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Fahrradstraßen

Positive Erfahrungen mit Fahrradstraßen in Regensburg

Ende Juli 2019 wurden die ersten Fahrradstraßen in Regensburg in der Hemauerstraße und der Holzländestraße eingerichtet. Weil die ersten Erfahrungen mit Fahrradstraßen sehr positiv sind, will die Stadt Regensburg in den nächsten Jahren ein Netz an Fahrradstraßen schaffen.

Fahrradstraßen können gemäß StVO seit 1997 als Instrument der Radverkehrsförderung angewendet werden. Anfangs machten die Kommunen davon noch sehr zögerlich Gebrauch. Erst in den letzten rund 10 Jahren finden Fahrradstraßen immer mehr Verbreitung.

Auch Regensburg führt nun Fahrradstraßen dort ein, wo Radler gebündelt unterwegs sind oder geführt werden sollen. Fahrradstraßen sind ein nicht unwichtiges Instrument einer fahrradfreundlichen Kommune.

Die Anzahl der Konflikte ist, wie bundesweite Studien zeigen, nach der Einrichtung von Fahrradstraßen regelmäßig rückläufig, da der Autoverkehr langsamer, vorsichtiger und mit mehr Rücksicht auf Radfahrende fährt. Unfälle sind äußerst selten, die Unfallschwere ist nur gering. Forschungsergebnisse zeigen:

  • Autofahrende passen ihr Geschwindigkeitsniveau dem Radverkehr an.
  • Die Radfahrenden fühlen sich subjektiv sicherer. Sie verhalten sich allerdings ganz überwiegend angepasst und behindern den Autoverkehr kaum. So fahren sie nach wie vor rechts orientiert und lassen auch nachfolgende Kfz überholen.
  • Nach der Einrichtung von Fahrradstraßen fahren weniger Radfahrende auf den Gehwegen als zuvor.
  • Mit der Einrichtung von Fahrradstraßen sind zum Teil erhebliche Radverkehrszunahmen zu verzeichnen, insbesondere wenn diese im Zuge durchgängiger Radrouten liegen. Das liegt auch an dem Bündelungseffekt. Radfahrende verlagern ihre Route teilweise von parallel geführten Hauptverkehrsstraßen. Da diese Hauptverkehrsstraßen in aller Regel konflikt- und unfallträchtiger sind als die meist gering Kfz-belasteten Fahrradstraßen, verbessert sich die Verkehrssicherheit.
  • Sowohl Radfahrende als auch Autofahrende bewerten Fahrradstraßen überwiegend positiv.

Nach den ersten beiden Fahrradstraßen 2019 in der Hemauerstraße (als Verbindung von Hauptbahnhof und Stadtzentrum mit dem Stadtosten, wo sich auch viele Arbeitsplätze befinden) und der Holzländestraße (als Teil des Donauradwegs), wurden im Sommer 2020 die Blumenstraße und der Bienenheimweg (als wichtige Teile einer Ost-West-Route vom Hauptbahnhof über das Candis-Viertel bis zum Hohen Kreuz und den Arbeitsplätzen an der Siemensstraße) sowie das Schwabelweiser Donauufer als Fahrradstraße eingeführt. In all diesen Straßen fahren heute schon mehr Radler als Autos.

Geplant ist, dass im Herbst 2020 noch folgende Straßen zu Fahrradstraßen umbeschildert werden:

  • Weichser Damm
  • Ostengasse
  • Am Europakanal / Dultplatz
  • Andreasstraße
  • Karthauserstraße zwischen Ludwig-Thoma-Straße und Theodor-Storm-Straße
  • Prebrunnstraße / Am Prebrunntor

Die Beschilderung als Fahrradstraße hat insbesondere zwei Effekte:

  1. Radler dürfen nebeneinander fahren, egal mit welchem Tempo.
  2. Autofahrer müssen ihre Geschwindigkeit an die der Radfahrer anpassen.

Darüber hinaus ändert sich nichts. Es entfallen keine Parkplätze, die Autofahrer dürfen die Straßen wie zuvor befahren, als Höchstgeschwindigkeit gelten weiterhin 30 km/h.

Die Stadt Regensburg führt weitere Zählungen in diversen Straßen durch, die potenziell als Fahrradstraßen beschildert werden könnten.

Weitere Informationen sind den Faltblättern zu entnehmen.