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Kunstprojekt „Unendlich still“ auf dem Evangelischen Zentralfriedhof Regensburg wird am 10. Mai eröffnet

Nebeneinander von Leben und Tod

Vom 1. Mai bis 30. September 2022, findet die zeitgenössische Kunstausstellung „Unendlich still“ zeitgleich auf sechs evangelischen Friedhöfen in den Kirchenkreisen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) statt. Durch die Beteiligung von 28 Künstlerinnen und Künstlern gleicht keine Ausstellung der anderen. Das 2021 von Prof. Dr. Hans-Peter Hübner und Prof. Dr. Klaus Raschzok veröffentlichte Standardwerk zur evangelischen Friedhofskultur in Bayern „Evangelische Friedhöfe in Bayern“ gab Anlass für das Projekt, das durch die Verbindung einer historisch gewachsenen Friedhofskultur mit zeitgenössischer Kunst neue Zugänge zu den Themen Tod und Friedhof ermöglicht. Im Mittelpunkt steht der evangelische Friedhof als Gestaltungsraum, Dialogfeld und Ort der Erinnerungskultur.

Die Eröffnung am Evangelischen Zentralfriedhof Regensburg mit Buchpräsentation durch Regionalbischof Klaus Stiegler findet am Dienstag, 10. Mai 2022, um 18.30 Uhr in der Friedhofskapelle statt. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter ZWQuYmtsZSRncnVic25lZ2VyLnZrZw== oder telefonisch unter (0941) 59202-0 wird gebeten.

Nebeneinander von Leben und Tod
Durch das Kunstprojekt sollen sinnlich wahrnehmbare Signale gesetzt werden, um den Ort der Toten würdig mit Leben zu füllen. Die künstlerischen Interventionen greifen an verschiedenen Orten des Friedhofs vielfältige historische Motive auf und spielen mit unterschiedlichen Materialien, Ausformungen und Ausdrucksweisen. So wird der Friedhof als Ort der Auseinandersetzung mit dem Sterben wieder stärker ins Bewusstsein gerückt und mit künstlerischen Sichtweisen neu betrachtet. Zum Einsatz kommen dabei Videos, Fotografie, Malerei, Zeichnungen, Sounds, Installationen und Skulpturen.

Neuer Diskurs
Die Künstlerinnen und Künstler Ursula Achternkamp, Madeleine Dietz, Gerhard Fauser, Jan Kuck, Birgit Ramsauer, Pirko Julia Schröder, Hubertus Hess und Sabine Straub gestalten den Evangelischen Zentralfriedhof in Regensburg für das Projekt und rütteln dabei an moralischen Grundprinzipien, kratzen an der Oberfläche einer allzu sentimentalen Trauerkultur und fordern so die Betrachterinnen und Betrachter heraus, ernsthaft Stellung zu beziehen. Das Projekt regt zu einem Diskurs an, wobei der Friedhof als wertvoller Kulturraum ausgewiesen wird. Die Ausstellung soll beispielhaft zeigen, wie Kunst eine Friedhofsanlage zu einem lebendigen Denk- und Experimentierraum erweitern kann.

Weitere Informationen
In Regensburg ist das Kunstprojekt „Unendlich still“ am Evangelischen Zentralfriedhof vom 10. Mai bis 30. September zu sehen. Am Donnerstag, 12. Mai um 18.30 Uhr, am Samstag, 6. August um 9.30 Uhr und am Tag des offenen Denkmals, Sonntag, 11. September um 14 Uhr finden Führungen statt. Am Donnerstag, 21. Juli um 18.30 Uhr wird ein Künstlerinnengespräch mit Sabine Straub angeboten. Treffpunkt ist jeweils das Café Vielfalt (Friedenstraße 12).

Neben dem Evangelischen Zentralfriedhof Regensburg sind der Stadtfriedhof Ansbach, der Protestantische Friedhof Augsburg, der Stadtfriedhof Bayreuth, der St. Johannisfriedhof Nürnberg und der Evangelische Friedhof Oberallershausen weitere Ausstellungsorte. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit je eigenen Eröffnungsveranstaltungen, Künstlergesprächen, Vorträgen und Konzerten wird vor Ort in Kooperation mit den regionalen Kunstbeauftragten der Kirchenkreise entwickelt.

Das Buch „Evangelische Friedhöfe in Bayern“ wurde im Auftrag des Landeskirchenrates der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern unter Verantwortung von Oberkirchenrat Prof. Dr. Hans-Peter Hübner, Leiter der Gemeindeabteilung des Landeskirchenamts München, zusammen mit Prof. Dr. Klaus Raschzok, ehemals Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, herausgegeben.

Das Projekt findet in Kooperation mit dem Kunstreferat der ELKB statt. Es ist zudem Beitrag des kulturellen Jahresthemas „Zwischentöne“ und wird von der Stadt Regensburg finanziell unterstützt.

Weitere Informationen über das Projekt gibt es unter www.donaudekanat.de

Einen Überblick der Veranstaltungen zum kulturellen Jahresthema 2022 der Stadt Regensburg ist zu finden unter www.regensburg.de/kultur/veranstaltungen-des-kulturreferats