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Die Preisträgerinnen und Preisträger des Kulturpreises und der Kulturförderpreise 2022 stehen fest

Preisverleihung findet am 26. Oktober 2022 statt

Auch im Jahr 2022 verleiht die Stadt Regensburg ihren Kulturpreis und die Kulturförderpreise. Künstlerinnen und Künstler, Kulturgestalterinnen und -gestalter sowie Kulturinstitutionen konnten für die Auszeichnungen vorgeschlagen werden. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 28. Juli 2022 die Preisträgerinnen und Preisträger beschlossen.

Der Kulturpreis der Stadt Regensburg 2022 geht an Dr. Medard Kammermeier, der damit für sein Lebenswerk und sein herausragendes wie nachhaltiges Engagement für das cineastische und kulturelle Leben der Stadt Regensburg geehrt wird. Der Kulturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Kulturförderpreise der Stadt Regensburg 2022 zu je 2.500 Euro werden vergeben an die Musikerin „Die Nowak“ alias Rebekka Maier, den bildenden Künstler Nico Sawatzki sowie an das Netzwerk-Projekt „Ghost Town Radio“.

Die Preisverleihung findet am 26. Oktober 2022 statt.

Kulturpreis ehrt Medard Kammermeier für sein Lebenswerk
Der Kulturpreis wird an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich in hervorragender Weise um das kulturelle Leben der Stadt Regensburg verdient gemacht haben. Der Preis ist die Auszeichnung für ein besonderes Lebenswerk oder eine überragende Leistung im Kulturbereich. Im Jahr 2022 geht der Kulturpreis an Dr. Medard Kammermeier.

Dr. Medard Kammermeier lebt für den Film und eine Kinokultur jenseits des Mainstreams. Bereits Ende der 1970er-Jahre, während seines Studiums, war Medard Kammermeier Mitglied des Studentischen Arbeitskreises Film e. V. und brachte mit seinem Engagement Filmvorführungen an den Campus. Ende 1979 zog der junge Verein in den Leeren Beutel, wo der daraus hervorgegangene Arbeitskreis Film e. V. heute immer noch sein Kino und seine Geschäftsstelle hat, und seitdem das Kinoprogramm Regensburgs bereichert. 1985 wurde Dr. Medard Kammermeier langjähriger Geschäftsführer des Arbeitskreis Film e. V.

Medard Kammermeier war federführend beteiligt an der Gründung und Etablierung der Regensburger Stummfilmwoche und der (heute: Internationalen) Kurzfilmwoche. Später kamen Festivals wie die Französische Film- und Kulturwoche dazu. Auch das Filmfestival Heimspiel (heute: Transit Festival) ist seinem Engagement zu verdanken, ebenso die beliebte Open-Air-Reihe Cinema Paradiso und die Gründung des Kinos im Andreasstadel 2004.

Sowohl auf Bundesebene als auch vom FilmFernsehFonds (FFF) Bayern wurde Medard Kammermeier über Jahre hinweg für sein qualitativ herausragendes Jahresfilmprogramm immer wieder ausgezeichnet. Dabei lag ihm als Kinobetreiber und Cineast das klassische, ganz alltägliche Kinoerlebnis stets besonders am Herzen.

Medard Kammermeier legte sein Engagement aber auch auf die Wissensvermittlung, Nachwuchsförderung und Kinorettung. So war Medard Kammermeier viele Jahre als Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Medienwissenschaft der Universität Regensburg tätig, wo er ab 2002 sein umfassendes filmhistorisches Wissen an die Studierenden weitergab. 2015 machte er sich für den Erhalt des Ostentorkinos stark, das damals kurz vor dem Aus stand. Seitdem ist er gemeinsam mit Martin Haygis und Hans Geldhäuser einer der drei Pächter des Kinos.

Medard Kammermeier engagierte sich stets für die akademische Wissensvermittlung rund um die Geschichte und Ästhetik des Films, zeigte sich immer experimentierfreudig und offen für neue Formate und war an nahezu allen hiesigen Filmfestivals als Initiator oder als Veranstalter beteiligt. Seine Leistung für das cineastische und kulturelle Leben der Stadt Regensburg kann nicht hoch genug geschätzt werden.

Drei Kulturförderpreise in den Bereichen Musik, Bildende Kunst sowie Radio, Musik & Netzwerk vergeben
Die maximal drei zu vergebenen Kulturförderpreise werden unter Berücksichtigung des künstlerischen und wissenschaftlichen Nachwuchses an Personen oder Vereinigungen verliehen, die das kulturelle Leben in der Stadt gestalten und fördern.

Kulturförderpreis für „Die Nowak“ alias Rebekka Maier
Den ersten Kulturförderpreis erhält „Die Nowak“ alias Rebekka Maier für ihr künstlerisches Wirken im Bereich Musik. Die Künstlerin Rebekka Maier, 1981 in Hirschau geboren, verzaubert das Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme am Klavier. Mit ihrem Soloprojekt „Die Nowak“ bereichert sie seit fünf Jahren die Regensburger Musikszene. Zuvor spielte sie von 2001 bis 2011 zusammen mit Dirk Wildau im Duo „24indigio“, 2013 gründete sie mit Clemens Giebel das Elektropopduo „Cato Janko“. Zusammen mit anderen Musikerinnen und Musikern sowie Kreativschaffenden aus Regensburg hat sie 2015 die „8-Track Sessions“ mitgegründet, um lokalen Bands durch kostenlose Videos oder Mitschnitte von Live-Auftritten zu ermöglichen, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit dem Projekt „7*innen“ unterstützt Rebekka Maier vor allem weibliche Künstlerinnen.

Zweiter Kulturförderpreis an Künstler Nico Sawatzki
Ein weiterer Kulturförderpreis geht an Nico Sawatzki für sein künstlerisches Wirken im Bereich der Bildenden Kunst. Nico Sawatzki wurde 1984 in Regensburg geboren. Seine Werke sind eine Mischung aus „Urban Art“ und klassischer Malerei, für die er mit mehreren Farbschichten arbeitet. Bei aufwendigen Arbeiten werden bis zu 50 einzelne Schichten übereinander aufgetragen. Die dadurch entstehenden verschwommenen Silhouetten geben ein besonderes Bild ab und machen die Werke so außergewöhnlich. 

Nico Sawatzkis Werke sind in seiner Heimatstadt und in ganz Deutschland zu sehen. Seine Bilder wurden in der Großen Ostbayerischen Kunstausstellung, in der Jahresschau des Kunst- und Gewerbeverein Regensburg, im KunstvereinGRAZ und in der Galerie Isabelle Lesmeister ausgestellt. Die Bayerische Staatsgemäldesammlung und die Sammlung des Bezirks Oberpfalz haben Werke des Künstlers angekauft.

„Ghost Town Radio“ erhält weiteren Kulturförderpreis
Das Projekt „Ghost Town Radio“ wird mit einem Kulturförderpreis für das künstlerische Wirken im Bereich Radio, Musik & Netzwerk ausgezeichnet. Der gebürtige New Yorker Adam Lederway ist der Mastermind hinter dem Projekt. 2003 zog er nach Regensburg und brachte das Konzept des „Community-Radios“ mit in die Stadt. Bereits als Student hatte Adam Lederway erste Beiträge für den Radiosender seiner Universität in New York produziert. Über 100 Personen hatten dort mitgeholfen, das Radioprogramm rund um die Uhr „on-Air“ zu halten.

Im April 2020, mitten in der Corona-Pandemie, startete Adam Lederway das „Ghost Town Radio“ in Regensburg – mit zwei Freunden und drei Shows. Nach über einem Jahr sind es bereits mehr als 30 Personen, die für das Netzwerk regelmäßig Radiobeiträge produzieren. Das „Ghost Town Radio“ bietet bekannten Musikerinnen und Musikern genau wie Neustarterinnen und Neustartern im Musikbereich eine geeignete Plattform. Vor allem junge Künstlerinnen und Künstler werden durch die Reichweite des „Ghost Town Radios“ in ihrem Wirken und Sich-Ausprobeiren unterstützt. Dazu haben journalistisch wertvolle und informative Formate unter den Radiobeiträgen Platz gefunden.