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Kinderbeirat plant Spendenaktion für Wohnungs- und Obdachlose

„NOAH – dein TagNachtHalt“ der Caritas gibt Einblick in die täglichen Herausforderungen

 „Wer kümmert sich um Menschen in Regensburg, die ohne Wohnung oder Obdach nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – und wie können wir am besten helfen?“ Mit diesen Fragestellungen setzt sich der aktuelle Kinderbeirat der Stadt Regensburg intensiv auseinander. Um Informationen aus erster Hand zu erhalten, hatten sich die Kinder und Jugendlichen aus 25 Regensburger Schulen Barbora Pokorny, Leiterin der Caritas Notunterkunft „NOAH – dein TagNachtHalt“, eingeladen. Sie brachte zum Gespräch Alexander, einen ehemaligen Klienten der Notunterkunft, mit. Die Mitglieder des Kinderbeirates planen für den Sommer eine eigene Spendenaktion.

Den Kinderbeirat gibt es in Regensburg seit 2015. Vertreten sind Kinder aus unterschiedlichen Schulen und fast allen Stadtteilen. Im Oktober 2023 startete der vierte Kinderbeirat in seine Amtszeit. Er vertritt die Interessen und Bedürfnisse der Kinder in Regensburg. Die Mitglieder des Kinderbeirates treffen sich regelmäßig mit Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein, um aktuelle Themen zu besprechen. Auf der Agenda stehen dabei Verbesserungen im Bereich Schule, Verkehr und Umwelt. Im Februar hatte Christoph Gailer, Leiter des Amtes für Soziales der Stadt Regensburg, dem Kinderbeirat erklärt, wie wohnungslose Familien und Kinder in Regensburg untergebracht sind. Um ein besseres Verständnis für das Thema Obdachlosigkeit und für die Hilfsangebote der Caritas zu bekommen, hatte der Kinderbeirat Barbora Pokorny eingeladen.

Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit seien nicht das gleiche, erklärte die Leiterin des „TagNachtHaltes“ der Caritas Notunterkunft in der Landshuter Straße. Obdachlosigkeit bedeutet, kein sicheres und dauerhaftes Zuhause zu haben. „Eine Wohnung ist ein Ort, an dem man sicher und geschützt leben kann“, erklärte Pokorny, auch wenn das beispielsweise ein so genanntes Obdach bei Freunden oder Bekannten sei. Wer das nicht hat, dem bleibt ein Leben auf der Straße oder eben die Notunterkunft. Wie ist der Tag in der Notunterkunft organisiert? Welche besonderen Anforderungen stellt das an die dort arbeitenden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen? „Unser TagNachtHalt bietet den Obdachlosen eine vorübergehende Bleibe, warme Mahlzeiten, medizinische Versorgung, darüber hinaus Unterstützung bei Themen wie Krankenversicherung“, so Pokorny, aber auch bei der Job- und Wohnungssuche. Oft sei auch Hilfe bei Sucht- oder psychischen Erkrankungen notwendig. „Es ist auch wichtig, dass unsere Klientinnen und Klienten den Kontakt zu Familie oder Freunden wiederherstellen.“

„Wie rutscht man in einer Obdachlosigkeit? Und wie fühlt sich das Leben in der Notunterkunft an?“, wollten die Mitglieder des Kinderbeirates von Alexander wissen. Gemeinsam mit Barbora Pokorny erklärte er die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt in dieser wichtigen Einrichtung, gerade wenn man in einer schwierigen Lebenssituation sei. Am Ende des Austausches war es gelungen, den Kindern die Realität der Obdachlosigkeit näher zu bringen und Verständnis sowie Mitgefühl zur fördern. Zudem konnte das Wissen vermittelt werden, wie das Caritas Projekt NOAH (Niederschwellig, Ortsnah, Anspruch auf Heimat) Hilfe und Unterstützung bietet. Auch, was mit den Geldern aus der geplanten Spendenaktion des Kinderbeirates im „TagNachtHalt“ passieren soll, wurde klar formuliert: Neue Gesellschaftsspiele und eine Tischtennisplatte wünschen sich die Klientinnen und Klienten dort schon lange.

15. März 2024