Endspurt beim RE.LIGHT
©
Bilddokumentation Stadt RegensburgReflektierende Spiegel, erhabene und verspielte Laserstrahlen, Licht, das sich in festes Material zu verwandeln scheint, Projektionen auf Bäume, an Fassaden oder auf den fließenden Stoff einer Fahne: Regensburg ist wieder Heimat der internationalen Lichtkunstszene. Seit 12. März 2026 zeigen Lichtkünstlerinnen und -künstler aus aller Welt insgesamt 15 Arbeiten beim Internationalen Lichtkunstfestival RE.LIGHT.
Seit Festivalbeginn waren bis Donnerstagabend gut 100.000 Besucherinnen und Besucher auf den Beinen und erkundeten die Licht-Installationen, Mappings und Licht-Shows. Noch bis 22. März 2026 sind die Kunstwerke täglich von 18.30 bis 22.30 Uhr entlang eines Rundwegs durch die Innenstadt und Stadtamhof zu sehen.
Für das letzte Wochenende wird am 21. und 22. März zudem in den Leeren Beutel geladen. Dort präsentieren die Teilnehmenden der von BMW ermöglichten RE.LIGHT-Masterclass die spannenden Ergebnisse ihrer Workshop-Tage. Sechs Arbeiten junger Lichtkünstlerinnen und -künstler sowie lichtbegeisterter Interessierter sind im Erdgeschoss in einer kleinen Schau zu sehen. Die insgesamt 15 Teilnehmenden zeigen ihre entstandenen Lichtkunstwerke und erzählen von dem Erfahrungsgewinn und -austausch in der Masterclass-Gruppe.
Licht schafft eine kollektive Erfahrung
„Licht bringt Menschen zusammen und hat eine starke Wirkung auf die Stadt, die nun überall spürbar ist“, freut sich der Regensburger Kulturreferent und Veranstalter des Festivals Wolfgang Dersch. „Es erfüllt mich, zu sehen, welche Verbindung und Gemeinschaft das RE.LIGHT schafft. So viele Menschen sind in den Abendstunden gemeinsam unterwegs und schauen sich Regensburg mit ganz neuen Augen an. Die Regenburger Hotels und Gastronomen freuen sich über zahlreiche Gäste, die nächtliche Stadt ist lebendig, und an allen Orten ist viel los. Die Besuchenden entdecken beim Lichtkunstfestival Orte, die eigentlich anders genutzt werden oder nicht zugänglich sind, nun mit einem ganz anderen Blick. So wird zum Beispiel die Spitalkirche in Stadtamhof untertags als Kirche genutzt, am Abend ist sie dann für Kunstinteressierte geöffnet. Alltagsorte werden zum Ziel für Neugierige und Kunstbegeisterte. Die Besucherinnen und Besucher setzen sich mit ihnen auseinander, nehmen durch die Lichtkunstwerke neue Perspektiven ein und treten mit den Orten in einen Dialog. Licht schafft eine ganz besondere kollektive Erfahrung – und das für Regensburg mit dem RE.LIGHT zu ermöglichen, macht mich sehr stolz!“
Wolfgang Dersch zeigt sich weiterhin begeistert über die Resonanz aus der internationalen Lichtkunstszene: „Ich freue mich auch, dass hier in Regensburg so viele Gäste aus aller Welt beim RE.LIGHT zusammengekommen sind: die Lichtkünstlerinnen und Lichtkünstler, die Partnerinnen, Partner und Gäste von der International Light Festivals Organisation (ILO). Unser Netzwerk hat sich mit dieser zweiten Edition vergrößert und verstärkt, die Zusammenarbeit noch weiter intensiviert. Die internationale Festival-Crowd wächst und hat Regensburg nun auf dem Schirm – darauf können wir stolz sein.“
Erstes Resümee zum RE.LIGHT Regensburg 2026
Kurz vor dem letzten Festival-Wochenende blicken die Veranstalter am Freitag, 20. März 2026 auf die vergangenen RE.LIGHT-Tage und ziehen ein erstes Resümee: Insgesamt 35 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt waren in Regensburg, um ihre Lichtkunstwerke für RE.LIGHT zu realisieren. An acht Abenden leuchteten die 15 Lichtkunstwerke bereits für insgesamt 32 Stunden. 112-mal waren die beiden Licht-Shows bis Donnerstagabend in der Minoritenkirche und im Velodrom bisher zu sehen. In 36 Führungen durch das Festival gaben Tour-Guides der Stadtmaus spannende Einblicke in das Festival. Und an drei Tagen waren die Regensburger Domspatzen mit insgesamt 75 jungen Sängern live im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais zu erleben. Sie bildeten die beeindruckende Klangkulisse des Kunstwerks „Inner Time“ von Sebastian Kite.
In der vergangenen Festivalwoche ist viel passiert. Eine Konferenz für Expertinnen und Experten sowie ein interessiertes öffentliches Publikum gab am Freitag, 13. März, Einblicke in den Bereich Lichtkunst und Lichtkunstfestivals. Spannende Vorträge und Diskussionsrunden gaben Anregungen und Denkanstöße. Das RE.LIGHT-Gala-Dinner „Shine & Dine“ lud am Samstag, 14. März in das Marinaforum ein und verband Lichtkunst mit einem ganz besonderen kulinarischen Erlebnis. Für das Kunstwerk „PERPETUUM“ konnten sich Regensburgerinnen und Regensburger noch bis Mitte der Woche fotografieren lassen und im Rahmen einer zweitägigen RE.LIGHT-Masterclass erarbeiteten Nachwuchskünstlerinnen und -künstler eigene Mappings unter der Leitung des Regensburger Licht- und Medienkünstlers Clemens Rudolph.
Begegnung mit Regensburgerinnen und Regensburgern in der Obermünsterstraße
Für das Kunstwerk „PERPETUUM“ der niederländischen Künstlerin Katja Heitmann waren Regensburgerinnen und Regensburger eingeladen, sich fotografieren und filmen zu lassen und ihre Geschichten zu teilen. Die Choreografin sammelt in ihrem Kunstprojekt menschliche Bewegungen und Gesten und bewahrt sie in ihrem Archiv „Motus Mori” auf. Mehr als 2.000 Menschen und ihre ganz persönlichen Bewegungen sind bereits Teil dieser Sammlung.
38 Personen aus Regensburg sind nun ebenfalls in den Projektionen in der Obermünsterstraße zu sehen. Männer und Frauen jeden Alters, Kinder, Paare und Geschwister zeigen den Betrachtenden ihre ganz persönlichen Bewegungen. Die Begegnung mit den lebensgroßen Projektionen ist intim und berührend. Einige teilen ihre Umarmungen, andere ihre Verletzlichkeit, wieder andere einen Gruß oder einen Kuss. „‚PERPETUUM‘ zeigt die Persönlichkeit und Individualität jeder Person. Das Kunstwerk schafft einen Raum für ganz persönliche Emotionen und verbindet gleichzeitig alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit“, erzählt Sander van der Schaaf, Künstler und Produzent für „PERPETUUM“. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren an diesem Archiv und werden es auch in Zukunft weiterführen und weiterentwickeln. Dieses Projekt ist ein Lebensprojekt.“ Die 38 Regensburgerinnen und Regensburger gehen nun mit dem Kunstwerk auf Reisen. Nächste Stationen für „PERPETUUM“ sind u.a. Watou in Belgien, Leipzig und Festivals in den Niederlanden.
RE.LIGHT-Masterclass zeigt Arbeiten von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern im Leeren Beutel
An zwei Tagen erarbeiteten der Regensburger Lichtkünstler Clemens Rudolph und der Multi-Media-Künstler und DJ Thomas Biniek zusammen mit 15 Interessierten und Nachwuchstalenten Mappings im Rahmen einer Masterclass. Die Teilnehmenden teilten sich in insgesamt sechs Gruppen auf und beschäftigten sich mit verschiedenen Themen, suchten sich interessante Orte für ihre Mappings und nutzten unterschiedliche Software, um ihre eigenen Projekte zu kreieren. Projektionen auf Gegenstände wie zusammengeklappte Stehtische oder einen dreiteiligen Paravent, auf Ecken oder geometrische Formen im Raum, auf flache Wände oder historische Elemente im Raumgefüge: Die Teilnehmenden erkundeten den Ort und suchten sich den passenden Unter- und Hintergrund für ihre Prototypen. Gleich drei interaktive Werke, die mit dem Publikum in Dialog treten, sind dabei entstanden.
„Die Masterclass war ein bereicherndes Erlebnis für alle Beteiligten. Was mich besonders fasziniert hat, ist die Bandbreite der Ergebnisse und die Individualität der Teilnehmenden, die sich in den Arbeiten bemerkbar macht. Es galt, den Raum bewusst wahrzunehmen und kreativ zu bespielen. Die anregende Gruppendynamik hat den Prozess zu einer produktiven Erfahrung gemacht“, so Clemens Rudolph. Der Medien- und Computergrafik-Künstler leitete den Workshop gemeinsam mit Thomas Biniek, der unter anderem im Schauer-Kollektiv präsent ist.
Im Fokus standen dabei vor allem der Spaß am Ausprobieren, der Kontakt zu neuen Technologien, die eigene Kreativität und der Austausch untereinander. Entstanden sind sechs Arbeiten, die am Samstag und Sonntag, 21. und 22. März 2026, den großen Saal im Erdgeschoss des Leeren Beutels, Bertoldstraße 9, bespielen und zu den Festivalzeiten von 18.30 bis 22.30 Uhr besucht werden können. Die kreativen Gestalterinnen und Gestalter sind ebenfalls vor Ort und geben Einblicke in ihre Ideen und Gedanken hinter ihren Mappings.
Die RE.LIGHT-Masterclass wird ermöglicht vom RE.LIGHT-Sponsor BMW. „Das BMW Group Werk Regensburg blickt inzwischen auf mehr als vier Jahrzehnte erfolgreicher Geschichte zurück. In diesem Jahr feiern wir unser 40-jähriges Jubiläum und den Beginn der Serienfertigung im Jahr 1986. Seit seiner Gründung ist das Werk eng mit der Kunst und Kultur in der Stadt und der gesamten Region verbunden. Umso mehr freuen wir uns, auch in diesem Jahr mit RE.LIGHT ein herausragendes kulturelles Highlight in Regensburg als Sponsor zu unterstützen. Bereits bei seiner Premiere vor zwei Jahren begeisterte das Festival Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste aus nah und fern und zeigte eindrucksvoll, welche Faszination von Lichtkunst ausgehen kann“, blickt Saskia Graser, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BMW Group Werks Regensburg, auf die Zusammenarbeit beim Lichtkunstfestival. „Mit der ‚RE.LIGHT-Masterclass‘ wird zudem erneut ein besonderes Format angeboten, das gezielt junge Nachwuchskünstler fördert. Das BMW Group Werk Regensburg übernahm die Finanzierung des zweitägigen Workshops unter der Leitung des Regensburger Künstlers Clemens Rudolph in Höhe von 5.000 Euro. Wir sind gespannt auf die entstehenden Werke und Präsentationen, die ab morgen im ‚Leeren Beutel‘ gezeigt werden.“
Informationen zum Lichtkunstfestival
Das Lichtkunstfestival ist bis 22. März 2026 täglich von 18.30 bis 22.30 Uhr zu sehen. Ein Rundweg führt von Kunstwerk zu Kunstwerk. In der Festivalzentrale im M26, Maximilianstraße 26, steht das RE.LIGHT-Team für alle Fragen und Anliegen bereit.
Den Überblick über das Programm, alle Stationen mit einer Karte zur Orientierung, Informationen zum Ticketing sowie zum Begleitprogramm gibt es unter:



