Gehmeyr,

vor 48 Jahren gründeten Sie das Technische Büro Manfred Gehmeyr und schlossen noch im selben Jahr einen Vertrag mit der Firma Bosch zum Vertrieb Pneumatischer Steuerungen.

Sie starteten Ihre unternehmerische Tätigkeit mit zwei Mitarbeitern, bestehend aus Ihrer Ehefrau und einer Teilzeitkraft. Neben der Entwicklung und Fertigung technischer Produkte, boten Sie Schulungen zu Ihren Systemen an.

Nach dem Umzug in ein größeres Gebäude im Jahre 1972 bauten Sie Ihren Betrieb stetig aus. Anfang der 90-er Jahre wurde auch das Gebäude in der Sedanstraße zu klein und Sie kauften ein Grundstück im Gewerbegebiet Haselbach, um dort auf einem neu gebauten Firmengelände der ständig steigenden Zahl von Aufträgen gerecht zu werden.

Im Jahre 1992 wandelten Sie die Rechtsform des Unternehmens zur Gehmeyr GmbH & Co. KG um.

Den Vertrag mit der Firma Bosch konnten Sie Zug um Zug erweitern und so beispielsweise auch Schweißsteuerungen entwickeln.

Für die Firma Bosch gingen Sie mit der BMW AG und der Audi AG einen Vertrag für Sonderlösungen im Bereich von Montagetechnik und industrieller Automatisierung ein.

Im Jahr 2007 konnten Sie eine Mitarbeiterzahl von 56 Personen vorweisen. Ihrem guten Führungsstil ist es zu verdanken, dass einige Beschäftigte über mehrere Jahrzehnte hinweg in Ihrer Firma tätig waren.

Neben Ihrer unternehmerischen Tätigkeit war es Ihnen immer auch ein Anliegen, örtliche Organisationen zu unterstützen. Im zweijährigen Rhythmus organisierten Sie eine Hausaustellung mit Workshops, zu der Sie auch stets eine Tombola veranstalteten. Die Einnahmen spendeten Sie sowohl an wissenschaftliche Einrichtungen, aber auch an diverse soziale Organisationen. Beispiele hierfür sind die Kinder- und Jugendfarm, das Waisenhaus Stadtamhof und die Clermont-Ferrand-Schule.

Daneben unterstützten Sie gesellschaftliche Vereine wie die Regensburger Straßenbahn-, Walhallabahn- und Eisenbahnfreunde.

Mit Ihrem Engagement, der Stadtgesellschaft wieder etwas aus dem erworbenen Wohlstand zurückzugeben, leben Sie einen vorbildlichen Gedanken.

Im Jahr 2007 entschlossen Sie sich dazu, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und verkauften Ihren Betrieb. Als Ihr Nachfolger führt die Syskomp GmbH aus Amberg die unternehmerischen Geschicke mit Ihren Mitarbeitern unter dem bestehenden Firmennamen weiter.

Besonders bemerken möchte ich, dass der Firmensitz auch nach dem Verkauf des Unternehmens in Ihrem Eigentum ist. Sie zeigen damit weiterhin Verbundenheit zum Betrieb und stehen dem neuen Inhaber als Investor zur Seite. In den Jahren 2011 und 2015 finanzierten Sie Erweiterungsbauten auf dem Firmengelände.

Aufgrund Ihres beruflichen und sozialen Engagements verleiht Ihnen die Stadt Regensburg die Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu der ich Ihnen herzlich gratulieren möchte.

Verleihung der Stadtschlüssel an an Herrn Dieter Weber

Weiterhin wurde die Auszeichnung Stadtschlüssel an Herrn Dieter Weber verliehen.

Sehr geehrter Herr Weber,

Am 1. Oktober 1979 haben Sie Ihre berufliche Tätigkeit als Geschäftsführer beim Evangelischen Bildungswerk begonnen und sind damit einer der Pioniere der Erwachsenenbildung in Regensburg. Während Ihrer Dienstzeit haben Sie immer wieder innovative Projekte für Regensburg angestoßen.

Im Rahmen des kirchlichen Bildungsauftrags waren Ihnen waren stets der soziale Aspekt und die Gerechtigkeit wichtig, so initiierten Sie beispielsweise das Projekt „AnnA“ zur Wiedereingliederung von psychisch beeinträchtigten Langzeitarbeitslosen in das Berufsleben.

Daneben bauten Sie Anfang der 90er Jahre gemeinsam mit der VHS Regensburg den „HASA-Kurs“ auf, mit dem jährlich etwa 25 junge Menschen den Qualifizierenden Schulabschluss nachholen können und damit berufliche Perspektiven erhalten.

Als in den 1980-er Jahren die umstrittene Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf gebaut wurde, führten Sie mit dem Evangelischen Bildungswerk Veranstaltungen des Widerstands durch.

Seit vielen Jahren engagieren Sie sich umfassend in der Erinnerungsarbeit an die schrecklichen Ereignisse zur Zeit des Nationalsozialismus und initiierten zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema. Die Stadt Regensburg unterstützten Sie beispielsweise in den Jahren 2001 und 2002 bei der Organisation von Besuchsprogramen für ehemalige Zwangsarbeiter.

Im Jahr 2005 begannen Sie, sich mit dem Projekt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig zu befassen. Sie gründeten unter dem Dach des Evangelischen Bildungswerks Regensburg die Arbeitsgruppe Stolpersteine und waren bis letztes Jahr Sprecher dieses Kreises. Dank Ihnen werden seit 2007 auch in Regensburg Messingplatten verlegt, die an die Deportation und Vernichtung der Juden und politisch Verfolgten sowie der zahllosen weiteren Opfer zur Zeit des Nationalsozialismus erinnern.

Auf Ihre Initiative hin wurde vor vier Jahren der Förderverein Neue Regensburger Synagoge e.V. gegründet. Sie haben den Vorsitz übernommen und versuchen stets mit neuen Ideen dem Auftrag des Förderkreises nachzukommen. Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, die Jüdische Gemeinde bei der Errichtung einer Synagoge und eines den zeitgemäßen Erfordernissen entsprechenden Gemeindezentrums zu unterstützen.

Infolge von Benefizveranstaltungen und verstärkter Öffentlichkeitsarbeit konnten bereits mehrfach größere Geldbeträge an die Jüdische Gemeinde übergeben werden. Sie scheuen sich nicht davor, potentielle finanzielle Unterstützter anzusprechen und halten auch Vorträge über das Projekt.

Dem Förderverein Neue Regensburger Synagoge ist es zu verdanken, dass im Jahre 2016 mit dem Bau der Synagoge und dem angegliederten Gemeindezentrum begonnen werden konnte.

Ihr langjähriges unermüdliches Engagement hat der Stadtrat mit der Verleihung der Auszeichnung „Stadtschlüssel“ zu Recht gewürdigt.

Ich freue mich sehr, Ihnen heute dies Auszeichnung überreichen zu dürfen und gratuliere Ihnen recht herzlich.